Ausblick 2016: Für Trendelburg geht es aufwärts

Attraktion für viele Besucher: Das Märchenfest auf der Trendelburg hat in den vergangenen Jahren dazu beigetragen, das Image der Stadt aufzupolieren. Auch das Hotel-Geschäftsführerehepaar, Sabine und Michael Schumacher, macht bei dem Spektakel gerne mit. Archivfoto: Gräbe

Trendelburg. In unserer neuen Serie haben wir mit Rathauschefs über das kommende Jahr gesprochen. Heute geht es um Trendelburg.

Vor drei Jahren nahm die Stadt Trendelburg Zuflucht unter dem finanziellen Rettungsschirm des Landes Hessen. Die Schulden und die Haushaltsdefizite hatten ein solches Ausmaß angenommen, dass die Kommune die strengen Auflagen des Landes akzeptierte, im Gegenzug aber über neun Millionen Euro sowie Beihilfen zur weiteren Schuldentilgung erhielt. Das hat funktioniert und ging auf. Für 2016 kann die Stadt erstmals wieder mit einem Etat planen, der sogar einen Überschuss ausweist.

Haushalt

Vor einigen Jahren klaffte im Haushalt der Stadt Trendelburg noch ein Defizit von zwei Millionen Euro. Für 2016 rechnet man in dem Etat von knapp zehn Millionen mit einem Plus von 30 000 Euro. Allein diese Zahlen machen die 180-Grad Wende in Richtung geordneter Finanzen deutlich. Und anders als anderswo müssen die Bürger sowie Handel und Gewerbe für die haushalterische Gesundung nicht bezahlen: Grundsteuern und Gewerbesteuern bleiben bei 375 Prozentpunkten und liegen damit deutlich unter dem Niveau von Kreis- und Landesdurchschnitt. Allerdings: Gebühren für Wasser, Kanal, Friedhof und Kindergärten mussten angepasst werden. Andererseits konnten die Zuschüsse an die Vereine 2016 verdoppelt werden.

Bevölkerung

Die Bevölkerungsentwicklung ist ein Spiegelbild des allgemeinden Aufwärtstrends, den Trendelburg derzeit erlebt. Während die meisten anderen Kommunen im Kreis Kassel schrumpfen, verzeichnete die Stadt schon 2014 einen Anstieg um 16 Einwohner. 2015 werden es sogar noch bis zu 100 Menschen mehr sein, die in den acht Stadtteilen wohnen. Damit steuert die Stadt wieder auf die Marke von 5500 Einwohner zu.

Außenwirkung

Die positive Bevölkerungsentwicklung sei auch darauf zurückzuführen, dass die Stadt ihr Image aufpoliert habe, sagt Bürgermeister Bachmann. Mit dazu beitragen würden Veranstaltungen wie der Lichterzauber im Advent, das Märchenfest im Frühjahr und sportliche Veranstaltungen wie der Hölleberglauf und zuletzt der große Dragonheart Battle. „Immer mehr Menschen kommen inzwischen gerne nach Trendelburg“, sagt Bachmann und stellt zufrieden fest: „Wir werden positiv wahrgenommen.“

Fremdenverkehr

Mit der Diemel, dem Reinhardswald, der Rapunzel-Burg und dem Wasserschloss Wülmersen hat Trendelburg touristisch einiges zu bieten. Damit kann die Stadt auf Messen werben. Zuletzt war sie auf der Hochzeitsmesse in Kassel vertreten und brachte dorthin gleich ihre Standesbeamten mit. Denn die machen es möglich, dass sowohl im Rathaus, in Wülmersen und auf der Burg an jedem Tag und fast zu jeder Uhrzeit geheiratet werden kann. Zusammen mit den gut besuchten Festen ist „Hochzeit in Trendelburg“ ein weiteres Mosaiksteinchen im Stadtmarketing und dem positiven Image, das verstärkt Gäste in die Stadt zieht. Und im Sommer ist da noch das Freibad, das auch von Besuchern aus der Umgebung gut angenommen wird.

Stadtentwicklung

Mit allen acht Stadtteilen nimmt Trendelburg am Integrierten kommunalen Entwicklungskonzept (IKEK) des hessischen Wirtschaftsministeriums teil. Derzeit wird im Dorfgemeinschaftshaus Gottsbüren die Toilettenanlage neu gebaut und in Langenthal das DGH rückgebaut und modernisiert. Die Sanierung der Stadtmauer in Trendelburg ist eine der großen Maßnahmen für die nächsten Jahre. „Zuerst das Notwendige, dann das Wünschenswerte“, laute die Devise, sagt der Bürgermeister. Von IKEK profitieren auch Private. Deren Projekte können mit bis zu 35 Prozent gefördert werden. Schon jetzt belaufen sich die durch IKEK angeschobenen Investitionen auf bis zu zwei Millionen Euro. Dem Stadtbild tut dies gut.

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