Anwohner müssen sich zu ihren Häusern durchkämpfen

Straßen-Frust: Lippoldsberger regen sich über Bauarbeiten auf

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Buckelpiste: Für gehbehinderte Personen ist die Baustraße in Lippoldsberg schwer zu passieren. Stellenweise gibt es tiefe Schlaglöcher. Von 15 Warnleuchten funktionierten zeitweise nur noch zwei, obwohl die Baustelle angeblich regelmäßig kontrolliert wurde.

Lippoldsberg. Anwohner sind verärgert über lange Bauarbeiten an Mühlenstraße und Brauhausstraße in Lippoldsberg.

Strategischer Punkt: Die Baustelle in Lippoldsberg befindet sich in der Ortsdurchfahrt durch den alten Ortskern nahe der Klosterkirche. Eine Umfahrung ist möglich, die Beschilderung irritiert jedoch. Foto: Google Earth/Bearbeitung: Thiele

Die Nerven der Anwohner und der Geschäftsleute an der Brauhaus- und Mühlenstraße in Lippoldsberg liegen blank: Seit Mitte Dezember hat sich an der Straßenbaustelle nichts mehr getan, seit Wochen kämpfen sich Anlieger und Kunden durch die notdürftig freigegebene Baustelle zu ihren Häusern oder müssen längere Fußwege in Kauf nehmen. Der Grund, dass es nicht weitergeht, ist das Wetter. Doch viele Anwohner glauben das nicht mehr. Die Baufirma unterdessen glaubt, dass es diese Woche eventuell weitergehen könnte. Die Baustelle in der Ortsdurchfahrt von Lippoldsberg ist eine scheinbar endlose Geschichte. Im April vergangenen Jahres begonnen, verzögerte sich die Fertigstellung mehrfach aus unterschiedlichen Gründen. Die Grunderneuerung der Straße mit neuer Wasserleitung, neuem Kanal und neuer Fahrbahn war zunächst bis Ende Oktober geplant, dann wurde der Abschluss für Ende November angekündigt, dann sollten die Ersatzhaltestellen für die Busse am 18. Dezember aufgehoben werden. Doch aus dem Asphaltieren wurde weder kurz vor Weihnachten etwas noch im neuen Jahr und die Ersatzhaltestellen gibt es immer noch mit unveränderter Beschilderung.

Bei der Umsetzung gab es mehr Probleme als gedacht. Zuerst meldete sich der Stromversorger EAM, weil er ein Leerrohrsystem für Kabel verlegen wollte, was aber eine eigene Firma ausführte. Das eingeplante Zeitfenster von sechs Wochen reichte nicht, die Arbeiten dauerten länger und weil für zwei Firmen gleichzeitig auf der Baustelle kein Platz war, verschoben sich die übrigen Arbeiten nach hinten.

Barriere: Um die Feuerwehrzufahrt am Seniorenheim zu erreichen, müsste erstmal geschaufelt werden. Fotos: Herbold

Dann war die Unterquerung des Mühlbachkanals schwieriger und aufwändiger als gedacht, zwischendurch wurden auch mal Bauarbeiter zu anderen Baustellen bei Heisebeck und im Klinikzentrum abgezogen. Nach Fertigstellung der Erdarbeiten im Spätherbst wurde dann der Boden auf kompletter Länge noch mal geöffnet, um ein Breitbandkabel für schnelles Internet zu verlegen. Kurz nach Beginn des Bordsteinsetzens wurde es zu kalt, seither ruht die Baustelle. Anwohner klagen über Wasser und Matsch, die seit Wochen in ihre Häuser getragen werden. Etliche Bewohner des Altenzentrums können mit ihren Rollatoren wegen der Baustelle das Grundstück nicht mehr verlassen und können nur noch auf dem Hof ihre Runden drehen, schildert Hausleiterin Tatjana Melching (siehe auch Grafik). Auch die Gemeinde Wahlsburg hat schon mehrfach bei der Baufirma Nolte in Beverungen auf den Fortgang gedrängt, doch es wurde meist auf das Wetter verwiesen, was eine risikolose Weiterarbeit nicht erlaube. Bauleiter Henrik Foller hat ständig den Wetterbericht im Blick. „Ab Dienstag soll es besser werden, Mittwoch noch mit Regen, aber vielleicht danach“, sagte er am Freitag.

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