Der Reinhardswald-Wolf ist tot - Tier verendete im Wald

Sababurg/Reinhardshagen. Der Wolf ist tot. Der vor fünf Jahren aus der Lausitz in den Reinhardswald eingewanderte Wolfsrüde ist am Mittwoch östlich der Sababurg von Waldarbeitern des Forstamtes Reinhardshagen verendet aufgefunden worden.

„Das Tier ist mindestens schon einen Monat tot, vermutlich sogar schon etwas länger“, sagt Forstamtsleiter Dr. Norbert Teuwsen.

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Lebend war der Rüde zuletzt am 17. Januar am Ortsrand von Gottsbüren von einem Schafhalter gesehen worden. Die Überreste des Reinhardswald-Wolfes sind für eine veterinärmedizinische Untersuchung geborgen worden, teilte das hessische Umweltministerium mit.

Zeichen äußerer Gewalteinwirkung seien an dem stark in Verwesung befindlichen Kadaver nicht gefunden worden. Doch Dr. Teuwsen, der sich seit Jahren intensiv mit dem Wolf befasst hatte, hält einen natürlichen Tod für unwahrscheinlich. Dazu sei das Tier mit etwa sieben Jahren noch zu jung gewesen. Zudem galt der Reinhardswald-Wolf als außergewöhnlich kräftiger Rüde. „Der hatte ein Erlebnis“, vermutet Teuwsen und ist gespannt auf das Untersuchungsergebnis.

Auch an Nahrung kann es dem Großraubtier nicht gemangelt haben. Gerade jetzt gebe es Wildschwein-Frischlinge mehr als genug, so Teuwsen. Da habe es der Wolf nicht mehr nötig gehabt, außerhalb des Waldes auf Jagd nach Schafen und Ziegen zu gehen.

Aus Sicht des Arten- und Naturschutzes war die Besiedelung des Reinhardswaldes durch einen Wolf eine noch vor zehn Jahren unvorstellbare Sensation. „Das Land Hessen bekannte sich offensiv zum Wolf und begrüßte seine Zuwanderung“, heißt es in einer Erklärung des Umweltministeriums. Informationsveranstaltungen und zahlreiche Medienberichte hätten die anfänglichen Vorbehalte der Bevölkerung gegen den Wolf entschärft.

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