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Reinhardswald-Höhenstraße: Wesertal klagt gegen Forstamts-Entscheidung

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Von: Daria Neu

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Um den gesperrten Abschnitt der Reinhardswald-Höhenstraße hat es bereits viele Diskussionen gegeben. Kurz vor einer finalen Entscheidung hat die Gemeinde Wesertal nun Klage eingereicht. 
Um den gesperrten Abschnitt der Reinhardswald-Höhenstraße hat es bereits viele Diskussionen gegeben. Kurz vor einer finalen Entscheidung hat die Gemeinde Wesertal nun Klage eingereicht.  © Thomas Thiele

Viele Debatten hat es um die Reinhardswald-Höhenstraße gegeben. Im letzten Moment vor einer wichtigen Entscheidung hat Wesertal gegen eine Forstamts-Entscheidung Klage eingereicht.

Reinhardswald – Viele Monate hat es Diskussionen um eine Teilsperrung der Reinhardswald-Höhenstraße gegeben. Fast schien die Entscheidung, den 7,5 Kilometer langen nördlichen Abschnitt für den öffentlichen Kraftfahrzeugverkehr ein für alle Mal zu sperren, in trockenen Tüchern zu sein. Doch im letzten Moment hat die Gemeinde Wesertal Klage beim Verwaltungsgericht (VG) eingereicht.

Am 5. April sei die Klage bislang ohne Begründung und nur mit der Bitte um Akteneinsicht eingegangen, bestätigte eine Sprecherin des VG gestern auf Anfrage.

Im Laufe der Zeit waren zahlreiche Widersprüche gegen die Einziehung des Straßenabschnitts eingegangen, auch eine Petition beim Landtag war eingereicht worden. Zudem hatte der Landkreis Kassel seinerzeit mitgeteilt, dass sich ein Anhörungsausschuss damit befassen sollte. Auch ein Eilantrag war beim Gericht gestellt worden – es gab also umfangreiche Debatten (HNA berichtete.) Als Grund für die Proteste hieß es aus den Anliegergemeinden immer wieder, dass die Reinhardswaldstraße eine beliebte Straße für Ausflügler auf dem Weg zur Sababurg sei. Das Forstamt äußerte Sicherheitsbedenken, zudem gebe es „kein Verkehrsbedürfnis mehr für die Straße.“

Nachdem die Klagefrist gegen die letzten Widerspruchsbescheide des Forstamtes in den vergangenen Tagen fast abgelaufen war, traf das Forstamt Reinhardshagen bereits viele Vorbereitungen, dem Straßenabschnitt nunmehr den Status eines Waldweges zu geben. Unter anderem wurden bereits alte Schilder ausgetauscht. Jetzt müsse man erneut die Entscheidung bezüglich der Klage abwarten, heißt es vom Forstamt.

Pressesprecher Klemens Kahle betont, man sei äußerst überrascht, dass die Gemeinde Wesertal sich so spät doch noch zu einer Klage entschlossen habe. „Wir hätten uns gewünscht, dass der Bürgermeister uns im Sinne der guten Zusammenarbeit früher angerufen hätte, um miteinander ins Gespräch zu kommen.“ Vier Wochen habe man schließlich Zeit gehabt, gegen die Widerspruchsbescheide des Forstamtes zu klagen. „Warum auf den letzten Drücker?“, fragt sich Kahle.

Cornelius Turrey, Bürgermeister der Gemeinde Wesertal, betont auf HNA-Anfrage, dass die Gemeinde die Klage nicht im Sinne einer Retourkutsche so spät eingereicht habe. „Wir wollen einfach unseren Standpunkt überprüfen lassen.“ Ihm sei bewusst, dass das Thema emotional behaftet sei. Ob die Klage dafür sorge, dass der Straßenabschnitt eines Tages doch wieder befahrbar ist, wisse Turrey nicht. „Die Hoffnung ist natürlich da.“

Die Straße sei eine Privatstraße und gehöre zum Staatswald des Forstamtes Reinhardshagen, sagt Kahle. Baulastträger und damit unterhaltungspflichtig sei das Forstamt, heißt es in einer Mitteilung. Der Straßenabschnitt von der Einmündung in die Landstraße 763 bis zum Waldparkplatz „Forstscheid“ an dem Abzweig der Reinhardswaldstraße zur Sababurg sollte ganz den Wanderern, Fahrradfahrern und Reitern zur Verfügung gestellt werden – so die Idee.

„Mir ist bewusst, dass die Sperrung für den öffentlichen Verkehr nicht überall positiv aufgenommen wird“, sagt auch Forstamtsleiter Dr. Markus Ziegeler. Befürchtungen mit negativen Auswirkungen auf die touristische Attraktivität der Region teile er aber nicht. „Denn alle Ziele, wie der Friedwald und die Sababurg mit dem Tierpark, können über die bestehende Land- und Kreisstraße ohne größeren Umweg erreicht werden.“

Das Forstamt habe vor, einen Waldparkplatz zu bauen und von dort in Abstimmung mit dem Naturpark einen Rundwanderweg über Gieselwerder zu erschließen. Dies sei zum Frühjahr nächsten Jahres vorgesehen. Bleibt abzuwarten, wie es bis dahin mit der Klage weitergeht. (Daria Neu)

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