Passanten fütterten Tier

Zu viel Kohl für Pony Billy: Fohlen verendete qualvoll 

Jana (links) und Nadine zeigen auf eines der Schilder, die darauf hinweisen, dass das Füttern der Pferde tödlich enden kann.

Reinhardshagen. Traurig, den Kopf hängend und unbeweglich steht das neunjährige Zwerg-Shetty-Pony Vicky auf der Weide. Grund für die Trauer ist der Tod seines Fohlens Billy.

Gerade mal acht Monate alt musste Billy Mittwoch nach qualvollen Stunden vom Tierarzt eingeschläfert werden. Das Fohlen könnte noch leben, wenn es von Passanten nicht mit Kohl gefüttert worden wäre, und das obwohl am Zaun entlang Schilder angebracht waren, mit der Bitte, die Ponys nicht zu füttern. Es bekam Koliken und sehr schlimme Schmerzen. „Der Tierarzt war zwei Mal da und hat versucht, dem Tier zu helfen, aber leider ohne Erfolg“, berichtet Karoline Hagemann. Schweren Herzens hat sich die Besitzerin von dem Tier durch die erlösende Spritze trennen müssen.

Genauso traurig ist Melanie Merker, die sich zusammen mit ihrer Tochter Jana (10), der Freundin Nadine Steen (12) und Karoline Hagemann um Billy gekümmert hatte. Neben Vicky sind noch das achtjährige Pony Tanja mit der neun Monate alten Tochter Josie auf der Weide. Josie und Billy sind zusammen aufgewachsen und mochten sich sehr.

Besitzer der drei verbliebenen Pferde ist Gerd Tepasse. Auch er ist erschüttert darüber, wie Billy zu Tode gekommen ist. Erst vor einem Monat hatte er Billy Karoline Hagemann zum Geburtstag geschenkt. „Was sind das nur für schreckliche Menschen, die einem Fohlen so etwas antun?“, fragt sich Jana, und Nadine stehen Tränen in den Augen, sie kann da gar nichts sagen.

„Billy war von Geburt an ein Sorgenkind, weil er einen sehr empfindlichen Magen und Darmprobleme hatte“, erzählt Hagemann. Doch zusammen mit Melanie Merker und den beiden Mädchen ist es gelungen, den bedenklichen Zustand des Tieres mit viel Geduld, Medikamenten, speziellem Futter, Kräutern und Anwendungen in Griff zu bekommen. „Billy war gerade wieder kerngesund, obwohl der Tierarzt anfangs keine Chancen sah, das Leben des Zwerg-Shetty-Ponys zu erhalten“, berichtet Melanie Merker. „Wir mussten allerdings darauf achten, dass er sein Diätfutter frisst und nichts Verkehrtes aufnimmt.“

Totes Pony: Deutlich zu erkennen, der aufgeblähte Bauch des Fohlens Billy, das qualvoll verendete.

Es sei auch nicht das erste Mal, dass auf der Weide faule Äpfel, schimmeliges Brot und Küchenabfälle gefunden wurden. Doch man habe dies immer rechtzeitig entfernt. Viele Menschen würden glauben, dass Pferde dies alles fressen, dabei seien die Ponys sehr empfindlich und dürfen nur Futter, was in Ordnung ist.

„Ich werfe dem Verursacher noch nicht einmal Vorsatz oder Boshaftigkeit vor“, betont Merker. „Es ist Unwissenheit, aber es sollen einfach die Hinweise auf den Schildern befolgt werden."

Es ginge auch gar nicht nur um diese Ponys, auch andere Besitzer von Pferden haben das Problem der illegalen Fütterung. „Wir sind deshalb an die Öffentlichkeit gegangen, um ein Zeichen zu setzen und aufzuklären, dass das Füttern von fremden Pferden ein so trauriges Ende haben kann“, sagt Melanie Merker. Natürlich hoffe man, dass sich das viele Menschen zu Herzen nehmen und sich daran halten.

Von Petra Siebert

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