"Ich bringe die Dinge zu Ende"

Sattler will im Rathaus bleiben: Viel Resturlaub wegen Hessentag

Sattler in seinem Dienstzimmer: Diesen Stuhl will er noch nicht räumen. Aufforderungen, in den Urlaub zu gehen, lehnt er ab. Archivfoto: Henke

Hofgeismar. „Wer mich kennt, weiß, dass ich Dinge, die ich anfange, auch zu Ende bringe", sagt Hofgeismars Bürgermeister Heinrich Sattler. Er lässt durchblicken, dass er auch in nächster Zeit noch das Amt des Rathauschefs ausüben wird.

Dass er über 50 Tage Urlaub hatte, liege auch am Hessentag, der viele Gespräche und Pflichten mit sich bringe. Ein Teil des Urlaub ist mittlerweile verfallen, bestätigt auch der Landkreis Kassel: Auch für Wahlbeamte gelte der 30. September des Folgejahres als Stichtag. Sattler hat also nur noch seinen Jahresurlaub für das laufende Jahr. Wann und ob er den nimmt, da lässt sich Sattler nicht in die Karten schauen. „Ich werde meine Rechte und Pflichten als Bürgermeister wahrnehmen.“

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Doch nicht nur in der Urlaubsfrage bestätigt der Landkreis Kassel den Bürgermeister: Laut Sprecher Harald Kühlborn kann ein Magistrat einem Bürgermeister seine Verfügungsmittel nicht sperren. Das Gremium könne eine Haushaltssperre für bestimmte Bereiche verhängen, für direkte Sperrung von Mitteln sei ein Parlamentsvotum nötig. „Der Magistrat führt nur aus“, sagt Kühlborn.

Bisher weniger beachtet in der Debatte wurden die Dienstreisen, die der Magistrat Sattler untersagt hat. Dieser Aspekt spielt nach HNA-Informationen eine große Rolle: Denn Sattler ist ein viel reisender Bürgermeister. Andere Fraktionen haben die mangelnde Kontrolle und Transparenz kritisiert. Nun dem Bürgermeister in seinen letzten Monaten das Reisen zu verbieten, dürfte aber kaum funktionieren: Die Entschädigungssatzung der Stadt sieht vor, dass Sattler selbst entscheidet - und die hat das Stadtparlament selbst beschlossen. (gör)

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