Baustelle an Weser startet wieder

Landesstraße bei Oedelsheim noch bis April gesperrt

Die alte Fahrbahn ist weggebaggert. Hinten arbeitet ein Bagger, vorne liegt ein Hochdruckschlauch auf dem Boden.
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Die Arbeiten gehen weiter: Per Bagger wird der Untergrund gelockert, mit dem durch Hochdruckschläuche (Bild) gepumpten Flüssigbeton gründlich vermischt und wieder eingebaut.

Nach zweieinhalbmonatiger Unterbrechung sind die Arbeiten zur Sanierung der Landesstraße zwischen Oedelsheim und Gieselwerder wieder angelaufen.

Gieselwerder/Oedelsheim – Die Straßenbaubehörde Hessen Mobil teilte mit, dass eine Fachfirma mit den Arbeiten zur Bodenstabilisierung begonnen hat. Pressesprecher Marco Lingemann erklärte, dass die Arbeiten nun nicht mehr wie geplant bis zum Jahresende abgeschlossen werden können. Sie werden bis ins Frühjahr 2022 hinein andauern. Als Ziel für den Abschluss sei April geplant, wenn es nicht wochenlangen Frost gebe.

Mitte Juli begann die Sanierung der wichtigen Weseruferstraße, nachdem es gefährliche Fahrbahnsetzungen aufgrund einer instabilen Bodenstruktur Richtung Weseraue gegeben hatte. Schon Jahre vor Beginn der Baumaßnahme waren zwei Abschnitte der Straße nur halbseitig befahrbar. Mit einer Spezialtechnik, dem Hydrozementationsverfahren (HZV), wird der Boden dort jetzt nachhaltig stabilisiert.

Dabei werden bis zu fünf Meter tiefe Erdbetonblöcke erzeugt, mit denen der Fahrbahnuntergrund gestützt wird. Die Spezialfirma vermischt hierzu den Erdboden an Ort und Stelle mit Zement. Er muss dazu frostfrei sein. Die Baufirma, die den Zuschlag für die Gesamtmaßnahme der Straßensanierung erhalten hatte, hat diese Leistungen an einen Subunternehmer weitergegeben. Dieser Subunternehmer konnte allerdings nicht rechtzeitig zum Einsatz kommen.

Am Baustopp und an der Planung von Hessen Mobil hatte es, wie berichtet, deutliche Kritik aus der Bevölkerung gegeben. Wie Lingemann gestern sagte, habe sich Hessen Mobil mit der Baufirma geeinigt und die Bauausführung entspreche jetzt dem, was Hessen Mobil geplant habe, damit die Straße langfristig stabil bleibe. Die Fachfirmen hätten derzeit volle Auftragsbücher und kämpfen gleichzeitig mit Lieferengpässen bei den Baumaterialien. Man bedauere, dass es zu Verzögerungen gekommen sei, da man wisse, dass viele Menschen im Wesertal auf diese Strecke angewiesen seien und große Umwege in Kauf nehmen müssen.

Die Gemeinde Wesertal wurde vom Neustart der Arbeiten nicht überrascht, da sich laut Bürgermeister Turrey die Kommunikation mit Hessen Mobil verbessert habe. Derzeit sei man im Gespräch, wie der Winteredienst auf dem parallel laufenden Weserradweg erfolgen kann, der für Rettungsdienste offen sein muss.

Für die Anwohner ändert sich im Prinzip nichts: Für den PKW-Verkehr gilt weiter die Umleitung über Lippoldsberg, Vernawahlshausen, Verliehausen, Offensen und Heisebeck. Die Umleitung des LKW-Verkehrs verläuft aufgrund von Brücken mit Durchfahrtsbeschränkungen unverändert großräumig über Beverungen und Uslar. Die Oedelsheimer Fähre als Abkürzung für Anlieger fährt noch, aber wegen der Dunkelheit zu neuen Zeiten, die je nach Wetter angepasst werden.  (Thomas Thiele)

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