In Hofgeismar geht es um die Frage, ob der Bürgermeister eine Mehrheit bekommt

Ringen um die Oberhand

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Hofgeismar. Bekommt Bürgermeister Markus Mannsbarth (SPD) wieder eine eigene Mehrheit oder muss er weiter damit leben, dass eine bürgerliche Mehrheit eigene Projekte durchbringen und ihm Stöcke zwischen die Beine werfen kann? Das wird die wichtigste Frage zur Kommunalwahl in Hofgeismar sein.

Nach dem Abschied des Altbürgermeisters Heinrich Sattlers hatten sich alte Fronten aufgelöst: Linke und WSD, für die Sattler eine Reizfigur war, standen als Partner wieder bereit. Zwar gibt es kein offizielles Bündnis mit CDU und WSD, doch viele Abstimmungen zeigen, dass sich zwei Blöcke gebildet haben: ein sozialdemokratisches/linkes Lager und ein bürgerliches mit CDU, WSD und FDP.

Dass das bürgerliche eine knappe Mehrheit hat, hat Bürgermeister Markus Mannsbarth mehrfach schmerzhaft erfahren müssen: beispielsweise beim Austritt aus der Energiegenossenschaft Reinhardswald, einem Konzept für den Internetausbau in den Ortsteilen und der Debatte um den RRX-Zug.

CDU

Die CDU ist nicht völlig auf einem anderen Kurs als die SPD: Man hat eigene Vorstellungen, ist aber oft kompromissbereit. In Sachen RRX beispielsweise bremste sie zwar, stimmte später aber doch zu. Man hatte gesehen, was auf dem Spiel stand. Kontur versuchen die Christdemokraten mit klarer Ablehnung von Windkraft im Reinhardswald zu gewinnen. Seit dem Weggang Sattlers sind Stadtverbandschef Maik Sembowski und Fraktionschef Gotthard Brand die Gesichter der Partei.

WSD

Die Wählergemeinschaft Soziale Demokraten grenzt sich am deutlichsten von den anderen Parteien ab. Man stimmt oft mit der CDU zusammen, bleibt aber bei der eigenen Position, wenn die Christdemokraten umschwenken. Die WSD zeigt sich kompromisslos, formuliert Kritik laut und pointiert. Von der Ein-Mann-Show Jürgen Knaufs entfernt sich die WSD langsam, Stefan Dworak tritt öfter öffentlich auf.

LINKE

Die Hofgeismarer Linke gibt sich moderater. Unvergessen sind die Rededuelle zwischen Christian Knoche und dem Altbürgermeister Sattler. Ohne Sattler ist die Linke zwar weiter aktiv, vertritt ihre Ansichten aber wesentlich unaufgeregter.

SPD

Die SPD hat seit dem Wahlsieg Oberwasser. Dass ihr Bürgermeister populär ist, sieht offenbar auch die Opposition so. So gab es Aufregung um das Gerücht, Mannsbarth stehe auf der Wahlliste zur Kommunalwahl. Dieser Schachzug hätte zusätzliche Stimmen bringen können, ist aber umstritten, weil Bürgermeister nicht als Stadtverordnete wählbar sind. Doch die SPD hat offenbar genug Selbstvertrauen, um darauf zu verzichten. Omnipräsent ist Fraktionschef Peter Nissen. Bürgermeister Mannsbarth nimmt sich bei politischen Grabenkämpfen zurück.

FDP

Die Hofgeismarer FDP kämpft mit ihrer personellen Schwäche: Der einzige Stadtverordnete Reinhard Priem ist Einzelkämpfer, aber immer für ein klares Statement gut.

Von Göran Gehlen

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