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Sababurg-Zukunft ist unklar

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Von: Thomas Thiele

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Das Bild zeigt die Sababurg von der Rückseite mit dem hohen Nordgiebel rechts und dem Treppenturm links, davor ein leerer Weg.
Nur noch im Sommer und provisorisch zugänglich: Seit Hotel und Restaurant der Sababurg entkernt sind, können Besucher nur die Außenanlagen besichtigen und sonntags auch Dornröschen im Palas erleben. © Thomas Thiele

Die Hofgeismarer Stadtverordneten zweifeln immer mehr, dass es das Land Hessen ernst meint damit, das geschlossene Schlosshotel auf der Sababurg zeitnah wiederzueröffnen.

Hofgeismar - Die Hofgeismarer Stadtverordneten haben immer größere Zweifel, dass es das Land Hessen ernst meint mit seinen Plänen, das vor vier Jahren geschlossene Hotel und Restaurant auf der als Dornröschenschloss bekannten Sababurg zu sanieren und wiederzueröffnen. Deshalb haben die Stadtverordneten der Dornröschenstadt einstimmig beschlossen, Vertreter des Landes Hessen und des Landesbetriebs Immobilien einzuladen, die über den Fortgang der Planungen und Arbeiten berichten und Fragen beantworten. Gegenüber den jüngst verkündeten Zeitplänen gibt es erneute Verzögerungen.

Dornröschenstadt hat Markenkern verloren

Auslöser war ein Antrag der WSD-Fraktion. Stefan Dworak kritisierte, dass es seit der Pachtvertragskündigung 2015 und der Schließung 2018 mit der Tourismusmarke Dornröschen steil bergab gehe. Das Land habe bisher wenig Konkretes vorgelegt und Stadt und Landkreis hätten bisher wenig Druck gemacht, obwohl die Marke Dornröschen enorme Bedeutung für die gesamte Region habe. Dworak: „Die Dornröschenstadt hat ihren Markenkern verloren, das ist ein Tiefschlag“. Märchenaudienzen und ein Imbiss-Truck könnten das nicht ersetzen.

Nur politische Utopie?

Angesichts enormer Kostensteigerungen sowie der schwierigen Lage auf dem Wohnungs- und Personalmarkt müsse man das Land fragen, wie so ein geplanter Großbetrieb mit auf 40 verdoppelter Zimmerzahl ganzjährig betrieben werden solle. Es gebe mehr Fragen als Antworten. Das Land müsse jetzt Stellung beziehen. Dworak: „Oder ist der Neubau nur politische Utopie? Hat das Land überhaupt ein Interesse daran?“

Ein Mann steht vor einer Wald mit Grundrissplänen, Ansichtszeichnungen und Skizzen des Hotelanbaus.
Modernisierung einer Burgruine: Vor über einem halben Jahr stellte Architekt Hans Rittmannsperger (Darmstadt) die ersten Pläne für die Sababurg vor, die danach noch im Detail ausgearbeitet werden mussten. © Thomas Thiele

Bürgermeister Torben Busse unterstützte den Antrag inhaltlich und sagte, dass er auch im Gespräch mit dem Landrat einig sei. Er schlug vor, neben der Landesregierung auch den Landesbetriebs Immobilien Hessen (LBIH) einzuladen, weil der die Sanierungsdetails kenne.

Abriss nun erst 2023

Auf Anfrage der HNA wiederholte am Mittwoch Alexander Hoffmann-Glassneck als Sprecher des LBIH, dass das Land Hessen zu seinen Plänen stehe, einen erfolgreichen Betrieb der Burg als Hotel und Restaurant und Veranstaltungsort auch in Zukunft zu ermöglichen und den Tourismus- und Wirtschaftsstandort Nordhessen zu stärken. Unterdessen verzögert sich der Fortgang der Arbeiten weiter: Die Abbrucharbeiten beginnen wegen der aufwändigen Planung nun erst 2023 statt 2022. Die Hauptbauarbeiten sollen nun im Frühjahr 2024 statt 2023 beginnen, die Fertigstellung sei weiter für 2026 geplant.

Das LBIH teilte weiter mit, dass es Ziel sei, an die erfolgreiche Vermarktung als Dornröschenschloss anzuknüpfen und die besondere Aura der Sababurg zu erhalten. Ein zeitgemäßer Hotel- und Gaststättenbetrieb könne diese touristische Marke zukunftssicher machen. Er solle ein attraktives Ziel werden für Gäste aus der Umgebung wie auch internationale Reisende.

Langes Warten auf Antwort

Eine ähnliche Antwort erhielt auch der Landtagsabgeordnete Oliver Ulloth (SPD) nach drei Monaten Wartezeit auf eine Kleine Parlamentsanfrage vom Herbst. Zunächst war unklar, welches Ministerium eine Auskunft geben konnte. (Thomas Thiele)

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