Erschlagene Tiere aufgefunden

Rotmilan fällt besonders oft Windrädern zum Opfer

Roter Milan bei Hombressen: Die Raubvögel sind besonders gefährdet durch Windkraftanlagen. Über die Gründe rätseln Vogelforscher noch. Archivbild: Hassenpflug/privat
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Roter Milan bei Hombressen: Die Raubvögel sind besonders gefährdet durch Windkraftanlagen. Über die Gründe rätseln Vogelforscher noch. Archivbild: Hassenpflug/privat

Reinhardswald. „Der Rotmilan hat Symbolkraft", bestätigt Hermann-Josef Rapp. Der frühere Förster ist heute Naturschützer und als „die Stimme des Reinhardswaldes" bekannt. Er setzt sich gegen den Bau von Windkraftanlagen in der Nordspitze ein und hat auch die Rotmilankartierung organisiert.

„Wir wollten die Datenbasis absichern“, sagen Rapp und seine Mitstreiter. Denn bisher habe der Grundsatz gegolten: Es gibt keine Zahlen, also gibt es auch kaum Rotmilane in der Nordspitze. Doch das Ergebnis habe selbst die Naturschützer überrascht: Überall tauchten die Vögel auf - immer wieder. „Mit so stabilen Verhältnissen hätten wir nicht gerechnet“, sagen sie.

Sie betonen sauber gearbeitet zu haben. So sprachen sich die 66 Vögelbeobachter nicht ab. Alles sei dokumentiert worden.

Beim Kampf gegen die Windräder im Wald könnte sich der seltene Rotmilan als wertvoller Verbündeter erweisen: Immer wieder fallen die Vögel den Windrädern zum Opfer, werden erschlagen aufgefunden. Warum gerade der Milan so oft gegen die Anlagen fliegt, darüber wird noch gerätselt.

Der Vogel ist laut Hans-Jürgen Schwabe vom Nabu Hofgeismar in Europa geschützt. Windkraftanlagen seien nur mit Mindestabstand zu den Horsten erlaubt. „Die Windräder sorgen zudem dafür, dass die Vögel die Gegend meiden.“ Am liebsten hätten es die Naturschützer gesehen, wenn das Regierungspräsidium (RP) selbst diese Erhebung gemacht hätte. Doch da dies nicht erfolgt sei, habe man den Ball aufgegriffen.

Die Reaktion: Interesse und Dank. Man habe den Eindruck gehabt, ernstgenommen zu werden. Auch RP-Sprecher Michael Conrad betonte, dass man solche Daten brauche.

Momentan sehen die Naturschützer die Lage noch relativ entspannt. Ernst werde es erst, wenn konkrete Anlagen geplant seien. Dann müsse nämlich nachgewiesen werden, dass der Rotmilan dort lebt. Sie sagen: „Es steht verdammt viel auf dem Spiel.“

Die Naturschützer gehen zudem von weiteren großen Beständen des Raubvogels im Kreisteil aus: „Was für den Reinhardswald gilt, gilt auch für den Diemelraum.“ Sollten Windkraftanlagen am Hofgeismarer Heuberg entstehen, könnte also auch dort der Rotmilan eine Rolle spielen.

www.hgon-kassel.de

www.nabu-hofgeismar.de

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