Streuobstinitiative im Landkreis schafft jetzt auch Durchbruch in der Gastronomie – Brauerei zählt auch zu Abnehmern

Silka-Schorle ist ein Schlager

Erfolgreicher Produktneuling: Die Schorle mit Apfelsaft aus heimischen Beständen bringt die Streuobstinitiative im Landkreis Kassel, SILKA, ein großes Stück voran. Den gesunden Durstlöscher aus der Region präsentieren hier Jürgen Düster vom Amt für den ländlichen Raum, SILKA-Vorsitzender Manfred Seydel und der ehrenamtliche Geschäftsführer Dierk Schwedes. Foto: Binienda-Beer

Hofgeismar. 151 Tonnen Äpfel und Birnen von Streuobstwiesen im gesamten Landkreis Kassel verwandeln sich jetzt in gesunde Durstlöscher. Die Ernte dieses Herbstes wird nach ihrer Anlieferung in die sechs ehrenamtlich geführten Annahmestellen der Streuobstinitiative im Landkreis Kassel, SILKA e.V., und der Kelterung in Reinhardshagen wieder Fruchtsaftflaschen mit dem SILKA-Etikett und dem Nabu-Qualitätszeichen füllen.

Neben den Klassikern Apfelsaft naturtrüb und Apfelsaft klar bewährt sich ein neues Produkt: Die SILKA-Apfelsaftschorle, vor einem Jahr eingeführt, erweist sich bei Abnehmern in der Gastronomie, in Rathäusern und anderen kommunalen Einrichtungen immer deutlicher als Erfolgsschlager.

Ein Schritt nach vorn

„Das ist ein weiterer Schritt nach vorn“, zogen jetzt SILKA-Vorsitzender Manfred Seydel (Wolfhagen), Abteilungsleiter Landschaftspflege, Forsten und Naturschutz im Amt für den ländlichen Raum (Hofgeismar), Jürgen Düster, und der ehrenamtliche SILKA-Geschäftsführer Dierk Schwedes Zwischenbilanz. Mit dem Siegeszug der Apfelsaftschorle lässt sich nunmehr die gesamte Streuobsternte direkt im Landkreis vermarkten und damit wiederum die SILKA-Philosophie voll verwirklichen: Der für ein hochwertiges regionales Produkt erzielbare höhere Preis soll Anreiz schaffen für die Pflege und den Erhalt der Streuobstbestände als traditionelle Bestandteile des Landschaftsbildes. Vor Einführung des Produktneulings musste ein Teil des Saftes überregional vermarktet werden. Das bedeutete Mehraufwand und vor allem Einnahmeeinbußen für die Obstlieferanten.

Mit der Schorle, die zu 60 Prozent aus Fruchtsaft und ansonsten nur aus Wasser und Kohlensäure besteht, erfüllt die SILKA insbesondere den Bedarf der Gastronomie nach einem hochwertigen, bereits fertig gemischten Apfelgetränk. Selbst eine Brauerei im Landkreis wird künftig zu den Abnehmern von SILKA-Produkten zählen. Außer in Gaststätten findet sich die SILKA-Schorle – bei Sitzungen – immer öfter auch auf den Tischen der Gemeinden und anderer kommunaler Einrichtungen. Wichtig ist der Initiative zudem die Ausgabe von Schorle und Saft in den Kindergärten, um hier schon in jüngsten Jahren für gesunde Produkte aus der Region und den Erhalt der Streuobstbestände das Bewusstsein zu schärfen.

Unterstützt vom Amt für den ländlichen Raum, das die Arbeit des Netzwerkes aus Landwirten und Naturschützern federführend begleitet, hat die SILKA in den vergangenen Monaten eine intensive Werbekampagne absolviert. Neben der Teilnahme an größeren und kleineren Veranstaltungen mit Informationsständen machte die Streuobstinitiative etwa während des Kreisseniorentags auf dem Sensenstein auf sich aufmerksam: Bedruckte SILKA-Tragetaschen mit einer Probeflasche und Informationsmaterial, 4200 Geschenke insgesamt, wurden an die Besucher gebracht.

Nach Auskunft ihres Vorsitzenden strebt die SILKA über die bisherige Arbeit hinaus eine intensivere Zusammenarbeit mit Landfrauenvereinen, Landsenioren sowie Obst- und Gartenbauvereinen an. Für die Anpflanzung von 500 neuen Streuobstbäumen hat, so Seydel, der Kreisverband Kassel der Naturlandstiftung seine Mithilfe zugesagt. Im Landkreis Kassel existieren nach einer Schätzung 50 000 Hochstämme.

Von Dorina Binienda-Beer

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