Bürgermeister Sattler sperrt Büro zu - Vertretung hat keinen Zutritt

Heinrich Sattler

Hofgeismar. CDU-Bürgermeister Heinrich Sattler bleibt seiner Linie treu: Während seiner Abwesenheit ist sein Dienstzimmer im Rathaus für seinen Stellvertreter verschlossen, so er das falsche Parteibuch besitzt.

SPD-Mann Günter Ebel jedenfalls, seit Beginn der neuen Legislaturperiode Erster Stadtrat und damit Stellvertreter des Rathauschefs, wird die Nutzung des Bürgermeister-Dienstzimmers verweigert.

Günter Ebel

So überraschend Ebel davon erfuhr, dass er Hofgeismars Bürgermeisters für zunächst unbestimmte Zeit vertreten müsse, da dieser in Urlaub gefahren sei, so überraschend stand er nach eigenen Angaben vor dem abgeschlossenen Büro. Unerklärlich für den Bürgermeister-Stellvertreter war die verschlossene Tür vor allem auch deshalb, weil er noch während eines vorangegangenen Urlaubs Sattlers das Dienstzimmer hatte nutzen dürfen.

Alte Praxis

Ebel: „Nachdem sich der Magistrat konstituiert hatte, führten wir ein Gespräch, um zu einem besseren Klima untereinander zu finden. Das trug zunächst auch Früchte.“ Das Bürgermeister-Büro stand für den SPD-Stellvertreter anfangs offen. Dann aber verfiel CDU-Mann Sattler in die Praxis, die er bereits bei Ebels Vorvorgänger, Frank Nikutta (SPD), praktiziert hatte. Auch ihm war seinerzeit der Zutritt zum Dienstzimmer verweigert worden.

Ein anderes Verhalten legte Sattler in der Vergangenheit bei seinen Stellvertretern an den Tag, die über das gleiche Parteibuch wie er verfügen. Sowohl Ernst-Friedrich Wörner, als auch Andreas Willig in der vergangenen Legislaturperiode hatten selbstverständlich zu jeder Zeit Zutritt zum Bürgermeister-Dienstzimmer.

Ebel steht derzeit ein Büroraum gegenüber dem Sekretariat des Bürgermeisters zur Verfügung. Dieses Zimmer, so erfuhr Ebel aus der Verwaltung, sei in den Tagen vor seiner zweiten Urlaubsvertretung entrümpelt und zu einem Büro umgestaltet worden. „Gerüchte, es handele sich dabei um eine Besenkammer, stimmen aber nicht. Es ist ein ausreichend großer Raum“, sagt der Erste Stadtrat. Vielmehr verwundert ihn, dass man im Rathaus offenbar über derart viel Räumlichkeiten verfügt, die es erlauben, dem Stellvertreter des Bürgermeisters ein eigenes Dienstzimmer zur Verfügung zu stellen.

Handlungsfähigkeit gesichert

Stadtoberhaupt Heinrich Sattler sagte aus seinem Urlaub, der Erste Stadtrat bekomme mit dem Büro das, was ihm zustehe. Die Hessische Gemeindeordnung besage, während der Abwesenheit des Bürgermeisters müsse die Handlungsfähigkeit gesichert sein. Diese Voraussetzungen habe man mit dem neuen Büro geschaffen, in dem er selbst während der Rathaus-Sanierung ein Jahr sein Dienstzimmer hatte.

Dass die beiden CDU-Politiker Wörner und Willig während ihrer Zeit als Erste Stadträte vor keinem verschlossenen Bürgermeister-Zimmer standen, erklärte Sattler mit einem besonderen Vertrauensverhältnis ihnen gegenüber. Derzeit jedoch gehe das Trachten der neuen politischen Mehrheit dahin, ihm, Sattler, immer mehr Befugnisse zu entziehen. Das, so sagt der Bürgermeister, werde sogar versucht an der Hessischen Gemeindeordnung vorbei umzusetzen. Gäbe es einen pfleglicheren Umgang miteinander, hätte man sicher über alles reden können.

Von Peter Kilian

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