Sababurg: Kosecks nehmen Buchungen für 2016 an

Familienunternehmen: Der Hotelbetrieb auf der Sababurg wurde vor fast 60 Jahren mit einem Kiosk und dann einer Einraumgaststätte ins Leben gerufen. Zur heutigen Bedeutung ausgebaut haben ihn die Pächter Sabine und Karl Koseck und der jetzige Geschäftsführer Günther Koseck (links). Foto: Privat

Sababurg. Familie Koseck will ihr Hotel und Restaurant auf der Sababurg auch im nächsten Jahr weiter betreiben. Das kündigten die Pächter des Dornröschenschlosses an.

Hintergrund ist, dass das Land Hessen im Sommer den seit 1961 bestehenden Pachtvertrag zum Jahresende 2015 gekündigt hatte.

Kosecks haben Zweifel, dass die Kündigungsfrist tatsächlich nur sechs Monate beträgt und nicht wie inzwischen in der Branche üblich 18 Monate. „Wir sind aufgrund der juristischen Gegebenheiten - gegen unseren Willen - gezwungen, formal auf die Kündigung zu reagieren und rechtliche Schritte einzuleiten“, erklärten die Kosecks.

Aktualisiert um 18.15 Uhr

Vielmehr gehe es der in dritter Generation auf der Sababurg tätigen Pächterfamilie darum, möglichst ohne gerichtliche Auseinandersetzung zu einer Lösung zu kommen und den Betrieb weiterführen zu können.

Die Zusage aller ihrer Mitarbeiter haben sie, die ihnen den Rücken stärken und unbedingt auf der Sababurg weiterarbeiten wollen, obwohl sie die Möglichkeit zum Wechsel gehabt hätten.

Sie wollen nun in persönlichen Briefen die Abgeordneten des Kasseler Kreistags und des Hessischen Landtags um Unterstützung bitten und über die Sachlage informieren - unter anderem auch deshalb, weil in einer Pressekonferenz und einer Mitteilung des Hessischen Immobilienmanagements unrichtige Behauptungen verbreitet worden seien, heißt es.

Beliebt: Schon 1925 (Familienfoto aus Hofgeismar) war die Sababurg ein Ausflugsziel. Über 35 Jahre später wurde es zum beliebten und angesehenen Hotel ausgebaut. Foto: Sammlung Hülsmann

Die Kosecks verweisen auf die langjährige Aufbauarbeit beispielsweise des Kulturprogramms, das ebenso zur weltweiten Anerkennung des Hauses geführt habe wie die Leistung der Küche oder die Vermarktung als Märchen- und Dornröschenschloss. Diese Leistung sei auch vom Land und vom Landkreis jahrelang hervorgehoben worden, das Land werbe selbst mit Bildern des Dornröschenschlosses.

„Das Unternehmen ist gut aufgestellt, auch wenn der Sanierungsstau und Bauzustand schwer auf dem Geschäft lasten“, erklärt Geschäftsführer Günther Koseck. Bauliche Mängel müssten durch mehr Service ausgeglichen werden.

Kosecks hoffen auf eine gütliche Einigung. Beim Kreis war gestern von juristischen Gegenschritten nichts bekannt. Das Land Hessen beharrt auf einer Beendigung des Pachtvertrages mit den Hoteliers der Sababurg zum Jahresende. Während die Pächter juristische Schritte gegen die Kündigung eingeleitet haben und auf eine gütliche Einigung hoffen, sagte die Sprecherin des Hessischen Immobilienmanagements, Ate Plies, dass das Land das Pachtverhältnis unter Einhaltung der gesetzlichen Frist zum 31.Dezember 2015 gelöst habe. Damit ende das Pachtverhältnis zu diesem Zeitpunkt. Die vorgesehenen Sanierungs- und Umbaumaßnahmen seien seitens des Landes für das Frühjahr 2016 geplant. Die Gespräche mit dem Landkreis Kassel bezüglich einer Übergabe der Sababurg an den Kreis würden zeitnah fortgeführt.

Das Wort Räumungsklage nahmen Kosecks nicht in den Mund. Doch falls es dazu kommt, würden sie einiges an Schadenersatz verlangen wollen. Sie denken nicht ans Kofferpacken und Ausräumen und nehmen weiter Buchungen für 2016 an.

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