Tellerwerfen gegen Wut: Streitgespräch über die Lage in Gottsbüren

Teller gegen Wut: Professor Ton Matton (rechts) hatte zum Streitgespräch geladen. Foto: Gräbe

Gottsbüren. Zu einem Streitgespräch über die geplanten Windkraftanlagen im Reinhardswald und das Salzspeicherbecken hatte Künstler Ton Matton auf den Meckesplatz eingeladen.

Rund 30 Bürger aus Gottsbüren und den umliegenden Orten diskutierten dort.

Trendelburgs Bürgermeister Kai Georg Bachmann verzichtete auf eine Teilnahme, weil er stark polarisiert. Zu Beginn der Veranstaltung stimmte Matton mit den Anwesenden erst einmal ab, wer für Windkraft ist und wer dagegen. Einige Anwesenden, die auch Mitglieder der Bürgerinitiative sind, sagten, dass sie dagegen seien und verließen aus Protest die Veranstaltung. Matton erklärte: „Sie dürfen nicht als Verlierer denken, sondern als Gewinner - und müssen sich die Frage stellen: Was mach ich mit meinem Gewinn?“

Auch an ein Ventil für angestaute Wut hatten die Kunststudenten gedacht und einen Stapel Teller bereitgestellt. War es einem der Anwesenden zu viel, nahm er einfach einen Teller und warf ihn gegen die Hauswand, um seine Wut abzubauen, statt andere zu beschimpfen.

„Es sollte schon ein bisschen wie bei Asterix und Obelix sein. Erst haut man sich die Köpfe ein und dann trinkt man ein Bier zusammen“, so Matton weiter. Aber auch Ideen wurden geweckt. So stellte sich Frank Wolfram die Frage: Wenn die Bayern wegen ihres Tourismus keine Windkraftanlagen bekommen und sie dafür in Gottsbüren gebaut werden, warum bezahlen die Bayern dann nicht ganz einfach die Salz-Pipeline zur Nordsee und Gottsbüren bekommt keine Salzspeicherbecken?

Da war man sich später einig: Wenn zum Beispiel auf diesen Vorschlag eingegangen und die Anzahl der Windkraftanlagen reduziert würde, könnten die Gottsbürener damit leben. (ygc)

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