Bullen können 1000 Kilogramm schwer werden

Schwergewichte: Wisente im Tierpark Sababurg

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Für Nachwuchs ist gesorgt: Die Wisentkühe im Tierpark haben auch in diesem Jaqhr wieder Kälber aufzuziehen.

Der Tierpark Sababurg ist eine Attraktion im Landkreis. In der Serie „Tierisch erfolgreich“ blicken wir hinter die Gehege, um die Tiere vorzustellen. Heute: die Wisente.

Sababurg. Favorit ist fleißig am Futtern. Majestätisch thront der Wisent-Koloss dabei am Trog, den Sarah Mascher gerade mit einer ordentlichen Portion Trockenfutter gefüllt hat. Zu den Wisenten reingehen möchte sie lieber nicht, „das wäre zu gefährlich“, so die Tierpflegerin. Verständlich, können ausgewachsene Bullen immerhin ein Gewicht von bis zu unglaublichen 1000 Kilogramm erreichen, Kühe immerhin bis zu 600 Kilogramm.

Sababurg-Leitbulle Favorit dürfte davon nicht weit entfernt sein und verbreitet durch seine pure Anwesenheit eine ungeheure Portion Respekt, nicht zuletzt wegen seines markanten und massigen Schädels mit den stattlichen Hörnern.

Zusammen mit seinen sechs Kühen Zaberta, Zakki, Zareta, Zareti, Zabra sowie Zarana und dem Nachwuchs aus den vergangenen drei Jahren lebt der zwölfjährige Hüne auf einer 13 Hektar großen Weide zwischen Tierparkeingang und Rondell, wo auch die Exmoorponys und die Dybowskihirsche zuhause sind. „Ärger gibt es da nicht, die Fläche ist groß genug, sodass sich die Tiere aus dem Weg gehen können“, erklärt Mascher und schüttet immer mehr Futter in den Trog. Schnaufend lassen es sich die Giganten schmecken, auch wenn sie eigentlich Zweige, Rinde und Knospen von Bäumen und Sträuchern als Leibspeise bevorzugen.

Immer hungrig: Tierpflegerin Sarah Mascher betreut die Wisente im Tierpark und bringt ihnen das Futter.

In zweiter Reihe schaut der Nachwuchs neugierig zu, was bei ihren Mamas und dem Papa gerade vor sich geht. Mascher freut sich, wenn sie die Kleinen sieht, denn jedes einzelne trägt dazu bei, dass der enge Verwandte des amerikanischen Bison erhalten bleibt. Mit der stetig wachsenden Besiedlung Europas nämlich nahm die Wisentpopulation immer mehr ab. 1919 wurde der letzte frei lebende Wisent im Bialowieza Urwald getötet.

Nur noch in Gehegen

Wisente überlebten nur noch in Wildgehegen und Zoos, 1923 gab es lediglich noch 56 Wisente in Gefangenschaft. Durch züchterische Bemühungen und die Einrichtung des ersten internationalen Zuchtprogramms hat sich der Bestand glücklicherweise erholt und 1952 ist die erste Herde im polnischen Nationalpark Bialowieza wieder ausgewildert worden.

Erfolgreich sind auch die Zuchtbemühungen im Tierpark Sababurg, wo die größten europäischen Landsäugetiere schon seit der Eröffnung 1971 gehalten werden. Immer in den Monaten Mai bis August werden die Wisentkälber geboren, nach 254 bis 272 Tagen Tragzeit. Auch in diesem Jahr sind vier Junge zur Welt gekommen - zwei im Mai, zwei im Juni. Zuchtbulle Favorit ist eben fleißig, nicht nur beim Futtern.

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