Flüchtlinge gehen im Tierpark Sababurg mit Ziegen auf Tuchfühlung

Besuch bei den Tieren: Vizelandrätin Susanne Selbert zog mit einer Gruppe von 40 Flüchtlingen am Wochenende durch den Park. Für den Ausflug hatte sich die Gruppe bewusst für das Frühlingsfest entschieden, welches sie ebenfalls besuchten. Fotos: Temme

Sababurg. Wenn ein Afrikaner das erste Mal einen Elch hautnah erlebt, kann das ein unvergessliches Erlebnis sein.

Staunende Augen gab es reichlich im Tierpark Sababurg, wohin Vizelandrätin Susanne Selbert mit einer Gruppe von Flüchtlingen aus dem Landkreis Kassel einen Ausflug unternahm.

40 Frauen und Männer, die derzeit in Calden, Vellmar, Fuldatal und Niestetal untergebracht sind, nahmen an der Tour durch den Park teil. Mit dabei war auch Amir Eafani, der erst vor drei Monaten nach Deutschland kam. „In meiner Heimat wurde es zu gefährlich für mich, da ich zum Christentum konvertiert bin“, erklärte der 32-jährige Iraner.

Er habe sich für Deutschland entschieden, da er in seiner Heimat als Ingenieur gearbeitet hat und glaubt, hier gut Arbeit finden zu können. Ein Vorurteil gegenüber den Deutschen konnte er in seiner ersten Zeit schon ablegen: „Ich dachte immer, dass die Leute hier kaltherzig sind, sie sind aber sehr freundlich und aufgeschlossen.“

Stopp bei den Hängebauchschweinen: Nachdem die Gruppe den Kinderzoo besucht hatte, ging es mit der Bahn hoch zur Elchlodge. Oliver Ulloth, der zum Unterstützerkreis der Vellmarer Einrichtung gehört, hatte die Idee den Park zu besuchen.

Die Vizelandrätin gab Auskunft über die verschiedenen Tierarten und nahm sich viel Zeit für persönliche Gespräche. Besonders gut kamen bei den Flüchtlingen nicht nur die Elche an, auch die dazugehörige Elchlodge punktete. „So ein Haus hatten die meisten noch nie gesehen - vor allem die dicken Stämme beeindruckten viele“, sagte Oliver Ulloth, der als Halbiraner Selberts Ausführungen in Farsi übersetzte. Ulloth gehört zum Unterstützerkreis der Vellmarer Einrichtung und regte zu dem Tierparkbesuch an.

Nach der Tour durch den Park hatten die Teilnehmer noch Gelegenheit, den Frühlingsmarkt zu besuchen, wo es für die Menschen aus Somalia, Serbien, Afghanistan, dem Iran und Albanien auch einiges zu entdecken gab.

Insgesamt gibt es derzeit im Landkreis Kassel 15 Gemeinschaftsunterkünfte für Flüchtlinge. Bis zum Jahresende werden mindestens noch fünf weitere hinzukommen. Auch in den kommenden Jahren wird die Flüchtlingsproblematik den Landkreis Kassel fordern.

„Wir werden noch viele weitere Unterbringungsmöglichkeiten schaffen müssen“, erklärte Selbert, aktuell kämen rund 30 Flüchtlinge pro Woche in den Landkreis, doch diese Zahl könne schnell wachsen. (zta)

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