Angebliches Treffen am Samstag an der Sababurg

Tierfreunde laufen Sturm: Hundehasser lösen Wut und Empörung aus

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Hassobjekt im Netz: Nutzer beschäftigen sich dort mit dem Thema Hundetöten. Solche ekelerregenden Bilder wollten wir unseren Lesern nicht zumuten. Unser Bild zeigt einen Husky in Berlin.

Sababurg. Mit Bezeichnungen wie „unberechenbare, fleischfressende Raubtiere“ und „Großparasit“, der „längst ausgestorben gehörte“, und dem „tagtäglich Hunderte von Kindern zum Opfer fallen“ machen Hundehasser auf ihrer Internetseite gegen die Vierbeiner mobil.

In dem Forum der Seite findet sich ein Aufruf zum Jahrestreffen, das laut Eintrag vom 17. März am Wochenende auf der Sababurg stattfinden soll. Darin heißt es: „Lebendhunde werden nicht geduldet, außer als Bastelmaterial für Kinder oder zur Darstellung neuer Enthundungsmethoden“.

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In den Beiträgen der angeblichen Teilnehmer ist die Rede vom „Speed-Häuten“, für das wegen der Vergleichbarkeit noch „eineiige Zwillingstölen“ benötigt würden. Zudem werde der Workshop „Die rote Arbeit“ angeboten, bei dem die Teilnehmer vom Schlachten bis zur Zubereitung von „Schadcaniden“ alles erlernen könnten. Canis ist das lateinische Wort für Hund.

Auf ihrer Homepage geizen die Betreiber nicht mit teilweise ekelerregenden Bildern von toten Hunden und deren Zerlegung. Passend dazu gibt es einige Rezepte zur Zubereitung der Tiere.

Hintergrund: Hessenweit noch keine Aktion 

Auch die Polizei ist informiert und hat bereits Hinweise von besorgten Anrufern auf die angebliche Veranstaltung der Hundehasser bekommen. „Wir haben da ein wachsames Auge drauf“, sagt Polizeisprecherin Sabine Knöll. Doch es gebe keinerlei Erkenntnisse, dass sich solche Personen wirklich auf dem Schloss Sababurg oder im Tierpark versammeln wollen: Hessenweit seien keine Aktionen der Hundehasser publik. Auch Nachfragen in den umliegenden Beherbergungsbetrieben hätten keine Hinweise gebracht, dass sich eine derartige Personengruppe dort einmieten will. Trotzdem werde man die Lage an Schloss und Tierpark beobachten. (gör)

Die Suche nach demjenigen, der für diese Seite verantwortlich zeichnet, verläuft im Sande: Im Impressum steht lediglich der technische Anbieter mit Sitz in Hong Kong. Als Kontaktdaten geben die Betreiber die E-Mail-Adresse der Seite sowie eine Nummer mit einer sogenannten Voice-Over-IP an. Das sind nicht ortsgebundene Telefonnummern, bei denen es sich in der Regel um eine nationale Rufnummer handelt.

Menschen, die auf der Mailbox ihre Wut entladen, werden bloßgestellt, indem die Aufzeichnung auf der Seite veröffentlicht werden. Empörte Beiträge im Forum werden von den Hundehassern ebenso in der Luft zerrissen. Im Internet wurde mittlerweile eine Petition gestartet, die die Abschaffung dieser Seite fordert. Mitte Juli hatte sie laut Organisator bereits mehr als 10.000 Unterschriften.

Auch bei den Hundefreunden, die auf Facebook zu einer Gegendemo aufgerufen haben, ist das Entsetzen groß.

Christiane-Marlis Farahnak aus Niestetal war eine der Ersten, die auf die vermeintliche Zusammenkunft der Hundehasser aufmerksam geworden war. „Ich konnte zunächst gar nicht glauben, dass es so etwas Widerliches wirklich gibt“, sagt Farahnak.

Das sei ihr dann erst klar geworden, als sie die Homepage der Hundehasser mit den abscheulichen Fotos und Aufrufen gesehen habe. Christiane-Marlis Farahnak ist selber Besitzerin eines Hundes und in dem Haus, in dem sie wohnt, lebten fünf Hunde. Wenn die Hundehasser wirklich nach Sababurg kommen, will die Hundefreundin spätestens am Sonntag vor Ort sein.

Von Gudrun Skupio und Gerd Henke

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