79 Tierarten auf 130 Hektar Fläche 

Neue Attraktionen: Was Sie jetzt über den Tierpark Sababurg wissen sollten

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Im Tierpark haben viele Tiere ein Zuhause gefunden, so auch der Luchs, der Rothirsch und Pinguine. 

Der Tierpark Sababurg ist ein Besuchermagnet: Wir stellen einige der Bewohner vor und beantworten die meist gestellten Fragen rund um den Tierpark im Kreis Kassel.

Geschichte des Tierparks Sababurg

Den ältesten Tierpark Europas richtete Landgraf Wilhelm IV im Jahr 1571 bei seinem Jagdschloss Sababurg ein. Seither wurde der Park für Verschiedenes genutzt, unter anderem als Jagdrevier sowie als Pferdeweide. Der Landgraf nutzte den Park aber auch zur Erforschung unbekannter Arten. Das Rondell mit den sternförmig zulaufenden Alleen kam im 17. und 18 Jahrhundert dazu. Der Kreis Hofgeismar richtete das Gelände 1971 schließlich wieder als Tierpark ein.

Heute leben im Tierpark 788 Tiere und 79 verschiedene Arten (Stand: Februar 2018) auf 130 Hektar Fläche. Dabei wird auf artgerechte und natürliche Haltung geachtet. Die Besucherzahlen steigen stetig an, seit Jahren gibt es immer wieder neue Rekordmeldungen, wie zuletzt 2017 mit 335.000 Besuchern. 

Tierpark Sababurg im Reinhardswald

Der Tierpark Sababurg liegt direkt im Reinhardswald, der zu den ursprünglichsten in ganz Deutschland zählt. 1907 wurde der „Urwald Sababurg“ gegründet und unter Naturschutz gestellt. Damit ist das etwa 92 Hektar große Waldstück mit bis zu 800 Jahre alten Eichen eines der ältesten Naturschutzgebiete Deutschlands. 2017 wurde der Reinhardswald als zwölfter Naturpark in Hessen anerkannt, das Land fördert dies mit 450.000 Euro. 

Die nahegelegenen Burgen wie das Dornröschenschloss Sababurg oder die Burg in Trendelburg inspirierte schon die Brüder Grimm zu ihren Geschichten. Durch den Wald verläuft auch die Deutsche Märchenstraße zwischen Kassel und Göttingen. 

Mit dem Hund im Tierpark Sababurg

Hundebesitzer dürfen ihre Vierbeiner in den Tierpark Sababurg mitnehmen, allerdings müssen die Hunde immer an der Leine geführt werden. Beim Bauernhof, im Kinderzoo, der Eselwiese und im Damwildstreichelgehege sowie der Greifvogelstation müssen Hunde draußen bleiben.

Füttern im Tierpark Sababurg

Der Kontakt zu den Tieren ist im Tierpark Sababurg an vielen Stellen möglich, einige der Tiere kann man sogar füttern. Für Ziegen, Schafe oder auch Wildschweine gibt es spezielles Futter, welches man im Info-Zentrum am Eingang des Tierparks für einen Euro pro Tüte kaufen kann. Allerdings sollte man sich bei einem Besuch im Park immer an die Regeln halten und auf Hinweisschilder an den Gehegen und Anlagen achten. Bei einem Vorfall 2014 hatte eine Frau ihre Fingerkuppe eingebüßt, als sie trotz Warnung ihre Hand durch den Zaun steckte, um Wildschweine zu füttern. 

Gastronomie im Tierpark Sababurg

Im Tierpark Sababurg gibt es verschiedene kulinarische Angebote.

Gasthaus "Zum Thiergarten": Im Landgasthaus „Zum Thiergarten“ im Eingangsbereich des Parks kann sowohl drin als auch auf der Sonnenterrasse eine Pause eingelegt werden. Öffnungszeiten: Von November bis März, montags bis donnerstags 10 bis 17 Uhr sowie freitags und an Wochenenden ab 10 Uhr bis Open End.

Grillen im Park: Für 20 Euro am Tag kann im Tierpark Sababurg auch gegrillt werden. Besucher können folgende Plätze mieten: Den Grillplatz Fischerhütte am Karpfenteich, den Grillplatz Sababurg mit herrlichem Blick auf das Dornröschenschloss und den Grillplatz Wisentblick beim Gehege der Wisente. Ein Grillrost gibt es gegen 25 Euro Kaution, auf Wunsch können sich die Besucher auch mit Essen und Getränken vom Gasthaus im Park versorgt. Informationen und Reservierungen unter der Nummer: 0 56 71/ 7 66 49 90

El ch-Lodge: Die Elch-Lodge im oberen Bereich des Tierparks bietet nicht nur einen märchenhaften Ausblick auf das Dornröschenschloss und den Park. In der Kaffee-Stuga kann man bei Kaffee, Kuchen und neuerdings auch Pizza wieder neue Kräfte sammeln. Die Stuga ist in der Wintersaison nur an Wochenenden und hessischen Feiertagen von 11 bis 15 Uhr geöffnet. Die gesamte Elch-Lodge kann für Feiern und Seminare ab 18 Uhr gemietet werden.

Imbiss am Kinderzoo: Von Currywurst bis Kartoffelsalat sowie von Cola bis Tee – der Imbiss am Kinderzoo ist das ganze Jahr geöffnet, immer von 10 Uhr bis zur Schließung des Tierparks.

Kindergeburtstage

Einen unvergesslichen Geburtstag kann man im Tierpark Sababurg von April bis Oktober feiern. Der Eintritt beträgt hierbei 3,50 Euro, das Geburtstagskind hat natürlich freien Eintritt. Das Programm wird nach den eigenen Wünschen zusammengestellt. Die Möglichkeiten gehen dabei von Geburtstagsessen am Kiosk, Grillfest, Autoscooter bis zu einer Rundfahrt mit dem Park-Express, Füttern der Tiere mit einem Tierpfleger und einer Rallye durch die Gehege. 

Hochzeiten und Taufen im Tierpark

Sowohl Hochzeiten als auch Taufen sind im Tierpark Sababurg in der Kirchenscheune möglich. Trauungen können nur von April bis Oktober eines Jahres stattfinden. Die Feier danach kann auch im Gasthaus „Zum Thiergarten“ stattfinden. Informationen gibt es bei der Verwaltung unter der Nummer 0 56 71/ 7 66 49 90.

Mit dem Express durch den Tierpark Sababurg

Bis zu 40 Besucher haben auf dem Tierpark-Express Platz, der vom 2. April bis zum 31. Oktober täglich durch das 130 Hektar große Gelände fährt. Ein Ticket für die 45-minütige Fahrt kostet für Erwachsene drei Euro und für Kinder 1,50 Euro.

Museum im Tierpark Sababurg

Die Tiere des Parks, der Reinhardswald und die Tiere in den Märchen der Brüder Grimm stehen im ersten Tierparkmuseum Deutschlands im Mittelpunkt. Dieser befindet sich im Eingangsbereich des Parks. In dem 400 Jahre alten Fachwerkhaus, welches aus dem Nachbarort Gottsbüren stammt, laden interaktive Stationen wie Fühl- und Hörstationen zum Entdecken ein.

Tierpate werden

In einem der ältesten Tierparks Deutschlands haben viele bedrohte Tierarten eine Zuflucht gefunden, die Sie als Pate unterstützen können. Der Spendenbeitrag sichert das Futter und die Pflege und trägt zum Erhalt der Tierart bei. Als Pate erhält man vom Tierpark Sababurg eine Urkunde, ein Namensschild auf dem Patenbaum und eine Jahreskarte. So kann man sein Patentier so oft besuchen, wie man möchte. Einmal im Jahr gibt es außerdem einen Patenschaftstag mit Informationen über die Tiere und die Entwicklung des Tierparks. Informationen gibt es unter der Nummer 0 56 71/ 7 66 49 90 oder per E-Mail an geschaeftsstelle@foerderverein-tierpark-sababurg.de.

Förderverein Tierpark Sababurg

Der Förderverein Freunde des Tierparks Sababurg e.V. unterstützt seit seiner Gründung am 1. Oktober 1992 den Tierpark fachlich und finanziell. Die etwa 200 Mitglieder engagieren sich unter anderem im Naturschutz, im Schutz bedrohter Haustierrassen und sie unterstützen den Park als Bildungs- und Erholungsort. Die Mitglieder sammeln beispielsweise für den Bau neuer Anlagen, etwa für Wölfe und Luchse, übernehmen Tierpatenschaften und führen Besucher durch den Park. Außerdem steht ein Mal pro Jahr ein Ausflug zu einem Zoo an.

Mitglied werden: Eine Mitgliedschaft kostet im Jahr 35 Euro, für Familien (Eltern mit Kindern) 65 Euro und für Firmen und Verbände 150 Euro. Die Beiträge können steuerlich abgesetzt werden. 

Jobs im Tierpark

In der Verwaltung gibt es sechs Mitarbeiter, unter anderem eine Zoopädagogin und eine Biologin. Es gibt vier bis fünf Stellen für ein Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ), auf die man sich bewerben kann. Neben studentischen Hilfskräften und Saisonkräften gibt es drei Tierpfleger-Auszubildende. 

Acht Zootierpfleger kümmern sich bereits um die mehr als 700 Tiere. Dazu gehört unter anderem: Futterzubereitung und Fütterung, Säubern von Gehegen und Ställen, Versorgung von kranken oder verletzten Tieren, Beobachtung und Beschäftigung der Tiere und Kindergeburtstage im Streichelzoo. 

Wo ist der Tierpark Sababurg?

Der Tierpark Sababurg liegt mitten im Reinhardswald in Hofgeismar (Kreis Kassel).

In das Navi können Sie am besten folgende Adresse eingeben: Sababurg 1, 34369 Hofgeismar. Geparkt werden kann kostenlos auf 550 Plätzen direkt vor Ort. 

Auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln lässt sich der Park gut erreichen. Vom Bahnhof Hofgeismar und in Hann. Münden fahren regelmäßig Busse der Linie 190 zum Tierpark. 

Kontakt: 05671/ 7 66 49 90 oder per E-Mail an info@tierpark-sababurg.de 

Wann ist der Tierpark Sababurg geöffnet?  

Januar bis Februar  

10 Uhr bis 16 Uhr 

März

09 Uhr bis 17 Uhr  

April bis September

08 Uhr bis 19 Uhr

Oktober

09 Uhr bis 18 Uhr 

November bis Dezember

10 Uhr bis 16 Uhr 

Die begehbaren Anlagen werden eine halbe Stunde vor Schließung des Parks geschlossen.

(Stand der Öffnungszeiten: März 2018)

Eintritt 

Tageskarte

Erwachsene und Jugendliche (ab 16 Jahre)     

acht Euro       

Kinder (ab 4 Jahre), Jugendliche (bis 15 Jahre), Schüler und Studenten

4,50 Euro 

Schwerbehinderte mit gültigem Ausweis (ab 50% Behinderung)

6,50 Euro 

Familienkarte für zwei Erwachsene mit Kindern (4 bis 15 Jahre)

21 Euro

Gruppenkarte

Gruppenkarten gibt es ab 15 Teilnehmern, wenn eine Person für die ganze Gruppe zahlt. 

Erwachsene und Jugendliche (ab 16 Jahren)                                       

6,50 Euro

Kinder (ab vier), Jugendliche (bis 15 Jahre), Schüler und Studenten

3,50 Euro

Jahreskarte

Erwachsene und Jugendliche (ab 16 Jahren)                                            

22 Euro 

Kinder (ab vier), Jugendliche (bis 15 Jahre), Schüler und Studenten

zwölf Euro 

Familien-Jahreskarte, Großeltern-Jahreskarte (mit Enkeln)

49 Euro 

(Stand der Preise: März 2018)

Gutscheine

Gutscheine für den Tierpark gibt es an den Verkaufsstellen Touristinfo des Märchenlandes Reinhardswald (Markt 5, Hofgeismar), Telefonnumer 05671/999222. Außerdem bei den Jugend- und Freizeiteinrichtungen des Landkreises Kassel (Wilhelmshöher Allee 19-21, Kassel), Telefonnummer 0561/ 10031154 oder-1155.

Die tierischen Bewohner des Parks

Lust auf einen Besuch bekommen? Wir stellen Ihnen einige der Bewohner im Tierpark Sababurg vor.

Kängurus im Tierpark

Benettkänguru Dörthe mit einem Jungtier im Beutel. 

Im Tierpark Sababurg lebt das Männchen Pepe mit den beiden Känguru-Damen Elfriede und Dörte. Das frei begehbare Gehege befindet sich im Kinderzoo direkt beim Eingang. 

Benettkängurus sind eigentlich Eukalyptus-Wälder, Buschlandschaften, Savannen gewohnt, doch auch der Winter macht ihnen nichts aus. Die Beuteltiere kommen also im rauen Nordhessen sehr gut zurecht und sind auch dem Eis und Schnee nicht abgeneigt. Die Jungtiere der Benettkängurus kommen schon nach kurzer Zeit "unfertig" auf die Welt und sind dabei etwa so groß wie ein Gummibärchen. Im Beutel ihrer Mutter wachsen sie dann 280 Tage lang. Sie können ein Alter von etwa 15 Jahren erreichen und werden vom Kopf bis zum Rumpf etwa 100 Zentimeter groß. Im ausgewachsenen Alter schaffen sie einen Sprung bis zu über fünf Metern. 

Kängurus sind vor allem in Australien, Neuguinea und Tasmanien beheimatet. Weltweit unterscheidet man zwischen 68 Arten. Die größten unter ihnen erreichen eine stattliche Körpergröße von 1,80 Meter und springen bis zu 60 km/h schnell.

Gefährdungsstatus nach der roten Liste gefährdeter Arten der Weltnaturschutzunion IUCN: Je nach Art „Nicht gefährdet“ bis zu „Vom Aussterben bedroht“.

Pinguine im Tierpark

Pinguine im Tierpark Sababurg genießen ein Bad.  

Schlagzeilen machten vor allem zwei Humboldtpinguine des Tierparks Sababurg, als Anton mit seiner Freundin Fritzi 2011 immer wieder aus dem Gehege ausriss und den Park erkundete. Dabei bietet die begehbare Pinguinwasserwelt seit 2010 jeglichen Komfort. Eigentlich sind die Pinguine, die nach dem Humboldtstrom (Westküste Südamerika) benannt wurden, an die heißen Temperaturen in ihrer Heimat Chile und Peru gewöhnt. Damit ihnen im Tierpark Sababurg bei Eis und Schnee nicht die Füße und die Gesichtshaut erfrieren, wärmen sie sich im Winter unter Wärmelampen wieder auf. Das Leben der Pinguine im Wasser können Besucher durch Unterwasserscheiben beobachten. Die Kolonie im Kinderzoo beim Eingang des Parks zählt insgesamt 27 Köpfe (Stand Februar 2018). In Gefangenschaft erreichen die durchschnittlich 45 Zentimeter großen Tiere ein maximales Alter von 20 Jahren. 

Laut des Gefährdungsstatus' von Humboldtpinguinen nach der roten Liste gefährdeter Arten der Weltnaturschutzunion IUCN nehmen die Bestände unter anderem wegen Überfischung rapide ab, die Art gilt als gefährdet. 

Kommentierte Schaufütterungen: täglich 10:30 Uhr und 15 Uhr

Waschbären im Tierpark Sababurg

Waschbären haben in Städten keinen guten Ruf, aber im Tierpark Sababurg sind sie gern gesehene Bewohner. 

Im Tierpark wohnen Frida und Freddi seit 2012 im Kinderzoo beim Eingang des Parks. Seit 1934 am hessischen Edersee vier Waschbären ausgesetzt wurden, ist die Population auf mehrere Tausend in Kassel angewachsen, was sie zur unumstrittenen „Waschbär-Hauptstadt“ Europas macht. Doch die aus Nordamerika stammenden Tiere haben keinen guten Ruf: Abgeerntete Obstbäume, zerpflückte Dachdämmungen, durchwühlte Mülltonnen - sie wurden sogar als Einbrecher von der Polizei ertappt. Die Allesfresser haben hier keine natürlichen Feinde und schon gar keine Berührungsängste. Damit bringen sie sich aber auch in Gefahr. Tierschützer und Jäger streiten sich über die Schonzeit, in der Tiere von Anfang März bis Ende Juli nicht abgeschossen oder gefangen werden dürfen. 

Kommentierte Schaufütterungen: von April bis Oktober täglich um 15:15 Uhr

Wollschweine in blond, rot und schwarz

Neugierig: Jedes Jahr gibt es kleine Wollschwein-Frischlinge im Tierpark zu bestaunen. 

Die Eber Szerencse (ungarisch für „Glück“) und Eberhard leben zusammen mit den Sauen Alberta, Rapunzel und Mimi sowie ihrem Nachwuchs im Tierpark Sababurg nahe dem Bauernhof. Insgesamt sind es 14 Tiere (Stand Februar 2018). Die intelligenten Tiere mit einer Vorliebe für Streicheleinheiten gibt es in drei Variationen, blond, rot und schwarz, die alle im Tierpark vertreten sind. Bis zu zwei Mal im Jahr gibt es putzige Frischlinge im Tierpark zu bestaunen. Das Lieblingsdessert der Wollschweine: Alles was süß ist, zum Beispiel Zuckerrübensirup. In den Genuss kommen sie aber nur manchmal, wie zum Beispiel beim Entwurmen. Zu häufig wäre ungesund. 

Durch ihr borstiges Fell und eine großzügige Fettschicht sind die aus dem Balkan und vor allem Ungarn stammenden Schweine sowohl vor Kälte als auch vor der heißen Sonne gut geschützt. Ihr fetthaltiges Fleisch machte die Schweine weltweit beliebt, doch als Ende der 70er-Jahre mageres Fleisch bevorzugt wurde, sanken die Bestände rapide und die Rasse stand kurz vor dem Aussterben.

Ein Vielfraß, den sogar Bären fürchten

Vielfraße sollte man nicht unterschätzen. 

Minus 40 Grad ist den Vielfraßen Häger und Helga II im Tierpark lieber als Sonnenschein und mildes Wetter. Die Speisekarte ist nämlich bei dicken Schneeschichten besonders ausgiebig. Auf ihren breiten Tatzen können sie sich im Winter beinahe geräuschlos über den Schnee bewegen und sogar Rentiere und Elchkälber jagen. Dieser Überraschungseffekt geht im Sommer verloren, da sind sie mit ihrem Mardergalopp eher plump unterwegs und auf weniger schnell flüchtende Beute und Aas angewiesen sind. Die Marder stammen aus Nordamerika, Nordeuropa und Nordasien und werden wegen ihres Aussehens auch „Bärenmarder“ genannt. Natürliche Feinde hat er außer dem Menschen nur sehr wenige, selbst Raubtiere wie Wölfe und Bären überlassen dem bis zu ein Meter großem Vielfraß die Beute, um einen Kampf zu vermeiden. Die Vielfraße wohnen fast mittig im Park neben den Luchsen. 

Kommentierte Schaufütterungen: täglich um 13:30 Uhr

Wisente: Die größten Landsäugetiere Europas

Eine Herde Wisente im Tierpark Sababurg.

Es ist noch gar nicht lange her, da standen Wisente wegen der wachsenden Besiedlung Europas kurz vor der Ausrottung. Der letzte in freier Wildbahn lebende Wisent wurde 1919 im polnisch-russischen Naturschutzgebiet Bialowieza Urwald getötet. Im Jahr 1923 lebten nur noch 56 Exemplare in Gefangenschaft.

Auch heute sind die engen Verwandten der amerikanischen Bisons stark gefährdet, sie zu jagen ist verboten. Immerhin konnte durch gezielte Züchtung und Auswilderung die weltweite Anzahl wieder auf 3500 Wisente steigen. Die meisten von ihnen leben heute wieder im Urwald von Bialowieza in Polen.

Im Tierpark Sababurg können sich die mächtigen Tiere auf der 13 Hektar großen Weide über dem Kinderzoo ausbreiten. Bei den größten Landsäugetieren Europas bringen es die Bullen auf bis zu 1000 Kilogramm Gewicht, die Kühe bis zu 600 Kilogramm. Im Schnitt werden sie 15 Jahre alt. Im Tierpark lebt der Zuchtbulle "Favorit" zusammen mit den Kühen Zaberta, Takki II, Zareta, Zareti, Zarana, Zanne, Zandela und dem Nachwuchs. Insgesamt sind es 18 Tiere (Stand Februar 2019). 

Skudden: Die ältesten und kleinsten Hausschafe Deutschlands

Auf dem Bauernhof können Besucher den Skudden ganz nah kommen. 

Mit einem „Määäähhhh“ werden Besucher auf dem Bauernhof im Tierpark belohnt, wenn sie eine der ältesten und kleinsten Schafrassen Deutschlands streicheln. Die Böcke werden nur 60 Zentimeter, die Weibchen bis zu 50 Zentimeter groß. In Ostpreußen und im Baltikum waren die widerstandsfähigen Schafe schon vor 2000 Jahren zu Hause, in ihrer Heimat sind sie mittlerweile ausgestorben.

Weißkopfseeadler – Könige der Luft

Im Tierpark Sababurg machte 2017 vor allem der männliche Weißkopfseeadler Baby Furore, als er nach einer Schau einfach davonflog. Hauptdarsteller in einem Video des 17-jährigen Kamal Qaderi aus Afghanistan war er auch schon. In der Greifvogelflugschau kann man die Adler, Falken, Bussarde und Eulen des Tierparks für 30 Minuten lang im freien Flug erleben. Die Greifvogelstation ist links vom Parkeingang zu finden.

Der nordamerikanische Weißkopfseeadler ist seit 2008 nicht mehr als gefährdet eingestuft und genießt seit jeher als Wappentier der USA und bei den Ureinwohnern hohes Ansehen, die die Federn für religiöse Zwecke verwenden. Die Greifvögel sind mit über zwei Metern Flügelspannbreite die Könige der Luft.

Greifvogelflugschau: von März bis Oktober täglich (außer montags) um 11:30 Uhr, 14 Uhr und 16:15 Uhr

Tarpane: Urwildpferde

Tarpane mit Fohlen beim Grasen. 

Eigentlich wären sie längst ausgestorben, doch im Tierpark Sababurg leben 18 (Stand Februar 2018) Tarpane die Rückzuchtform der eurasischen Wildpferde. Früher in den Steppen Russlands beheimatet, ließ der Mensch ihnen durch Jagd und Besiedlung keinen Platz mehr. Das letzte freilebende Pferd starb 1879 in der Ukraine, im Moskauer Zoo starb der letzte bekannte Tarpan in den 1880er-Jahren. Ab 1930 startete man im Münchener Tierpark Hellabrunn Rückzüchtungsversuche, bei denen man den ursprünglichen Pferden äußerlich so nahe wie möglich kommen wollte. Die Tarpane findet man auf der rechten Seite des Parks neben dem Wildschweingehege.

Kaffe und Kuchen bei den Elchen

Stolze Elchkuh mit ihrem Nachwuchs im Tierpark.

Der stattliche Elchbulle Ole lebt mit Greta, Lotte und Lina, sowie dem 2015 geborenen Nachwuchs im Tierpark Sababurg. Elche sind mit über zwei Metern die größten Hirsche der Welt, die schwersten Bullen in Nordamerika können schon mal 600 Kilo auf die Waage bringen. Mit ihren langen „Sacknasen“ können sie nicht nur leichter fressen, sie schützen auch vor der Kälte. 

Bis zu den Elchen muss man eine Weile laufen, da sie im oberen Bereich des Tierparks wohnen, doch die dortige Elch-Lodge bietet nicht nur einen märchenhaften Ausblick auf das Dornröschenschloss und den Park. In der Kaffee-Stuga kann man bei Kaffee, Kuchen und neuerdings auch Pizza wieder neue Kräfte sammeln. Die Stuga ist in der Wintersaison nur an Wochenenden und hessischen Feiertagen von 11 bis 15 Uhr geöffnet. Die gesamte Elch-Lodge kann für Feiern und Seminare ab 18 Uhr gemietet werden.

Wölfe hautnah

Schon seit vielen Jahren leben Wölfe im Tierpark Sababurg.

Im Tierpark Sababurg lebt bereits seit 1991 ein achtköpfiges Rudel (Stand Februar 2018) mit Alphawolf Amorak an der Spitze der Rangordnung. Besucher können die Wölfe in dem 2014 von 7500 Quadratmetern auf 11.000 Quadratmeter erweiterten Gehege auch beim vergnügten Baden im Teich erleben. Über ein Jahrhundert galten Wölfe in Deutschland als ausgestorben und sorgen seit ihrer dauerhaften Wiederansiedlung nicht nur für Verzückung unter Naturschützern, sondern auch für Konflikte mit Viehzüchtern. Das schlechte Image vom „bösen Wolf“ werden sie nur schlecht los, illegale Tötungen stellen auch heute noch ein Problem dar. In der deutschen Roten Liste der gefährdeten Arten ist der Wolf immer noch als „Vom Aussterben bedroht“ eingestuft.

Die meisten Rudel leben mittlerweile in Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg, aber auch im Kreis Northeim sowie in Waldeck-Frankenberg wurden bereits Wölfe gesichtet. Zu den Verhaltensregeln bei einer Begegnung mit Wölfen gehört unter anderem das langsame Rückwärtsgehen. Als „Gesundheitspolizei“ erfüllen die Jäger in der Natur eine wichtige Aufgabe, da sie sich vor allem kranke und schwache Tiere vornehmen.

Wolfstage im Tierpark Sababurg: Die Wolfstage finden am Wochenende 17. und 18. März 2018 ab 14 Uhr, statt. Die Besucher erwarten unter anderem Kinderbastelaktionen, Vorträge und mehrmalige Fütterung des Wolfsrudels.

Wolfsfütterung: Beim Wolfsgehege im Tierpark Sababurg erfahren die Zuschauer bei den Fütterungen Spannendes über die heimischen Raubtiere. Die Fütterungen finden statt:

  • mittwochs, am 26. Juni, 4. Juli und 11. Juli, jeweils ab 17 Uhr
  • freitags, am 29. Juni, 6. Juli und 13. Juli, jeweils ab 15 Uhr
  • mittwochs, am 18. Juli, 25. Juli und 1. August, jeweils ab 17 Uhr 
  • freitags, 20. Juli, 27. Juli und 3. August, jeweils ab 15 Uhr

Emsige Bienen bei der Arbeit erleben

Im Tierpark Sababurg gibt es einen Bienengarten.

Wer sich an den Glasscheiben des Bienenhauses im Tierpark Sababurg die Nase platt drückt, kann die Königin sowie die fleißigen Arbeiter bei ihrer Tätigkeit hautnah beobachten. In der 136.000 Euro teuren Anlage samt Bienengarten betreut der Imkerverein Hofgeismar seit 2015 mehrere Bienenvölker. Bei der interaktiven Ausstellung lernen die Besucher unter anderem, die Welt aus Sicht der Honigbienen zu sehen. Weltweit gibt es geschätzt 25.000 verschiedene Bienenarten, davon sind nur etwa sieben Honigbienen. Als wichtigste Bestäuber sind sie verantwortlich für gute Ernten. So könnte man ohne ihre Arbeit keine Äpfel, Tomaten oder Kirschen ernten.

Aktionstag Imkerei: Frischen Honig und selbstgebastelte Wildbienenhotels mit nach Hause nehmen, können Besucher bei dem Aktionstag im Tierpark Sababurg des Imkervereins Hofgeismar. Dieser findet am Sonntag, 15. Juli, von 10 bis 18 Uhr, statt.

Weitere Tiere im Tierpark Sababurg

Kinderzootiere: Erdmännchen, Hängebauchschwein, Katta, Wellensittich, Zwergkaninchen, Zwergziege

Bauernhoftiere: Esel, Heidschnucke, Leineschaf, Quessantschaf, Sattelschwein, Thüringer Waldziege, Ungarisches Steppenrind, Walachenschaf, Walliser Ziege, Huhn, Ente, Gans

Urwildparktiere: Damhirsch, Dybowskihirsch, Europäischer Fischotter, Exmoorpony, Falke, Fasan, Kranich, Luchs, Maralhirsch, Mufflon, Przewalskipferd, Rentier, Rothirsch, Schleiereule, Schnee-Eule, Storch, Taube, Uhu, Waldkauz Wapiti, Westkaukasischer, Steinbock, Wüstenbussard

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Historische Fotos aus dem Tierpark Sababurg

Tierpark Sababurg 11.6.1975
Besucher und Wisent beäugen sich gegenseitig am 11. Juni 1975. © Tierpark Sababurg
Tierpark Sababurg 17.6.1975
Kutschfahrt im Tierpark Sababurg. Das Foto entstand am 17. Juni 1975.  © Tierpark Sababurg
Tierpark Sababurg 17.6.1975
Das Wildschweingehege am 17. Juni 1975.  © Tierpark Sababurg
Tierpark Sababurg 27.5.1987
Das Foto stammt vom 27. Mai 1987 und ist betitelt mit: Filmaufnahmen Umfriedete Wildbahn mit Tierfilmer Heinz Sielmann (Mitte). © Tierpark Sababurg
Tierpark Sababurg 27.5.1987
Auch hier ist Tierfilmer Heinz Sielmann am 27. Mai 1987 bei den Heckenrindern, der Rückzüchtung des ausgestorbenen Auerochsen.  © Tierpark Sababurg
Tierpark Sababurg 
 © Tierpark Sababurg
Tierpark Sababurg
Einladung zur Hirschbrunft. Der Eintritt kostete damals 3 DM für Erwachsene und 1,50 DM für Kinder.  © Tierpark Sababurg
Tierpark Sababurg
 © Tierpark Sababurg
Tierpark Sababurg
Hessentags-Umzug in Hofgeismar 1978. © Tierpark Sababurg
Tierpark Sababurg
 © Tierpark Sababurg
Kutschfahrt durch Tierpark Sababurg
Aus dem Archiv des Landkreises Kassel: Eine Gruppe holländischer Journalisten bei einer Kutschfahrt durch den Tierpark Sababurg.  © Heinrich Fischer
Kutschfahrt im Tierpark Sababurg
Die Kutschen standen damals für Besucher zur Verfügung.  © Tierpark Sababurg
Tierpark Sababurg
Schon 1979 planschten Pinguine im Wasserbecken.  © Tierpark Sababurg
Voller Parkplatz an Ostern 1979. © Tierpark Sababurg
Tierpark Sababurg
Ostern 1979 im Tierpark Sababurg. © Tierpark Sababurg
Tierpark Sababurg
Der Ansturm an Ostern im Jahr 1979 war groß. © Tierpark Sababurg
Tierpark Sababurg
Der Streichelzoo im Tierpark im Jahr 1979.  © Tierpark Sababurg
Tierpark Sababurg
Der Streichelzoo im Tierpark im Jahr 1979.  © Tierpark Sababurg
Tierpark Sababurg
Der Osterhase zu Besuch 1985. © Tierpark Sababurg
Tierpark Sababurg
Der Osterhase zu Besuch 1985. © Tierpark Sababurg
Urwildpferde
Urwildpferde im Tierpark. © Tierpark Sababurg
Tierpark Sababurg
 © Tierpark Sababurg

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