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Schulen und Verbände im Landkreis nehmen Lockerung unterschiedlich auf

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Von: Amir Selim

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Ende der Maskenpflicht am Sitzplatz: Ab Montag dürfen Schüler in Hessen wieder ohne Maske im Unterricht sitzen (Symbolbild aus Nordrhein-Westfalen)
Ende der Maskenpflicht am Sitzplatz: Ab Montag dürfen Schüler in Hessen wieder ohne Maske im Unterricht sitzen (Symbolbild aus Nordrhein-Westfalen) © Volker Heyn

Die Maskenpflicht am Sitzplatz in Schulen fällt am Montag. Deshalb haben wir bei Schulen und Verbänden nachgefragt – wie bewerten diese das Wegfallen der Maskenpflicht?

Kreisteil Hofgeismar – Dies hatte die hessische Landesregierung im Rahmen der Lockerungen der Coronamaßnahmen beschlossen. Abseits des Sitzplatzes gilt aber weiter die Maskenpflicht für Schüler.

David Schlesinger Schulleiter der Käthe-Kollwitz-Schule
David Schlesinger Schulleiter der Käthe-Kollwitz-Schule © Christopher Zimmermann

David Schlesinger, Schulleiter der Käthe-Kollwitz-Schule in Hofgeismar, sieht das kritisch. Die Förderschule habe eine recht verletzliche Klientel. Deswegen werde sie es ein bisschen vorsichtiger angehen. „In einigen Klassen wird die Maske weiterhin getragen“, sagt Schlesinger. Eine gesonderte Regelung für Förderschulen gibt es in Hessen jedoch nicht. „Natürlich wünscht sich jeder, dass wir die Masken nicht brauchen. Aber bei den aktuellen Infektionszahlen hätte das Land noch ein paar Tage bis zu den Osterferien mit der Aufhebung der Maskenpflicht warten können.“ In anderen Bereichen werde die Maskenpflicht schließlich noch fortgeführt, sagt Schlesinger.

Entspannt ist man bei der IGS Kaufungen, sagt Schulleiterin Christine Saure. „Ich halte das für unproblematisch. Wir haben nur wenige positiv-getestete Schüler“, sagt sie. Aber„wenn Kinder die Maske anlassen wollen, dürfen sie das natürlich.“ Ob es dann mehr positive Fälle gibt, werde man sehen. Infektionsherd sei nicht die Schule. Das passiere im Alltag oder Zuhause, sagt Saure.

An der Herwig-Blankertz-Schule war die Aufhebung der Maskenpflicht noch kein Thema, berichtet Schulleiter Dr. Dietmar Johlen. Das Thema der Stunde in der Berufsschule mit Standorten in Hofgeismar und Wolfhagen ist der Krieg in der Ukraine. Er wisse jedoch von einigen Schülern, dass sie die Maske weiterhin im Unterricht tragen wollen, sagt Johlen.

Marcella Jakobi Schulleiterin der Grundschule Balhorn
Marcella Jakobi Schulleiterin der Grundschule Balhorn © Sascha Hoffmann

„Wir halten die Aufhebung der Maskenpflicht am Sitzplatz für zu früh“, sagt Marcella Jakobi. Sie ist Schulleiterin der Grundschule Balhorn im gleichnamigen Ortsteil von Bad Emstal. „Bei uns geht es mit den Coronafällen erst richtig los“, schildert Jakobi. Deshalb sei sowohl in der Schule als auch bei den Eltern der Wunsch groß gewesen, dass die Maskenpflicht am Sitzplatz bis zu den Osterferien bleibt. „Wir fühlen uns geschützter mit der Maske. Die ganz große Freude kommt deshalb nicht auf“, schildert Jakobi.

Kritik kommt auch vom Landeselternbeirat von Hessen (LEB). Der Corona-Expertenrat habe gewarnt, dass es noch zu früh für Lockerungen bei der Maskenpflicht sei, sagt der Vorsitzende Volkmar Heitmann aus Friedberg. Dessen Empfehlungen sollten die Grundlage für Entscheidungen sein.

Bei der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) weiß man, dass sich die Lehrer nach Normalität in den Schulen sehnen. Dazu gehöre auch, dass sich Schüler und Lehrer wieder besser mimisch wahrnehmen können, sagt Carsten Leimbach vom GEW Bezirksverband Nordhessen. Trotzdem hätte die GEW es begrüßt, wenn die Maskenpflicht noch bis zu den Osterferien am Platz gegolten hätte. „Die Inzidenzen sind nach wie vor hoch und die Zeit bis zu den Osterferien ist überschaubar,“ erklärt Leimbach. (Amir Selim)

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