Rübenernte: Trotz Startschwierigkeiten durchschnittliche Erträge

Die Zuckerrübenkampagne läuft auf Hochtouren: Verbands-Geschäftsführer Rüdiger Nagel, Landwirt Christian Hartje, Kreislandwirt Reinhard Rudolph sowie Ralf Desel und Stefan Strube vom Regionalbauernverband (von links) beobachten am Mittwoch auf einem Grebensteiner Feld die Verladearbeit der Rübenmaus von Wolfgang Kersting. Foto:  Henke

Landwirte der Region erwarten rund 77 Tonnen Zuckerrüben pro Hektar. Starkregen und Trockenheit machte den Pflanzen in diesem Jahr zu schaffen.

Grebenstein. Im Frühjahr hatte Starkregen mancherorts die Felder dermaßen verschlammt und verdichtet, dass die gerade gesäten Zuckerrüben nicht oder nur teilweise durch den Boden dringen und „auflaufen“ konnten. Mancher Landwirt brach daraufhin den Acker noch mal um und drillte neu. Im Juni und Juli war es dann die Trockenheit, die den Pflanzen zu schaffen machte. Aber als Mitte August dann ausreichend Niederschläge einsetzten, holte die Rübe auf und gedieh noch ganz ordentlich.

Rüdiger Nagel, Geschäftsführer des Verbands der Zuckerrübenanbauer Kassel, ist zuversichtlich, dass der Ertrag in unserer Region bei 77 Tonnen pro Hektar liegen wird. Das ist zwar nicht so viel wie im vergangenen Jahr, als pro Hektar durchschnittlich 84,6 Tonnen geerntet wurden, aber genau der dem langjährigen Mittel entsprechende Ertrag.

Mit einem solchen Ergebnis rechnet auch Christian Hartje, der in diesem Jahr auf 32 Hektar Zuckerrüben ausgesät hat. Der Grebensteiner, stellvertretender Verbandsvorsitzender, sagt, die Region sei mit dem Wetter noch glimpflich davongekommen. Die meisten Böden hier seien so gut, dass der Rübenanbau sich weiter lohne. Hartje empfiehlt deshalb den Verbandsmitgliedern, auch über das Jahr 2017 hinaus am Zuckerrübenanbau festzuhalten. Dann nämlich fallen in Europa - ebenso wie bei der Milch - die Quoten für Zuckerrüben. Möglich dass dann mit dem Auslaufen der bisherigen Zuckermarktordnung das Angebot steigen wird und die Preise fallen. Der Wettbewerbsdruck für jeden einzelnen Betrieb dürfte dann steigen.

Auf rund 1000 Hektar haben 175 Landwirte im Landkreis Kassel in diesem Jahr Zuckerrüben angebaut. Die Anbaufläche reduzierte sich damit entsprechend der EU-weiten Quotenregelung um zehn Prozent.

Seit dem 5. Oktober werden die gerodeten Rüben in der Zuckerfabrik Warburg angenommen. Die Kampagne läuft derzeit auf Hochtouren. Garant dafür, dass täglich genug Rüben-Tonnage in Warburg ankommt, ist Wolfgang Kersting mit seiner Rübenmaus. Die riesige Verlademaschine ist täglich 16 Stunden im Einsatz und belädt in dieser Zeit rund 100 Lkw mit jeweils bis zu 27 Tonnen Rüben.

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