Reaktion auf Protestbrief

Landrat bietet Sababurg-Mitarbeitern Hilfe bei der Stellensuche an

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Soll Ende 2018 schließen: Das Dornröschenschloss.

Sababurg. In einer Reaktion auf den Offenen Brief der Mitarbeiter des Schlosshotels Sababurg wegen der zum Jahresende anstehenden Schließung hat der Kasseler Landrat Uwe Schmidt Hilfe angeboten beim Bemühen um neue Arbeitsstellen für die 25 Mitarbeiter.

Schmidt will in den nächsten Tagen Kontakt mit der Industrie- und Handelskammer Kassel-Marburg aufnehmen, um den Auszubildenden und Mitarbeitern bei der Suche nach neuen Arbeitsstellen zu helfen. Zudem könnten die Auszubildenden ein Landesförderprogramm nutzen, das beim Abschluss der Ausbildung hilft, falls der Lehrbetrieb schließt. Bei der Antragstellung helfe das Regierungspräsidium als Anlaufstelle.

Es gebe seitens des Kreises und des Landrats keine Festlegungen, „ob und wie der Landkreis sich eine Verantwortungsübernahme für die Saba-burg vorstellen könnte“. Für den Kreis gelte aber wie für jeden privaten Betreiber, dass es ohne wirtschaftliche Tragfähigkeit keine Perspektive für den Erhalt des Hotel- und Gastronomiebetriebs gebe. Insofern sei die 2,3-Millionen--Euro-Investition des Landes in die Burgsanierung ein positives Signal.

Die Betroffenheit der Beschäftigten und deren Bemühen um einen Weiterbetrieb kann auch Hofgeismars Bürgermeister Markus Mannsbarth nachvollziehen, der selbst erst aus der HNA von der Pachtvertragskündigung zum Jahresende erfuhr. Die Stadt habe das Ministerium in Wiesbaden bereits angeschrieben, um zu erfahren, wie es zu einer 20-monatigen Schließung komme.

Auch die Stadt Hofgeismar sei direkt betroffen durch das Standesamt auf der Sababurg. Man wisse zum Beispiel noch nicht, bis wann noch Trauungen möglich seien, sagte Mannsbarth. Die Stadtverwaltung müsse nun umplanen.

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Was zur Entscheidung der Landesregierung führte und wie es weitergeht, dazu lägen der Stadt keine Informationen vor. Es wäre gut, so sagte Mannsbarth, wenn die Stadt in das Grundkonzept des weiteren Hotelbetriebs auf der Burg eingebunden wäre, da die Sababurg und die Dornröschenfigur ein wichtiger Bestandteil des Tourismusmarketings Hofgeismars seien.

Der ebenfalls angeschriebene Kasseler Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke kehrte erst gestern Nachmittag von einer Reise zurück und kannte den Brief noch nicht. RP-Sprecher Michael Conrad sagte, dass das Regierungspräsidium in dem Verfahren um den Pachtvertrag und die Nutzung der Burg nicht beteiligt sei und deshalb nicht eingreifen könne. Grundsätzlich sei der Regierungspräsident aber bereit, wie schon öfter geschehen, in Konfliktfällen zu vermitteln und im Hintergrund bei der Lösungssuche behilflich zu sein. Da der Offene Brief gleichzeitig an das Sozialministerium und an den Ministerpräsidenten gegangen sei, werde der RP nicht den übergeordneten Behörden vorgreifen, sondern denen eine Entscheidung überlassen.

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