Der fertige Festmeter kostet 55 Euro – Industrie zahlt weniger

Starke Nachfrage lässt Brennholzpreise steigen

Hofgeismar. Brennholz aus heimischen Wäldern steht hoch im Kurs. Die verstärkte Nachfrage nach dem natürlichen Heizstoff hat seinen Preis in die Höhe schnellen lassen. Das sagt Dr. Stefan Reccius, Produktionsleiter beim Forstamt Reinhardshagen. Für den Festmeter fertiges Brennholz, der vom Waldweg abgeholt wird, zahlt der Kunde derzeit 55 Euro.

In den vergangenen Jahren sei der Brennholzpreis um bis zu 15 Prozent gestiegen, so Reccius. Um die Ware sei ein Konkurrenzkampf entbrannt. Privatpersonen wollen das Holz als vergleichsweise günstigen Energielieferanten. Mit Anziehen der Konjunktur ist zudem das Interesse der Industrie am Rohstoff wieder entflammt. Die fertigt daraus Spanplatten und Papier.

Wie Reccius sagt, baue die Werkstoffindustrie Kapazitäten auf, um sich alle Verkaufsmöglichkeiten offen zu halten. Wer zuerst kommt, mahlt zuerst, denn der Hiebsatz ist gedeckelt. Im Gegensatz zu Privatkunden erhält die Industrie die Ware zu einem niedrigeren Preis. Da sie größere Mengen abnimmt, zahlt sie 50 Euro pro Festmeter (Kubikmeter).

Trotz Preisanstiegs sind immer mehr Verbraucher heiß auf Holz. Die Nachfrage sei gewaltig, sagt Reccius. Wer heute beim Forstamt Reinhardshagen Holz kaufen möchte, geht leer aus. 900 Festmeter Holz habe der Betrieb in dieser Einschlag-Saison verkauft. Wer Brennholz wolle, sollte schon im Sommer beim Forstamt bestellen.

Kamin- und Ofenbesitzer, die die 55 Euro scheuen, können sich den so genannten Schlagabraum aus dem Wald holen. Sie zahlen etwa 36 Euro für die dünneren Baum- und Kronenreste.

Die Forstleute gehen davon aus, dass teures Öl und Gas der Grund ist für den Brennholz-Boom. Ein Festmeter Buchen- oder Eichenholz entspreche dem Heizwert von 200 Litern Heizöl, sagt Dr. Stefan Reccius.

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Von Antje Thon

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