Reinhardswald soll Naturpark werden: Gezerre um Urheberschaft

Dass der Reinhardswald Naturpark werden kann - das ging wie ein Lauffeuer durch die Nordspitze. Gleichzeitig begann das Gezanke, wer für die gute Nachricht verantwortlich ist.

Steffi Weinert, Grünen-Sprecherin im Kreistag, hatte die Pläne der schwarz-grünen Koalition in Wiesbaden als Erstes öffentlich gemacht. Ein Naturpark Reinhardswald - das sei klar Verdienst der Grünen, machte sie klar: Erst auf weiteres Nachhaken der Grünen im Kreistag seien die Parteien auf Landesebene tätig geworden.

Etwas kurios kam die CDU daher: „Die CDU-Fraktion im Kasseler Kreistag begrüßt die Absicht der Hessischen Landesregierung, durch einen Gesetzesänderung die Voraussetzungen für die Ausweisung eines Naturparks Reinhardswald zu schaffen“, erklärt Fraktionsvorsitzender Frank Williges. Eine offizielle Bestätigung der Landesparteien lag zu diesem Zeitpunkt aber gar nicht vor - die Mitteilung der Christdemokraten hing deshalb etwas in der Luft.

Dass die schwarz-gelbe Landesregierung vor vier Jahren „Nein“ zu einem Naturpark Reinhardswald gesagt hatte und nun die CDU den Kurswechsel offenbar als eigenen Verdienst reklamierte, brachte die Sozialdemokraten auf die Barrikaden. „Dieser Ablauf könnte einen auf die Idee bringen, dass man dieses für die Region so wichtige Thema für politische Zwecke missbraucht“, sagte Landrat Uwe Schmidt (SPD).

Lob für die Idee, aber Kritik an der konkreten Ausführung gibt es von den Windkraftkritikern an der Oberweser: „Obwohl mehrere Windparks, nach meinem Verständnis, durchaus den Wald zerschneiden, hat man vorsorglich bereits festgelegt, dass solche sogenannten punktuelle Infrastruktur-Einrichtungen für die Unzerschnittenheit nicht relevant seien“, sagte Klaus Becker aus Gieselwerder. Oliver Penner (Lippoldsberg) erklärte, dass Mitarbeiter des Regierungspräsidiums bereits vorsorglich darauf hingewiesen hätten, dass ein Naturpark ausdrücklich kein Ausschluss-Kriterium für Windräder sei.

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