Preisverleihung in Ulm

Tränen und Jubel über Feuerwehr-Oscar für Deisel

Erfolgreich im Ulm: die Deiseler Jugendwehr. Foto: nh

Deisel/Ulm. Ist es Traum oder Wirklichkeit? Diese Frage stellte sich die Jugendfeuerwehr Deisel am Freitagabend: In Ulm wurde ihr der Conrad Dietrich Magirus-Preis verliehen.

„Was ist schon ein Bambi, wenn man den Feuerwehr-Oscar bekommen kann“, sagte der Oberbürgermeister der Stadt Ulm, Ivo Gönner. Zehn Feuerwehren wurden von einer Jury aus 400 Bewerbungen ausgesucht. Bis zum 19. November wurden 30.000 Stimmen aus ganz Deutschland via Internet für die Finalisten vergeben.

In der Kategorie Soziales Engagement belegte die Jugendfeuerwehr Deisel den ersten Platz, gefolgt von der Feuerwehr Bergheim, die einen Treppenlauf in einem Hochhaus veranstaltete, um Geld für brandverletzte Kinder zu sammeln. Auf den dritten Platz schaffte es die Feuerwehr Legelshurst aus Baden-Württemberg. Sie half einem Feuerwehrkameraden, sein Haus zu sanieren. Ihm selbst fehlten die Zeit und die finanziellen Mittel, da er fünf Jahre lang seine krebskranke Frau bis zu ihrem Tod pflegte und betreute.

In Kategorie Brandbekämpfung gingen gleich zwei Platzierungen an hessische Feuerwehren. Platz eins ging an die Feuerwehr Marburg, die 180 Personen aus einem brennenden Hochhaus retteten. Platz zwei erreichte die Feuerwehr Altmorschen (Schwalm-Eder), die bei einem Schwelbrand in einem Silo eines Kraftfutterwerkes im Einsatz war.

Und dann wurde es noch mal richtig spannend. Denn wie viele Stimmen haben die Finalisten bekommen? Wer wird das Feuerwehrteam des Jahres 2014 und reist für eine Woche nach New York? Der große rote Umschlag wurde auf die Bühne gebracht und Antonio Benedetti, Geschäftsführer der Magirus GmbH, verkündete den Gewinner. Besser gesagt, er wollte ihn verkünden und konnte gerade einmal die ersten zwei Buchstaben des Wortes Jugendfeuerwehr aussprechen, als die Deiseler bereits lauthals von ihren Plätzen aufsprangen und sich gegenseitig in die Arme fielen.

Denn das was dort in Ulm gegen 21 Uhr passiert war, hatte vorher kaum einer zu denken gewagt. Die Jugendfeuerwehr wurde zum Feuerwehrteam des Jahres 2014 ernannt und fliegt im nächsten Jahr eine Woche nach New York. Völlig aufgelöst und zu Tränen gerührt marschierten die Nordhessen auf die Bühne. Selbst Nicklas Kriska, der immer einen Spruch auf den Lippen hat, konnte noch nicht einmal mehr „Piep“ sagen, als Antonio Benedetti Nicklas die Conrad Dietrich Magirus-Figur überreichte.

Am Samstag kamen die Preisträger gegen 19 Uhr nach Deisel, wo sie von den Eltern und den restlichen Mitgliedern der Feuerwehr Deisel in Empfang genommen wurden.

Von Christina Gräbe

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