Bürgerinitiative: Es ist noch nichts entschieden

Windparkgegner wollen bei Offenlegung Bürgern bei Stellungnahmen helfen

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Großes Interesse: Das Fährhaus in Oedelsheim war bei der Bürgerversammlung zur Windkraft voll besetzt. 

Die Windpark Reinhardswald GmbH plant, einen Windpark mit 20 Anlagen zu errichten. Entschieden ist nichts. Die Bürgerinitiative Oberweser-Bramwald ruft zum Widerstand auf. 

Es ist noch nichts entschieden: „Jeder kann noch einen Beitrag zur Verhinderung der Zerstörung des Reinhardswaldes leisten.“  Das war das Fazit, das die Bürgerinitiative Oberweser-Bramwald nach einer Informationsveranstaltung zum Stand der Windkraftplanungen im Reinhardswald im Oedelsheimer Fährhaus zog.

BI-Sprecherin Gabriele Niehaus-Uebel wies darauf hin, dass im Zuge des derzeit beginnenden Genehmigungsverfahrens beim RP Kassel nach dem Bundes-Immissionsschutz-Gesetz (BImSchG)) für den „Windpark Reinhardswald“ jeder Bürger Einwendungen und Stellungnahmen im Rahmen der Offenlegung der Antragsunterlagen einbringen kann.

Windpark mit 20 Anlagen im Reinhardswald geplant

Die Windpark Reinhardswald GmbH & Co KG plant, im Reinhardswald zwischen Gottsbüren, Gieselwerder und Oedelsheim einen Windpark mit 20 Anlagen mit einer Höhe von 240 Metern zu errichten. Es wird erwartet, dass das Regierungspräsidium bis zum Sommer nächsten Jahres über den BImSchG-Antrag entscheidet.

„Die durch Sturm entstandenen Freiflächen sind keineswegs ,gestörte’ Flächen, wie seitens der Windparkbetreiber behauptet wird“, sagte Niehaus-Uebel. Bilder zeigten, welch regeneratives Naturpotenzial in den angeblich gestörten Flächen stecke. Die BI-Sprecherin erinnerte an die Funktionen und Leistungen von einem Hektar Wald: So würden auf einer solchen Fläche durchschnittlich etwa zehn Tonnen CO²- pro Jahr gebunden und 1500 Kubikmeter Grundwasser neu gebildet. Eine Grundfläche von einem Hektar nimmt indes auch der Bau eines Windrades in Anspruch.

Schutzgemeinschaft Deutscher Wald: Nicht kaufen lassen

Der Landesvorsitzende der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW), Bernhard Klug, schilderte die allgemeine Situation der heimischen Wälder in Verbindung mit der drohenden Industrialisierung des Reinhardswaldes. 

„Die SDW Hessen wird sich weiterhin vehement gegen die Waldzerstörung durch Windkraftanlagen einsetzen. Wir schrecken auch vor Klagen nicht zurück“, sagte Klug. Man werde sich im Gegensatz zu anderen Umweltverbänden auch nicht kaufen lassen.

Info: Die BI bietet Bürgern, die Stellungnahmen zur Windparkplanung abgeben wollen, Unterstützung an. Nach Offenlegung gibt es einen weiteren Infoabend. www.buergerinitiative-oberweser-bramwald.de

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