Reinhardswald

Der Reinhardswald hat Geburtstag

Heinrich II. schenkt dem Bistum Paderborn einen Forst: Aus: Die Urkunden der Deutschen Könige und Kaiser im Staatsarchiv zu Münster.

Reinhardswald – 1000 Jahre Reinhardswald: Im Jubiläumsjahr sind unter anderem Wanderungen geplant

Es war der 15. Dezember 1019, als der römisch-deutsche Kaiser Heinrich II. befahl, eine Urkunde mit seinem Siegel zu kennzeichnen. Das kaiserliche Schriftstück beinhaltete die Schenkung eines Forstes, nahe bei dem Ort Reinersen und begrenzt durch Fulda und Weser.

Heinrich II. schenkt dem Bistum Paderborn einen Forst: Aus: Die Urkunden der Deutschen Könige und Kaiser im Staatsarchiv zu Münster.

Beschrieben war damit nichts anderes als der Reinhardswald in seinem südlichen Teil. Die Schenkung an das Bistum Paderborn ist die erste urkundliche Erwähnung des heute größten zusammenhängenden hessischen Waldgebietes.

Reinhardswaldexperte wies auf den Geburtstag hin 

Auf das historische Datum aufmerksam gemacht worden war Hermann-Josef Rapp, der bekannte Reinhardswald- und Naturschutzexperte, von dem Hann. Mündener Martin Czichelski. 

Der stellvertretende Vorsitzende des Mündener Geschichtsvereins Sydekum hatte durch die Recherchen seines Vereins Kenntnis von der Urkunde und dem besonderen Datum. 

„Der Grenzverlauf, der in der Urkunde beschrieben wird, hat seit 1000 Jahren Bestand“, sagt Czichelski, „heute ist es die Landesgrenze von Hessen und Niedersachsen.“

Weitere Veranstaltungen sind im Jubiläumsjahr geplant 

Hermann-Josef Rapp sorgte nach dem Gespräch mit Czichelski dann dafür, dass das Jubiläum auch bei anderen Freunden des Reinhardswaldes sowie beim Forstamt Reinhardshagen in Erinnerung gerufen wurde.

Das Aktionsbündnis Märchenland will das Jubiläumsjahr zum Anlass nehmen, „um auf die Einzigartigkeit und Schönheit des Reinhardswaldes aufmerksam zu machen“, sagten Klaus Becker und Oliver Penner im Gespräch mit unserer Zeitung. 

Deshalb plane das Bündnis eigene Veranstaltungen mit Ausstellungen, Wanderungen und Informationsabenden. Erste Gelegenheit werde eine Ausstellung der Leipziger Künstler Helge Hommes und Saxana im Urwald sein. 

Michael Jaeschke, Initiator der Galerie Weserstraße 12 in Oedelsheim, will großformatige Fotos aus dem Reinhardswald in einer Ausstellung präsentieren. Eines seiner Fotos diente kürzlich als Aufmacherfoto im Magazin „Geo“, das sich mit dem Reinhardswald befasste. 

Zudem will Jaeschke einen Fotokalender mit Reinhardswaldmotiven herausgeben.

1000 Jahre Reinhardswald

Zum Jubiläum hat das Bündnis ein eigenes Logo „1000 Jahre Reinhardswald 1019-2019“ erstellt. Dies könne Betrieben und Organisationen gerne zur Verfügung gestellt werden, sagen Becker und Penner.

Auch für die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) ist das Jubiläum Anlass für eine große Veranstaltung am 28. Juni. 

„Dabei soll es ausschließlich um die Würdigung unseres einzigartigen Waldgebietes gehen“, sagt SDW-Landes- und Kreisvorsitzender Bernhard Klug. 

Themen wie die Entwicklung von Flora und Fauna, die besondere Archäologie und auch die unterschiedlichen Nutzungsansprüche an den Wald im 21. Jahrhundert sollen dabei thematisiert werden. 

Eingeladen werden sollten bekannte hessische Forstleute sowie Entscheidungsträger aus der Region.

Das Forstamt Reinhardshagen teilte mit, dass auch Leiter Dr. Markus Ziegeler am 28. Juni einen Vortrag halten werde.

Neues Logo zum Geburtstag

Hermann-Josef Rapp, bekannt als die Stimme des Reinhardswaldes.

Vor 1000 Jahren wurde der Reinhardswald erstmals urkundlich erwähnt. Auf das historische Datum wurde Hermann-Josef Rapp, bekannt als die Stimme des Reinhardswaldes, von dem Hobbyhistoriker Martin Czichelski aufmerksam gemacht. Das Aktionsbündnis Märchenland hat das Logo zum Geburtstag entworfen.

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