Windkraftanlagen im Reinhardswald

„Bestellt ist nicht gebaut“

Reinhardswald. Die Nachricht, dass die Windpark Reinhardswald GmbH bereits 20 Windenergieanlagen für die Standorte Langenberg und Farrenplatz bestellt hat, hat unterschiedliche Reaktionen ausgelöst.

Die Bürgermeister von Trendelburg und Oberweser zeigen sich eher gelassen, das Aktionsbündnis Märchenland will dagegen der „Industrialisierung des Reinhardswaldes“ mit neuen Fotodarstellungen begegnen.

„Die Meldung überrascht mich nicht“, sagt Trendelburgs Bürgermeister Martin Lange. Große Bedeutung komme diesem Schritt der Windpark Reinhardswald GmbH gar nicht zu. Denn die weiteren Entscheidungen „stehen alle unter dem Vorbehalt des Zustandekommens der Finanzierung, der Genehmigung und vor allem der noch zu erfolgenden Ausschreibung nach dem Erneuerbare Energien Gesetz“ (EEG), sagt Lange.

Ähnlich sieht es auch Langes Bürgermeister-Kollege von Oberweser, Cornelius Turrey. „Diese Vorbestellung ist nicht mehr als eine Absichtserklärung in der Weise, dass ich sage: ’Das möchte ich haben, weiß aber noch nicht, ob ich es bekomme’.“ Der Bürgermeister hat nach wie vor große Zweifel, dass die riesigen Anlagen vom Typ Vestas V150 im Reinhardswald überhaupt genehmigt werden können. So würde das von der Gemeinde dem Regierungspräsidium Kassel vorgelegte hydrogeologische Gutachten aufweisen, wie klüftig der Untergrund des Reinhardswaldes ist und wie wenig bekannt die Grundwasserleiter dort seien. „Da wird niemand den Plan von 20 Anlagen mit gutem Gewissen umsetzen können.“

Auch das Aktionsbündnis Märchenland setzt auf ein „faires Genehmigungsverfahren des RP“. Die Öffentlichkeit will die BI jetzt mit Fotoanimationen aufmerksam machen, wie nah die Anlagen an die Orte und die Sababurg rücken würden. „Wir wollen damit die erschreckende Realität näher bringen“, sagt Annette Müller-Zitzke. Und Klaus Becker meint: „Bestellt heißt noch nicht gebaut.“  

Die Windpark GmbH will Ende Juni den Antrag für 20 Anlagen beim RP abgeben. Bis zur Genehmigung dauere es etwa ein Jahr, sagt Geschäftsführer Ralf Paschold. Danach werde man an der Ausschreibung der Bundesnetzagentur zur Stromeinspeisung teilnehmen. Die jüngste Ausschreibung war bei einer ausgeschriebenen Menge von 640 Megawatt zu 55 Prozent unterzeichnet. Grund sei auch die „schwierige Lage bei den Genehmigungen“, so die Netzagentur.

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