Orkan Sabine

Sturm geht im Kreisteil Hofgeismar glimpflich aus - umgestürzte Bäume, Sperrungen und Hagel

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Dem Wetter trotzen: Mit Kapuzen schützen sich Passanten am Montagnachmittag in Hofgeismar vor Wind und Hagel.

Der Landkreis Kassel und auch der Kreisteil Hofgeismar sind offenbar glimpflich davongekommen, was die Auswirkungen von Orkantief Sabine betrifft. 

Berichte über größere Schäden lagen am Montag nicht vor, sagte Kreissprecher Harald Kühlborn auf Anfrage. Man überlege aber, die Informationen über Unterrichtsausfall an Schulen in solchen Fällen zentral zu veröffentlichen. Kühlborn geht davon aus, dass der Schulbetrieb am heutigen Dienstag normal läuft.

Wie die Polizei mitteilte, waren die Beamten von Sonntagnachmittag bis Montagmorgen in Stadt und Kreis Kassel rund 50 Mal wegen sturmbedingter Einsätze gerufen worden. Hierbei ging es meist um umgestürzte Bäume, Schilder oder Absperrungen. 

Im Kreisteil Hofgeismar wurden Straßen gesperrt

Zu größeren Verkehrsbehinderungen kam es auf der A-44-Talbrücke Twiste bei Breuna. Dort wurde am Montag gegen 7.50 Uhr ein Lkw von einer Böe erfasst, sein mit Styropor beladener Anhänger kippte um. Der Fahrer blieb unverletzt, die Autobahn wurde während der Bergungsarbeiten in Richtung Dortmund voll gesperrt.

Vollsperrung auf der A 44: Die Twiste-Talbrücke zwischen Welda und Wormeln wurde voll gesperrt, weil ein Lkw-Anhänger umgekippt war. Der Verkehr wurde in Richtung Dortmund über Breuna geleitet.

Weitere, kleinere Sperrungen gab es auch im Kreisteil Hofgeismar. Unter anderem sei die Kreisstraße 55 zwischen Hofgeismar und Gottsbüren wegen umgestürzter Bäume gesperrt worden, erklärte die Polizei. Die Sperrung sei am Montagmorgen wieder aufgehoben worden, die Straßenmeisterei hatte die Hindernisse beseitigt.

In der Nacht zuvor hatte die Feuerwehr Hofgeismar für die Absperrung gesorgt, sagte deren Pressewart Peter Stahl. Die Straße sei ab Waldeingang aus Richtung Hofgeismar bis zur Sababurg gesperrt worden. 

Insgesamt sagt auch er zum Orkantief: „Wir sind glimpflich davongekommen.“ Einige wenige Straßen sind laut Hessen Mobil noch nicht geräumt. Das soll bis spätestens Mitte der Woche geschehen.

Kreis: Infos über Schulausfälle bündeln

Zahlreiche Schulen im Landkreis hatten am Montag ihren Unterricht ausfallen lassen. Das Kultusministerium hatte dafür vorab in einer Mitteilung an die Schulen seine Unterstützung signalisiert. Eine so flächendeckende Maßnahme sei für den Landkreis außergewöhnlich, sagte Kreissprecher Kühlborn. 

Ansonsten seien Schulen eher bei lokalen Ereignissen wie Hochwasser geschlossen geblieben. Ob alle Schulen im Landkreis den Unterricht ausfallen ließen, konnte Kühlborn am Montag nicht sagen, da dies im Ermessen der Schulleiter gelegen habe. Informationen über Probleme im Schulbusverkehr lagen ihm nicht vor.

Angesichts des Unterrichtsausfalls an zahlreichen Schulen am Montag will der Landkreis künftig darüber nachdenken, wie in einem solchen Fall die Informationen gebündelt werden könnten. Das erklärte Kühlborn am Montag im Gespräch mit unserer Zeitung. Eine Möglichkeit sei beispielsweise, dass die Eltern sich im Vorfeld auch zentral über die Internetpräsenz des Landkreises darüber informieren könnten, welche Schulen ausfallen würden. 

Auswirkungen auf den Kreisteil Hofgeismar

Auch wenn sich das Orkantief Sabine weitestgehend gnädig mit dem Kreisteil Hofgeismar zeigte: An einigen Stellen sorgte die Wetterlage doch für Einschränkungen. 

Straßenmeisterei sperrte Straßen

Strecken kontrollieren, Bäume entfernen: Damit war die Straßenmeisterei Oberweser beschäftigt. „Gott sei dank war es nicht so dramatisch, wie wir erwartet hatten“, sagte Dominik Hagner von der Straßenmeisterei. 

Allerdings sei der Sturm noch nicht vorbei und man müsse den weiteren Verlauf abwarten, erklärte er am Montagmittag. Durch den Regen sei der Boden aufgeweicht: „Das kann die Standfestigkeit der Bäume beeinträchtigen.“

Einige Kreisstraßen mussten aufgrund des Sturms gesperrt werden, diese wurden am Montagvormittag jedoch größtenteils wieder freigegeben. Zwischen Eberschütz und Lamerden stürzte am Sonntag ein Baum auf die Fahrbahn. 

Auch auf der K 58 zwischen Beberbeck und Friedrichsfeld musste ein abgebrochener Ast, der auf die Fahrbahn ragte, von der Straßenmeisterei entfernt werden. 

Hessen Mobil: Aufräumarbeiten bis Mitte der Woche

Die sturmanfälligen Waldstraßen K 75 und K 76, die bereits frühzeitig gesperrt worden waren, wurden am Montagvormittag von Laub und kleinen Ästen gereinigt und ebenfalls wieder freigegeben. Die Polizei Hofgeismar musste nicht zu einem größeren Einsatz ausrücken.

An einigen Abschnitten seien die Bäume am Montag noch nicht entfernt worden, teilte die Straßenverkehrsbehörde Hessen Mobil mit. Dort seien wegen der weiterhin wiederkehrenden stürmischen Böen die Arbeit noch zu gefährlich. Der Boden sei durch den Regen aufgeweicht. 

„So können Bäume, die bereits angeschoben sind, leicht in Gänze umfallen“, heißt es von Hessen Mobil weiter. „Sofern es das Wetter zulässt, wird an diesen Abschnitten am Dienstag mit den Aufräumarbeiten begonnen. Diese sind dann voraussichtlich bis spätestens Mitte der Woche abgeschlossen.“

Dies betrifft im Kreisteil Hofgeismar die K 75 (Abzweig L 763 bei Gottsbüren - Helmarshausen), die K 76 (Abzweig B 80 - Helmarshausen) und die K 88 (Escheberg - Breuna).

Regiotram war vorübergehend außer Betrieb

Als Vorsichtsmaßnahme war der Betrieb einiger Regiotramlinien am Sonntagabend eingestellt worden. Darunter war auch die Verbindung RT1 Kassel – Hofgeismar/Hümme. Am Montagmorgen wurde die Verbindung wieder aufgenommen, hieß es dazu von der Kasseler Verkehrsgesellschaft (KVG).

Spaziergänger sollten Wald meiden

„Es sind Bäume gefallen, aber über die Menge können wir noch nichts sagen“, sagte Klemens Kahle, Sprecher des Forstamtes Reinhardshagen. Frühere Stürme und Borkenkäfer hätten die Bäume schon „eliminiert“, die jetzt zur Gefahr hätten werden können. 

Es gebe kaum noch Nadelbäume im Reinhardswald. Angesichts dieser Situation „kann uns nichts mehr aufregen“, ergänzte Kahle. Aus Sicherheitsgründen sollten Spaziergänger den Wald mindestens so lange meiden, bis der Sturm abgeklungen ist. Das gelte ganz besonders für den Urwald.

Das Forstamt hatte ebenfalls im Vorfeld auf die Sturmwarnung reagiert. Der Friedwald wurde aus Sicherheitsgründen für den Besucherverkehr gesperrt. 

„Die Sperrung wird erst einmal bis Mittwoch Abend bestehen bleiben“, hieß es. Sollte eine Beerdigung anstehen, müsste die verschoben werden.

Tierpark wieder geöffnet

Der Tierpark Sababurg war am Sonntag und Montag vorsorglich geschlossen worden. Schäden sind dort durch den Sturm nicht entstanden, sagte Zoologin Dr. Sandy Walgenbach. 

„Allen Tieren und Mitarbeitern geht es gut.“ Ab dem heutigen Dienstag sind die Tore für die Besucher wieder geöffnet.

In Kassel hat Sturm Sabine auch weitere Auswirkungen: hier hat die Stadt Kassel aus Sicherheitsgründen sämtliche Grünanlagen und Parks gesperrt.

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