Sängerbund will Chöre sanft modernisieren

Zusammenschluss: Der Sängerbund Warmetal hat 20 Mitgliedsvereine und Chöre, dazu gehört auch der Gesangverein Zwergen 1884 auf unserem Archivfoto. Archivfoto: privat

Hofgeismar. Überalterung und Mitgliederschwund - diese Probleme machen Chören im Kreisteil Hofgeismar massiv zu schaffen. Denn ohne Modernisierung bleiben neue Sänger aus, ein Bruch mit Traditionen verprellt dagegen die Älteren.

Der Präsident des Sängerbundes Warmetal, Franz Hampel, fordert Chöre auf, trotzdem den Spagat zu wagen: „Was bisher war, war großartig - aber wir brauchen Veränderungen“, sagt er.

Dabei herrsche in manchem Chor Untergangsstimmung: „Wir sind zum Sterben verurteilt“, glaubten einige Chorleiter angesichts des fehlenden Nachwuchses. Besonders hart trifft es laut Andreas Kowalczyk, der zwei Chöre im Sängerbund leitet, die Männergesangvereine. Sie haben es besonders schwer, neue Sänger zu finden, ihnen fielen Modernisierungen schwer.

Sängerbundpräsident Hampel will mit einer Kampagne die Chöre innerhalb von drei Jahren fit für die Zukunft machen: „Wir müssen uns auf die Veränderungen der Menschen einstellen.“ Die wichtigste Rolle dabei falle den Chorleitern zu. „Das sind die Köpfe, die bestimmen, was gesungen wird.“ Doch ein abrupter Wechsel des Repertoires ist oft nicht möglich: Viele Vereine haben sich dem Erhalt des traditionellen Liedgutes in ihrer Satzung verschrieben. Zudem wolle er gar nicht, dass die Chöre auf den Gospeltrend aufspringen, sagt Hampel.

Vielmehr gehe es um eine sanfte Modernisierung: Beispielsweise durch ein Vereinslied mit einer peppigeren Melodie, erklärt Berufsmusiker Kowalczyk. Er hat dies mit dem Männergesangverein Niedermeiser probiert. Und: „Es kommen jüngere Leute dazu.“ Solche musikalischen Experimente seien ein „Signal nach außen: Hier passiert was.“ . (gör)

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