Infos über Gefährlichkeit von Wölfen und Rückzüchtungen von Tamaskanen

Sababurger Wolfstage: Warum das Rotkäppchen lügt

Infos aus erster Hand: Tierparkmitarbeiterin Sandy Rödde (Mitte) erläuterte den Besuchern bei vier Schaufütterungen die Eigenarten der Wölfe und des vor einiger Zeit neugestalteten Geheges. Jetzt gibt es mehr Beobachtungskanzeln als vorher. Fotos: Temme

Sababurg. Wären sie nicht alle angeleint gewesen, so hätte manch einer sie bestimmt für einen Wolf gehalten. Heimliche Stars der Sababurger Wolfsnächte waren diesmal nicht die Tiere des Wolfsrudel am Rande des Tierparks, sondern die vielen Tamaskane, die am Wochenende im Tierpark unterwegs waren.

Reichlich Informationen über diese erst seit 30 Jahren zurückgezüchtete Hunderasse aus Finnland, die dem Woilf ähneln soll, aber natürlich auch über den Wolf als Urahn aller Haushunde gab es bei der zweitägigen Veranstaltung unterhalb der Sababurg.

Mit dem Vorurteil, Wölfe fräßen Menschen, räumte Michael Artelt, Wolfsbotschafter des Naturschutzbundes (Nabu) zu Beginn seines Vortrages auf: „Wir gehören nicht zur Beute eines Wolfes - seit 15 Jahren durchwandern Wölfe unsere Landschaft ohne dass je ein Mensch angegriffen worden ist.“ Ganz im Gegenteil sei der Stammesvater aller Hunde ein äußerst vorsichtiges Tier, welches mit seinem feinen Sinnen Menschen frühzeitig wahrnehme und ihnen meist aus dem Weg gehe.

Aus Sicht Artels ist es eine Sensation, dass das ehemals ausgerottete Tier sich nun wieder in freier Wildbahn angesiedelt hat: „Insofern vergessen Sie nie: Rotkäppchen lügt, Wölfe fressen keine Menschen.“

Über die Wölfe im Park berichtete Sandy Rödde während der Schaufütterungen Acht männliche Tiere und ein weibliches bilden derzeit ein Rudel. Damit es künftig keinen Nachwuchs mehr gibt, wurde die Fähe kastriert. „Es ist einfach sehr schwer Wölfe an andere Tierparks zu vermitteln, deshalb haben wir uns zu diesem Schritt entschieden.“ Die Wölfin ist übrigens auch Chef ihres Clans und nur mit einem ihrer Nachkommen bildet sie ein Paar. Am Ende der Kette steht der Omega Wolf im Tierpark. In freier Wildbahn würde er abwandern, hier lebt er am Rande der Gruppe.

Neue Rasse: Dem Wolf möglichst ähnlich werden sollen die Tamaskane. Vom Tamaskan Club Germany warben dafür in Sababurg (von links) Kirsten Diecks, Sascha Herrmanns und Christian Gelkowski.

Einen besonderen Charakter verliehen die Tamaskane der Veranstaltung. 30 Halter waren aus ganz Deutschland zum Treffen des Tamaskan Clubs Germany gekommen. „Der Tamaskan ist eine noch unbekannte Hunderasse“, sagte Kirsten Diecks. Erst seit sechs Jahren gebe es die Hunde in Deutschland, die in ihrem Äußeren Wölfen sehr stark ähneln. Allerdings nur das, denn der Charakter dieser beindruckenden, aber noch nicht als Rasse anerkannten Vierbeiner ist sehr freundlich gegenüber Menschen und anderen Hunden.

Als Rahmen wurden Fahrten mit einem Dog-Scooter angeboten, Hundetrainer Uwe Breuer führte Mantrailing (Spurensuche mit Hund) vor und wem das immer noch nicht reichte der konnte sich die Zeit im Lapplandlager vertreiben oder Stockbrot am Lagerfeuer backen.

Von Tanja Temme

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