Klosteranlage Helmarshausen: Zehntscheune bekommt neue Sandsteinplatten

Startschuss für neues Dach

Gemeinsame Anstrengung für die Finanzierung: Vertreter aus Politik, Kirche und Heimatverein freuten sich vor der Zehntscheune über die Zusagen. Foto: Löschner

Helmarshausen. Bereits am Montag, den 3. September, können die Arbeiten beginnen: die Zehntscheune in der Helmarshäuser Klosteranlage bekommt ein neues Dach. Nach jahrelangen Bemühungen konnte der Kirchenvorstand der Gemeinde in Helmarshausen nun die Finanzierung des 228 000 Euro teuren Projektes sicherstellen.

Damit werden die Fangnetze, die Besucher des Klosterhofes in den vergangenen Jahren vor herabrutschenden Sandsteinplatten schützten, verschwinden. Das Gebäude wird wieder mit den regionaltypischen Wesersandsteinplatten eingedeckt.

Bereits vor zwei Jahren wurde dies beim benachbarten Abteidach realisiert. Die entsprechenden Erfahrungen und Kontakte zu Spezialfirmen habe man daher bereits, sagte Kirchenvorstand Gerhard Briel.

Den größten Teil der Kosten teilen sich das Land Hessen (Landesamt für Denkmalpflege, 79 000 Euro) und die evangelische Landeskirche Kurhessen und Waldeck (69 000 Euro). Dazu konnte Bezirkskonservator Dr. Michael Wolf nun einen Förderbescheid über 70 000 Euro aus Mitteln des Denkmalschutz-Sonderprogramms des Bundes übergeben. Die restlichen 10 000 Euro wird die Kirchengemeinde Helmarshausen als Eigenleistung beisteuern.

Voraussetzung für die Förderung war die Aufarbeitung der historischen Bedeutung des Bauwerks durch Gerhard Briel und die Planung der zukünftigen Nutzung.

Garage und Lager

Die Scheune wurde 1749 unter Verwendung von historischem Baumaterial aus der Klosteranlage errichtet und fügt sich entsprechend in das heute noch bestehende Ensemble ein. 1963 kaufte die Kirchengemeinde das Areal von der Stadt Helmarshausen und richtete im Abteigebäude Kindergarten und Freizeitheim ein. Die Zehntscheune dient derzeit als Garage und Lager.

Langfristige Nutzung

„Denkmalpflegerisch macht eine Sanierung nur mit einem langfristigen Nutzungskonzept Sinn“, stellte Michael Wolf klar. Für den Bundestagsabgeordneten Ullrich Meßmer ist es vor allem wichtig, das historische Gebäude für die Bevölkerung nutzbar zu machen.

Gerhard Briel möchte in Zusammenarbeit mit dem Helmarshäuser Museum in der Scheune die Entwicklung des Klosters für Besucher der Stadt dokumentieren und das Raumangebot für Kinder und Jugendliche verbessern. Die Schaffung von Spielmöglichkeiten und eine Kletterwand zählen zu den Ideen. Im Mittelteil der Scheune werden weiterhin die Kanus der Kirchengemeinde untergebracht. „Wenn erst einmal das Dach wieder in Ordnung ist, werden wir weiterdenken und weitere Partner für die Nutzung der Zehntscheune suchen“, sagte Briel. (zlö)

Von Markus Löschner

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