Neuer Vertrag mit Busunternehmen

Ärger mit dem Kita-Bus: Einjähriger darf nicht mitfahren

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Der Jüngste darf noch nicht an Bord: Katrin Heidrich mit ihrem Sohn Hayden auf dem Arm. Sein großer Bruder Ryan (rechts) darf wie sein Freund Johann im Kindergarten-Bus mitfahren.

Langenthal/Deisel. Ein Einjähriger darf nicht in den Kindergartenbus - dieser Fall sorgt in Trendelburg für Ärger bei der Mutter. 

Auf den Kindergarten-Bus ist man stolz in Trendelburg. Und das nicht zu unrecht, denn so ein Angebot gibt es nicht überall: Die Kinder werden in den Ortsteilen abgeholt und direkt in die Kita Regenbogen gefahren. Seit August müssen die Kleinen aber mindestens zwei Jahre alt sein, um mitfahren zu können. Das ist ärgerlich für die Langenthalerin Katrin Heidrich: Ihren einjährigen Sohn Hayden muss sie nun selbst fahren.

Eigenes Auto notwendig

„Als wir Hayden im Sommer für den Kindergarten angemeldet haben, sind wir davon ausgegangen, dass er auch mit dem Bus fahren darf“, berichtet Heidrich. Das sei bis dahin auch so geregelt gewesen. Dann sei ihr aber mitgeteilt worden, dass Einjährige nun nicht mehr mit dem Bus fahren dürfen. Seitdem fährt die Langenthalerin ihren Kleinsten zusammen mit seinem großen Bruder Ryan, der eigentlich gerne mit den anderen Kindern im Bus fährt, mit dem Auto zur Kita.

Mit den Begründungen der Stadt Trendelburg und des Busunternehmens, warum Einjährige jetzt nicht mehr mitgenommen werden, ist sie nicht einverstanden. Schließlich seien Kommunen dazu verpflichtet, für Kinder, die älter als ein Jahr sind, einen erreichbaren Kita-Platz anzubieten.

„Man kann aber ja nicht davon ausgehen, dass alle Eltern ihre Kinder selbst fahren können. Und als ich krank war, konnte Hayden eben nicht in den Kindergarten“, sagt die zweifache Mutter. Die Grenze für das Recht auf einen Kita-Platz wurde 2013 auf ein Jahr herabgesetzt.

Bisher stand im Beförderungsvertrag mit dem Busunternehmen kein ausdrückliches Mindestalter. Das hat sich mit dem Vertrag zum neuen Kindergartenjahr im August nun geändert.

Bus ist freiwillige Leistung

Das weiß auch Bürgermeister Kai Georg Bachmann. Er weist aber darauf hin, dass der Bus im Gegensatz zum Kita-Platz eine freiwillige Leistung sei. Und der Weg zum Kindergarten sei in Städten oder auf anderen Dörfern deutlich weiter. Von Langenthal sind es zur Regenbogen-Kita etwas über vier Kilometer.

„Wir bedauern sehr, dass wir in dem Fall nicht für den Transport des Kindes sorgen können. Aber der Bus kostet uns bereits jetzt 70 000 Euro, und der Kindergartenbereich ist sowieso defizitär“, erklärt Bachmann.

Eine weitere Aufsichtsperson zu bezahlen, die auf die Kleinsten aufpasst, sei deswegen keine Möglichkeit, führt der Bürgermeister aus. Bisher stand im Beförderungsvertrag mit dem Busunternehmen kein ausdrückliches Mindestalter. Das hat sich mit dem Vertrag zum neuen Kindergartenjahr im August nun geändert.

Nicht zu verantworten

Busunternehmerin Angelina Hölscher, die in der Regel als Begleitperson bei den Fahrten dabei ist, sagt dazu: „Wir sind für die Sicherheit der Kleinen verantwortlich. Das sind pro Fahrt bis zu 35 Kinder – das ist so schon eine große Verantwortung. Da kann ich alleine nicht auch noch auf Einjährige aufpassen.“ Außerdem habe sie auch mit der Leitung des Kindergartens gesprochen: Dort wolle man die Eltern der Jüngsten morgens ohnehin persönlich sehen. Denn selbst kommunizieren können die natürlich noch nicht.

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