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Drei Weserfähren fahren noch

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Von: Thomas Thiele

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Eine große 16-Tonnen-Fähre hat in Veckerhagen abgelegt. An Bord stehen vier Pkw.
Die Fähre Veckerhagen-Hemeln nimmt abhängig vom Wasserstand maximal zwei bis vier Autos mit. © Thomas Thiele

Nachdem schon keine Personenschiffe mehr fahren, wird es durch den Wassermangel auch für die Weserfähren eng.

Bad Karlshafen / Wesertal / Reinhardshagen. Das anhaltend trockene Wetter, lediglich ab Freitag könnte es wieder geringfügige Schauer geben, erschwert weiter die Schifffahrt auf der Oberweser oder macht sie ganz unmöglich. Kanus und Ruderer haben dagegen freie Fahrt in einer immer engeren Fahrrinne.

Die zur Stützung der Weserschifffahrt erbaute Edertalsperre gibt derzeit noch die Mindestabgabe von sechs Kubikmeter pro Sekunde ab. Voraussichtlich ab Montag, 30. August, werde die Abgabe in Absprache mit dem Regierungspräsidium Kassel weiter reduziert. „Der Wasserstand der Oberweser wird derzeit nicht gestützt“, heißt es beim Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Weser.

Nachdem die Flotte Weser (Hameln) ihre diesjährige Saison bereits vorzeitig beendet hat und Bad Karlshafens Fahrgastschiff Hessen seit dem 11. August fest liegt, haben auch die vier Weserfähren im Kreisteil Hofgeismar zunehmend Probleme.

Die Fähre Wahmbeck-Gewissenruh hat bereits vor einer Woche den Betrieb eingestellt, weil der Wasserstand nicht mehr an das untere Ende der Betonrampen am Ufer heranreicht und das Befahren der Fähren zu gefährlich wird.

Eine Fähre setzt über nach Lippoldsberg. Im Vordergrund ragen Kies und große Steine aus dem Wasser.
Sparsam ist nicht nur der Wasserstand der Weser, sparsam müssen auch die Fährleute ihre Schiffe beladen. Die Fähre Lippoldsberg-Gewissenruh setzt keine Lkw und schweren Schlepper mehr über. © Thomas Thiele

Eingeschränkt fährt noch täglich die Weserfähre Lippoldsberg-Gewissenruh, allerdings mit reduzierter Last. Sie setzt keine Lkw und schweren Schlepper mehr über. Die Märchenfähre Oedelsheim-Gottstreu, die nur von Freitag bis Sonntag verkehrt, hat nach Angaben des Ersten Beigeordneten Karl-Heinz Kempe die Beladung von zwei auf ein Auto reduziert. Bei der täglich verkehrenden Fähre Veckerhagen-Hemeln schwankte die Maximalbeladung zwischen zwei und vier Pkw.

Ein Schiff liegt an der Kaimauer festgemacht im flachen Wasser. Vorne ragen Steinblöcke aus dem niedrigen Wasser.
Die „Hessen“ kann seit zwei Wochen nicht mehr fahren. Sie hat die Unterwasserstützen (Stempel) ausgefahren, die auf dem Flussgrund stehen. Wenn Dinnergäste an Bord kommen, kann somit der Schiffsboden auch bei noch weniger Wasser nicht auf dem Grund aufsetzen. © Thomas Thiele

Der Weserpegel in Bad Karlshafen fiel von 68 Zentimetern am Sonntag auf gestern 58 Zentimeter und soll zum Wochenende weiter auf 50 und noch tiefer fallen.

Im Hafenbecken liegen etliche Boote am Steg festgemacht. Menschen sitzen daneben . Das Wasser hat normalen Pegel.
Keine Probleme mit dem Fahren haben Boote in Bad Karlshafens Binnenhafen. Sie können ihn aber wegen Wassermangels im Schleusenkanal nicht verlassen. © Thomas Thiele

Wegen der aktuellen Zwangspause soll die Saison der Hessen auch über Ende Oktober hinaus verlängert werden. Die gut gebuchten Dinnerfahrten im August und September finden nun ohne Ausfahrt auf dem festgemachten Schiff statt. Im Winter soll es laut Andrea Emmel von der Bad Karlshafen-GmbH zusätzliche Fahrten geben. Betrieb herrscht dagegen im Hafen: Dort fahren nicht nur die Modellbootbauer aus Höxter (wie berichtet), sondern auch eine Bootsfahrschule aus einem Nachbarort hat ihre Übungsfahrten dorthin verlegt. (Thomas Thiele)

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