Burgfans sagten tschüs

Dornröschen hat die Sababurg verlassen: Familie Koseck schloss Hotel und Restaurant

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Durch das Sababurg-Tor raus und direkt hinein in ein neues Märchenkapitel: Günther Koseck (links) macht sich mit Dornröschen (Katinka Herrmann) und ihrem Prinzen (Andreas Richhardt) auf gen Barockschloss Höhnscheid.

Sababurg. Dornröschen hat ihre Koffer gepackt. Nichts hat sie über gelassen in ihrer alten Sababurg-Residenz.

Denn gemeinsam mit Pächterfamilie Koseck wird sie schon bald ihr neues Reich auf Schloss Höhnscheid in der Nähe von Bad Arolsen beziehen.

Zum Abschied hatte sie noch mal zu zwei Tagen der offenen Tür geladen, zu dem am Wochenende zahlreiche Märchenliebhaber, Stammkunden und Freunde gekommen sind - nicht nur, um Lebewohl zu sagen, sondern auch, um sich die ein oder andere Erinnerung an 60 Jahre Hotel- und Restaurantgeschichte zu sichern. Essen und Getränke gab es wie in der Anfangszeit an einem Getränkewagen und Grillstand im Burghof.

Postkarten und Poster sind da ebenso begehrt wie Rosenstöcke vom riesigen Burggelände. Über 100 Arten haben sich über die Jahrzehnte hier niedergelassen, gegen eine Spende zugunsten des Rosariums Sangerhausen werden sie künftig einen Hauch Märchenstimmung in die Gärten der Region zaubern. Nur eine bleibt, wo sie seit sechs Jahrzehnten steht.

Zwölf Meter hoch und zwölf Meter breit ist sie mittlerweile, betört Jahr für Jahr im Juni mit gut 12.000 Blüten und wurde von Günther Kosecks Großvater gepflanzt. „Wir haben dafür gekämpft, dass sie bei der bevorstehenden Sanierung vom Land Hessen nicht gekappt wird, und hoffen, dass wir sie auch künftig immer wieder besuchen können“, sagte der Geschäftsführer des einstigen Hotels auf der Sababurg.

Der Trubel am Wochenende ist für den Hotelier ein willkommenes Mittel gegen den Abschiedsschmerz. „Es ist schon ein komisches Gefühl“, gibt er zu, insbesondere all die leeren Räume zu sehen, sei nicht leicht. Dennoch überwiege die Vorfreude aufs neue Domizil. Schon bald geht es in Richtung Bad Arolsen, wo er sein eigenes und das Märchen von Dornröschen zwar nicht neu, aber doch weiter schreiben wolle. Die vergangenen 61 Jahre seien für ihn und seine Familie wie auch für das Schloss ein tolles Kapitel gewesen, nun aber werde ein neues Kapitel aufgeschlagen, sagt Koseck. 

Das Land Hessen, der Landkreis Kassel und die Stadt Hofgeismar haben bereits neue Pläne für die Burganlage. Das Land hatte den Kosecks den Pachtvertrag nach vielen Jahren gekündigt, unter anderem weil das Hotel umfassend saniert werden sollte, wie es ursprünglich hieß.

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