Norweger planen Windpark

Statkraft will sechs Windräder bei Oedelsheim bauen

Windkraftanlagen im Wald: So einen Anblick könnte es in fünf Jahren auch bei Oedelsheim geben.
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Windkraftanlagen im Wald: So ein Anblick könnte es in fünf Jahren auch bei Oedelsheim geben.

Das norwegische Staatsunternehmen Statkraft will im Wald zwischen Arenborn und Oedelsheim einen Windpark mit voraussichtlich sechs Windrädern mit 260 Meter Gesamthöhe bauen.

Wesertal - Darüber informierte Europas größter Erzeuger erneuerbarer Energien gestern Abend in einer Online-Veranstaltung. Der Planungsvertrag wurde am 1. Januar dieses Jahres unterzeichnet und mit der Infoveranstaltung zum jetzigen frühestmöglichen Zeitpunkt wolle man größtmögliche Offenheit der Bevölkerung gegenüber zeigen, erklärten Pressesprecherin Judith Tranninger und Projektleiter Markus Schoppmann gegenüber unserer Redaktion.

In der Onlineveranstaltung, über die in 3000 Postwurfsendungen und über die HNA informiert wurde, stellten beide Statkraft-Vertreter Zeitplan und Eckpunkte des Projektes vor. Begonnen haben Windmessungen und Untersuchungen zu Vogelarten und Fledermäusen, deren Ergebnisse sollen bis Jahresende vorliegen. Der Bau der Windräder ist ab der zweiten Jahreshälfte 2025 geplant.

Statkraft, das bereits 22 Windparks in fünf Ländern betreibt und 4500 Mitarbeiter in 17 Ländern hat, betreibt seit 2009 bereits die Laufwasserkraftwerke in Hann. Münden (Werra), Wahnhausen (Fulda), und Affoldern (Eder).

Tranninger und Schoppmann unterstrichen, dass sich das Unternehmen seit Beginn für erneuerbare Energien aus Wasserkraft, Windkraft und Sonnenstrahlung einsetze. Das Unternehmen sei sich seiner Verantwortung für die Natur bewusst und Windkraft sei ein Weg, den Klimawandel und weiteren Waldverlust zu bremsen.

Die Windräder bei Oedelsheim sollen vorwiegend auf bereits durch Windwürfe, Dürre und Borkenkäfer waldfreien Schadflächen errichtet werden. Zudem will das Unternehmen Aufforstungen, Wald- und Moorentwicklung oder Wasserhaltung im doppelten Umfang wie gefordert vornehmen.

Die Bürger sollen planerisch und finanziell beteiligt werden. Zum einen wird eine Projekt-Homepage erstellt, über die jederzeit Fragen gestellt werden können. Außerdem soll mindestens einmal jährlich eine Bürgerinfoveranstaltung vor Ort stattfinden. Die Erste sollte schon jetzt erfolgen, konnte aber coronabedingt nur per Internet umgesetzt werden. Man plane für den Herbst eine Veranstaltung vor Ort.

Für die finanzielle Beteiligung der Bürger sind drei Modelle geplant: Eine der sechs Anlagen soll durch eine Bürgergenossenschaft betrieben werden, Bürger können sich mit 500 bis 10.000 Euro beteiligen (Crowdfunding) und es gibt Geld für die Kommunen – in 20 Jahren etwa 2,7 Millionen Euro für Wesertal und 449.000 Euro für Uslar.

Bürgermeister Cornelius Turrey dankte in seinem Grußwort für die Offenheit des Unternehmens, unterstrich aber die kritische Haltung in der Region. Von der Gemeinde gebe es einen Grundsatzbeschluss gegen Windkraft im Wald. (Thomas Thiele)

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