Ponys hatten kein Wasser und kein Futter

Mit Schippe geschlagen: Holzhäuser retten Pferde

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Vom Leiden erlöst: Christina Henning (links) und Kirsten Sommer retteten die beiden Minishettys vor dem Tod.

Holzhausen. Eigentlich wollten sie die Shettys nur vor dem Metzger bewahren - doch als Kirsten Sommer und Christina Henning die Tiere sahen, war klar, dass mehr dahinter steckte.

„Mitte November informierte uns eine Tierschützerin, dass in der Nähe von Frankfurt zwei neunjährige Shettys zum Metzger sollten“, sagt Tierfreundin Sommer. Kurzentschlossen seien sie losgefahren, um die Ponys vor dem Tod zu bewahren.

Als die Freundinnen, die selbst auf ihrem Hof in Holzhausen (Kreis Kassel) fünf Pferde halten, in Frankfurt eintrafen, trauten sie ihren Augen nicht. „Nicht nur dass die beiden Shettys dicht angebunden ohne Wasser und Futter schon stundenlang in einem Carport ausharren mussten, auch ihr Äußeres war erschreckend.“

Die Mähnen bestanden aus Filzplatten, die Schweife hingen lang über dem Boden und auch die Hufe waren in einem erbärmlichen Zustand. Hinzu kam, dass die Halfter so eng um die Köpfe geschnürt waren, dass die Tiere kaum ihre Mäuler öffnen konnten.

„Als sich der Besitzer ihnen näherte, sprangen beide panisch zurück, man sah die große Angst, die beide vor ihm hatten, was ja vieles aussagt“, erklären die Tierfreundinnen. Um die Minipferde freizubekommen, fingen die Tierschützerinnen keine Diskussion mit den Besitzern an - sondern nahmen die Tiere mit.

Zuhause angekommen fiel auf, dass mit dem kleineren Pony etwas nicht stimmte. Das linke Auge hing herab, an der Backe hatte es eine harte Beule, fressen mochte es kaum. Doch bevor sich das am nächsten Tag eine Tierärztin ansehen sollte, mussten die Shettys in vierstündiger Arbeit erstmal von ihren eingewachsenen Halftern befreit werden. An beiden Köpfen kann man davon starke Einbuchtungen erkennen, wegen des jahrelangen Drucks der viel zu engen Schnüre.

Doch was die Untersuchung der Tierärztin ergab, war noch viel schlimmer. „Schädelplatte, Jochbein und Kiefer müssen durch starke Gewalteinwirkung mehrmals gebrochen worden sein“, berichtet Sommer, „wahrscheinlich wurde sie öfter mit einer Schippe geschlagen. Ob wir in dieser Hinsicht etwas für sie tun können, wird das Röntgenbild zeigen.“

Auch die dicke Backe wurde geklärt: Dort befand sich ein vereiterter Zahn, der wenige Tage später durch die Backe nach außen gebrochen wäre. Außerdem ist der restliche Kiefer so deformiert, dass er schmerzt.

Auch davon wollen die Freundinnen die kleine Nanni, wie sie sie genannt haben, befreien. Schon jetzt sind Tierarztkosten in Höhe von 400 Euro entstanden.

Wer Nanni und auch Hanni helfen möchte, kann dies über das Spendenkonto des Hofgeismarer Vereins Gnadenhof e.V. tun. Außerdem seien Besucher auf dem Holzhäuser Hof im Tannenweg willkommen. (zta)

Spendenkonto: Verein Gnadenhof e.V., Kasseler Sparkasse, Konto 100008724, BLZ 52050353.

Da der Verein auch weitere Projekte unterstützt, sollte ein Verwendungszweck angegeben werden.

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