"Märchen-Food-Truck" sorgt für die Verpflegung 

Kostenlos in die Sababurg: Führungen wegen Bauarbeiten nur am Wochenende

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Geöffnet trotz Baustelle: An Wochenenden sorgt ein mobiler Imbisswagen von Steffen Heusner (im Wagen) mit märchenhaften Gerichtskreationen für die Verpflegung der Besucher. Das neue Konzept stellten gestern (von links): Benjamin Schäfer, Bürgermeister Markus Mannsbarth, die Schauspieler Isabelle Heathcote und Jens Meyer sowie Wilfried Eckart (hinten) vor.

Sababurg. Trotz der Sanierungsarbeiten am Gebäude bleibt die Sababurg ein Ausflugsziel, wenn auch vorübergehend mit eingeschränktem Programm.

Die Stadt Hofgeismar hat sich die Namens- und Bildrechte am Dornröschenschloss Sababurg beim Patentamt München schützen lassen und arbeitet gemeinsam mit dem Landkreis Kassel und dem Land Hessen daran, dass die Sababurg als Reiseziel Nummer eins an der Deutschen Märchensprache im Geschäft bleibt. 

Bei einem Ortstermin im Burghof unterstrichen Hofgeismars Bürgermeister Markus Mannsbarth, Märchenstraßen-Geschäftsführer Benjamin Schäfer und Verkehrsvereinsvorsitzender Wilfried Eckart gestern, dass man am Werbekonzept der Sababurg als Dornröschenschloss festhalte. Die Burganlage bleibt wegen der Bauarbeiten an Werktagen geschlossen, ist dafür aber bei schönem Wetter vorerst bis Ende Oktober an Samstagen, Sonntagen und Feiertagen von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Gleichzeitig steht ein Imbisswagen bereit, der herzhafte Speisen sowie Kaffee und Kuchen anbietet. 

„Dornröschen schläft nicht“, kommentierte Bürgermeister Mannsbarth die Tatsache, dass es noch bis Ende Oktober jeweils sonntags ab 14 Uhr eine kostenlose Märchenvorführung gibt. Die weitere Entwicklung hängt davon ab, wie genau das Sanierungskonzept des Landes aussieht, das bis Ende September feststehen soll. Derzeit ist ein Gerüst aufgebaut, damit die beschädigte und im Vorjahr abgetragene Dachhaube des Westturmes wieder montiert werden kann. Anschließend soll das Hotel- und Restaurantgebäude saniert und modernisiert werden. 

Weiter beliebt: Täglich kommen Besucher zur Sababurg, obwohl Besichtigungen nur am Wochenende möglich sind.

Da internationale Werbung eineinhalb Jahre Vorlauf brauche, sei es wichtig, dass möglichst rasch ein Wiedereröffnungstermin für den Hotel- und Restaurantkomplex in der Burg festgelegt wird, sagt Schäfer.

Neue Angebote für die Wochenenden

„Es freut uns, dass es jetzt wieder positive Nachrichten gibt“, meint Benjamin Schäfer, Geschäftsführer des Vereins Deutsche Märchenstraße in Kassel über die Sababurg. Die Ferienroute reicht von Hanau bis Bremen und bietet viele Reiseziele, doch die Sababurg sei ein Leuchtturm, der unverzichtbar sei. Die Burganlage sei das Symbol für Dornröschen und die Märchenstraße schlechthin. Da sei man sich auch mit dem Land Hessen einig, dass es hier weitergehen müsse.

Grund für die Bemühungen um mehr Aufmerksamkeit sind die dringend nötigen Sanierungsarbeiten am Gebäude, wegen derer auch der Vertrag mit den bisherigen Pächtern gekündigt wurde (wir berichteten mehrfach). Erst wenn das endgültige Sanierungskonzept und der Zeitplan feststehen, könne man Aussagen zum künftigen Betrieb machen, kommentierte Bürgermeister Markus Mannsbarth den bisherigen Stand der Besprechungen mit dem Land Hessen.

Das Land sei auf jeden Fall sehr aufgeschlossen und unterstütze die aktuellen Aktivitäten intensiv. Die Märchenaufführungen gibt es noch bis Ende Oktober und dann wieder im nächsten Jahr. Die beiden Kasseler Schauspieler Isabelle Heathcote und Jens Meyer haben das bekannte Dornröschen-Märchen etwa überarbeitet, sodass das Märchen zwar im Grunde erhalten blieb, der Prinz aber neugierige Fragen stellt, sodass eine auch für Erwachsene spannende und neue Ebene hinzukommt. Man sei mit dem Land im Gespräch über eine ganze Reihe von Veranstaltungen für 2019, sagte Mannsbarth.

Der im Frühjahr unter Regie der früheren Pächter ausgeräumte Rosengarten ist wieder hergestellt und lockte schon in den vergangenen Wochen mit einer bunten Blütenpracht.

Obwohl das zunächst geprüft wurde, kann die Burganlage wegen der Bauarbeiten nicht an Werktagen geöffnet werden, sondern aus Sicherheitsgründen nur an Wochenenden und Feiertagen. Dennoch stehen täglich Besucher vor dem Burgtor und machen Fotos von den typischen Burg-umrissen, die aus zahllosen Veröffentlichungen weltweit bekannt sind.

Es lief nach Angaben des Gastronomen Steffen Heusner, der den Imbisswagen seit dem Sommer betreibt, anfangs etwas schleppend an. Doch inzwischen sind es an den Wochenenden derzeit täglich mehrere hundert Besucher, die die Anlage besichtigen. Besonders häufig vertreten sind Touristen aus Spanien, Italien, Kanada, USA, Australien, Südkorea, Japan und China. Das touristische Angebot ist auch wieder komplett da mit Rundgang auf der Burgmauer, Rosengarten- und Kräutergarten, Aussicht in Tierpark und Reinhardswald, mit Turmbesteigung und Palasbesichtigung, und jetzt auch noch gratis. „Nur Hotel und Restaurant fehlen derzeit, doch die waren früher auch nicht zu besichtigen“. Dafür gibt es weiterhin die Kaffeeterrasse und Gerichte wie Schmandfladen und Sterntaler und demnächst wahrscheinlich Zwiebelkuchen. Die weitere Entwicklung hängt vom Wetter ab und wie die Resonanz ist. Heusner überlegt noch, ob es auch Winterangebote geben soll.

Ende September soll es neue Erkenntnisse zum Sanierungsfortgang und Zeitplan geben. Danach könne man auch über die Pächterfrage nachdenken, heißt es.

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