Unverständnis über Gesetze für die Aufstellung von Richtfunkmasten

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Streitobjekt: Rechts von Karsten Heide, direkt an seinem Grundstück, steht seit kurzem ein Funkmast. Er durfte wegen der unter Naturschutz stehen Eiche (links) nicht ein paar Meter Richtung Straße gesetzt werden.

Grebenstein. Unverständnis über die gesetzlichen Vorschriften bei der Aufstellung von Richtfunkmasten hat der Schachtener Karsten Heide. Direkt an seiner Grundstücksgrenze wurde so ein Masten errichtet. Politisch wurde die Sache jetzt, da die FDP in der Stadtverordnetenversammlung den Antrag stellte, sich für eine Verlegung des Mastens einzusetzen.

Der Antrag fand zwar, gegen die Stimmen der CDU, eine breite Mehrheit, doch Chancen, dass der Masten verlegt wird, gibt es vermutlich kaum, wie Bürgermeister Danny Sutor erläuterte.

Heike Giede-Jeppe begründete den Antrag damit, dass es schwer nachvollziehbar sei, dass Richtfunkmasten zu Naturdenkmälern einen Abstand haben müssten. Genau aus diesem Grund, um einen Abstand zu einem Baum zu wahren, sei der Mast nämlich an der Grundstücksgrenze von Heide aufgestellt worden.

Wie Käfer auf Brücke

Dies seien eben die gesetzlichen Vorgaben, so Sutor. Die Stadt habe hier keinen Einfluss. Aufgrund der topographischen Lage Schachtens hätte es keine anderen Alternativen zu diesem Standort gegeben. Mängel räumte er höchstens in der Informationspolitik der Stadt ein. Zur Strahlungsbelastung durch Richtfunk zitierte der Verwaltungschef aus einem Schreiben der Betreiberfirma. Danach würden die zulässigen Höchstwerte um ein Millionenfaches unterschritten. Um diese Größenordnung plastisch darzustellen, bemühte die Firma einen Vergleich mit einem Brückenbauwerk.

Wenn eine Brücke für zehn Tonnen Belastung freigegeben werde und ein Käfer laufe drüber, dann entspreche dies dem gleichen Verhältnis wie der zulässigen Strahlenbelastung und der tatsächlichen Belastung, die im Garten von Heide auftreten. Im Haus von Heide sei die Belastung noch weitaus geringer; nämlich so hoch, als wenn eine Fliege über die Brücke krabble.

Heide kann angesichts dieses Vergleichs nur den Kopf schütteln: „Die rechnen das natürlich schön.“ Sie seien der Belastung aber Tag für Tag ausgesetzt, sagt er - und ihr Kind auch. Dabei geht es Heide nicht um die Belastung allein. So lange kein Mobilfunk an dem Masten sei, wäre das in Ordnung. Vielmehr geht es ihm um die Aussicht, die ihm da verbaut wurde. Er und seine Frau hätten sich für dieses Haus, wegen der freien Sicht entschieden. Man habe ihm gesagt, der Masten müsse genau da stehen, weil er Richtung Schöneberg (zum nächsten Masten) ausgerichtet werden müsse.

Heide fragt sich, ob das nicht auch ein paar Meter weiter – auf der Bergkuppe Richtung Flughafen – möglich gewesen wäre. Er hat sich entschlossen, einen Mammutbaum vor das Bauwerk zu pflanzen, so dass es irgendwann aus ihrem Sichtbereich verschwindet. Denn dass der Masten versetzt wird, ist unwahrscheinlich. Die Kosten dafür seien zu hoch, vermutet Sutor. (mrß/zrk)

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