Amerikanerin ist der deutschen Heimat eng verbunden

Elternhaus: Hier wohnte Christa Marten die ersten zehn Jahre. Foto:  Henke

Christa Marten wohnt seit Jahrzehnten in USA, jetzt besucht sie ihren Geburtsort Trendelburg wieder

Trendelburg. Sie lebt seit Jahrzehnten in den USA und ist nach eigener Einschätzung „eine begeisterte Amerikanerin“. Aber ihre deutschen Wurzeln hat sie nie gekappt und ihre Verbindung in das Land ihrer Vorfahren nie abreißen lassen. Jetzt ist Christa Marten wieder da. Kurz vor ihrem 70. Geburtstag will sie am Samstag mit engen Freundinnen und ihrer Schwester auf der Trendelburg feiern.

Denn Trendelburg ist der Ort ihrer Kindheit und Jugend. Hier wurde Christa 1946 geboren, wohnte mit Eltern und Großeltern bis zum zehnten Lebensjahr im Haus in der Breiten Straße 81 (heute Altes Tor 27), bevor die Familie sich für einige Jahre in Wülmersen niederließ.

Nach der Mittleren Reife zog es die junge Christa zur Arbeit nach Kassel, wo sie als Chefsekretärin bei der Hessischen Brandversichersicherung Anstellung fand. In dieser Zeit lernte sie ihren Mann David kennen, der als GI in Rothwesten stationiert war.

Nach dem Ende seiner Dienstzeit zog das junge Paar nach Oregon in den Nordwesten der USA. Doch Anfang der 70er kehrten sie noch einmal nach Deutschland zurück: David studierte in Göttingen Germanistik, unterrichtete an einer Schule in Niestetal und Christa fand einen Job bei Thyssen-Rheinstahl in Kassel. Dort schloss sie Freundschaft mit Doris Wille, mit der sie seitdem in engem Austausch und Kontakt steht. Während ihres jetzigen Deutschlandbesuches wohnt sie bei der Schauenburgerin.

Als Christa 1974 schwanger wurde, ging’s zurück in die USA. „Denn da hatten wir damals als junge Familie doch mehr Chancen voranzukommen.“ Die weltgewandte Frau wurde nicht enttäuscht. Sie erfüllte sich einen lange gehegten Wunsch und studierte Betriebswirtschaft in Portland. Beruflich zog es die Familie später allerdings in den Wüstenstaat Arizona. Dort machte Christa Karriere bei einer großen Baufirma in Scottsdale. „Ich bin in meinem Beruf aufgegangen“, beschreibt sie diese Lebensphase. Und selbst als 2007 die große Immobilienblase in den USA platzte und ihr Unternehmen viele Mitarbeiter entlassen musste, konnte die engagierte Frau bleiben.

Von Gerd Henke

Tadelloses Hochdeutsch

Seit einigen Jahren sind Christa Marten und ihr Mann Rentner. Weil es in Arizona „zu heiß und zu monoton war“, zog die Familie zurück nach Oregon ins gemäßigte Klima am Pazifik. Auch Sohn Jason wohnt dort mit Freundin. Wie seine Mutter spricht auch er tadelloses Hochdeutsch. „Die Schulferien hat er oft bei seinen Großeltern in Trendelburg verbracht“, sagt Christa. Es habe ihr viel daran gelegen, dass „auch der Junge seine deutschen Wurzeln kennenlernt“. Jason - ebenfalls Betriebwirt - arbeitete vergangenes Jahr eine Zeitlang in Innsbruck und sei von Kultur und Arbeitswelt im deutschsprachigen Raum begeistert gewesen.

An sich selber hat Christa beobachtet, „dass noch viel Deutsches in uns steckt - vor allem was Arbeitsethik und Engagement betrifft.“ Im Berufsleben sei ihr deshalb Respekt und Anerkennung zuteil geworden. Das gelte insgesamt für Deutschland und die Deutschen. „Das Ansehen in den USA ist groß. Die Amerikaner wissen zwischen heute und der Nazizeit zu unterscheiden.“ Das Bekenntnis zu ihren deutschen Wurzeln ist auch der Grund dafür, weshalb Christa nocht oft ihre alte Heimat besuchen wird. Reisen ist für die Martens zu einer Leidenschaft in ihrem „Un-Ruhestand“ geworden. Die andere ist der Sport. Tennisspielen, Wandern, Kajaktouren sind die Dinge, die Christa Marten und ihren David fit halten. Auch deshalb geht die schlanke, durchtrainierte gebürtige Trendelburgerin nicht für 70, sondern allenfalls als Mittfünfzigerin durch. (geh)

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