Erdarbeiten haben begonnen

B 83-Baustart in Hessen für Umgehung von Bad Karlshafen 

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Planierarbeiten: Nördlich von Deisel haben die Erarbeiten vor einigen Tagen begonnen. 

Bad Karlshafen. Auch in Hessen geht es los: Zwischen Deisel und dem Helmarshauser Grünfeld werden Flächen für eine Baustraße und die ersten zwei von insgesamt fünf Brücken vorbereitet. 

Auf nordrhein-westfälischer Seite wird an einer Brücke für die Ortsumgehung der B 83 von Bad Karlshafen und Beverungen-Herstelle schon seit Monaten gebaut. Nun haben auch auf hessischer Seite die Erdarbeiten begonnen. In einem Bereich zwischen der Deiseler Kläranlage und dem zu Helmarshausen gehörenden Gründefeld wird der Boden abgeschoben und an anderer Stelle zwischengelagert.

Anschließend sollen dann zunächst Entwässerungsleitungen verlegt und Baustraßen hergestellt werden, sagt Horst Sinemus, Sprecher von Hessen Mobil in Bad Arolsen. Danach würden die Dämme für drei künftige Brückenbauwerke aufgeschüttet. Dafür werde überschüssiger Boden aus den Einschnittsbereichen der neuen Trasse mit Bindemitteln verbessert und lagenweise eingebaut und verdichtet. Am Talbauwerk „Knickgraben“ (Bauwerk 1) und den Brücken zur Unterführung des „Höllebachs“ (Bauwerk 2) und des „Hainbachs“ (Bauwerk 4) werden damit die Rampen im Bereich der Widerlager angeschüttet.

45.000 Kubikmeter Boden

Rund 45.000 Kubikmeter Boden müssten insgesamt bewegt werden, sagt Sinemus. Im Mai 2019 solle dann mit dem Bau der ersten Brücke auf hesssicher Seite begonnen werden. Bei Herstelle (NRW) wird an der ersten Brücke bereits seit Mai gebaut.

Die Brücke soll später den Wirtschaftsweg „Schiewe Halbe“ in der Hersteller Gemarkung über die B 83-Trasse führen. Die Brücke werde auch als Grünbrücke erstellt, teilt der Landesbetrieb Hessen Mobil mit. Das bedeutet, dass sie den Wildtieren als Querungshilfe dienen und die Zerschneidung der Lebensräume durch die neue Straße verringern soll. 

Dazu werden beidseitig auf dem rund 28 Meter breiten und 23 Meter langen Bauwerk Pflanz- und Pflegestreifen angelegt. Zudem sollen zwei Meter hohe Blendschutzwände auf der Brücke errichtet werden. Die Bauzeit der Brücke ist mit einem Jahr veranschlagt. Die Kosten werden auf 2,3 Millionen Euro veranschlagt.

So verläuft die B 83-Ortsumgehung von Bad Karlshafen. 

Insgesamt sind sieben Brücken für die Ortsumgehung geplant. Zwei liegen auf nordrhein-westfälischer, fünf auf hessischer Seite. Die längste Brücke wird mit 180 Metern die Ilksbachtalbrücke südwestlich von Herstelle sein, die das gleichnamige Tal überspannen wird. Auf hessischer Seite ist die Brücke über den Knickgraben unterhalb des Gründefelds mit 141 Meter die längste.

Erst im Anschluss an die Brücken soll der Streckenbau erfolgen. Da die Arbeiten abseits des öffentlichen Straßennetzes stattfinden, ist nicht mit Verkehrsbehinderungen zu rechnen.

Verkürzung um 7,4 Kilometer

Die Ortsumgehung Bad Karlshafen-Beverungen/Herstelle ist eine länderübegreifende Baumaßnahme des Bundes. Für Planung, Ausschreibungen und Ausführungen sind die beiden Landesbetriebe Straßen-NRW und Hessen Mobil zuständig. Das nordrhein-westfälische Teilstück ist 1,2 Kilometer lang, das hessische 3,2 Kilometer. 

Mit der Ortsumgehung werden nicht nur Helmarshausen, Karlshafen und Herstelle vom Durchgangsverkehr entlastet, die neue Trasse verkürzt auch die Wegstrecke um insgesamt 7,4 Kilometer. Im Süden beginnt die neue Trasse kurz hinter der Käranlage Deisel, im Norden schließt sie bei der Weserbrücke Herstelle an die bestehende B 83 an. 

Die Gesamtkosten sind mit 25,8 Millionen Euro veranschlagt. Rund 18 Millionen Euro werden voraussichtlich auf der hessischen Seite verbaut, 7,8 Millionen Euro auf nordrhein-westfälischer Seite. Die Fertigstellung der Ortsumgehung ist für 2021 geplant. 

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