Planer reagieren auf Trendelburger Magistrat

BGZ weist erneut Kritik für Würgassen-Pläne zurück: Erdfallrisiko nicht erhöht

Das stillgelegte Atomkraftwerk in Würgassen
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Das stillgelegte Atomkraftwerk in Würgassen: Auf dem Gelände ist das Atommüll-Logistikzentrum geplant.

Die Planer des Atommüll-Logistikzentrums (LoK) in Würgassen sehen für das vorgesehene Baugelände nach Rücksprache mit ihrem Gutachter weiter keine erhöhten geologischen Gefahren.

Würgassen/Trendelburg – Gleichzeitig weisen sie die Forderung des Trendelburger Magistrats nach einem neuen Bodengutachten zurück. Das hat die bundeseigene Gesellschaft für Zwischenlagerung (BGZ) unserer Zeitung am Donnerstag mitgeteilt.Eine entsprechende Stellungnahme sollte auch an die Stadt Trendelburg geschickt werden.

Wie berichtet, hatte sich Trendelburgs Bürgermeister Martin Lange für den Magistrat in einem Schreiben an die BGZ gewandt. Darin hatte er erklärt, dass er nach einer Recherche im Kartenmaterial des Landes Nordrhein-Westfalen Zweifel an der geologischen Eignung des geplanten Baugrundes habe und, so wie Bürgerinitiativen auch, eine Gefahr von Erdfällen sehe. Der Magistrat forderte daher, dass die BGZ ein neues, unabhängiges Gutachten dazu erstellen lasse – und die Auswahl der Gutachter den Behörden vor Ort überlasse.

Darauf erwidern die Planer nun: „Der Gutachter der BGZ, die Schnack Geotechnik Ingenieurgesellschaft, bleibt auch nach einer neuerlichen Begutachtung aller zur Verfügung stehenden Unterlagen bei seiner Einschätzung, dass auf dem künftigen Baugelände des Logistikzentrums Konrad kein überdurchschnittliches Erdfallrisiko vorliegt.“

Zwar existierten laut einer Gefährdungspotenzialanalyse des Geologischen Dienstes Nordrhein-Westfalen vier Erdfälle in ein bis zwei Kilometer Entfernung in südwestlicher Richtung des Bauvorhabens, so die BGZ. „Die Beschaffenheit des Untergrunds dort unterscheidet sich jedoch deutlich von jenem, der unter dem geplanten LoK vorhanden ist.“ Im Untergrund der geplanten Gebäude befinde sich eine mindestens 600 Meter mächtige, wasserunlösliche Bundsandsteinschicht, die frei von geologischen Störungen sei.

„Ein Eindringen von Wasser in den in rund 1000 Meter Tiefe anstehenden, wasserlöslichen Zechstein ist daher auszuschließen“, so die Darstellung der BGZ. Selbst wenn Wasser eindringen würde, seien Auswirkungen an der Oberfläche durch die Bundsandsteinschicht ausgeschlossen. „Wasserlösliche Gesteine wie Kalk, Anhydrit oder Gips, die nahe der Oberfläche bei Trendelburg vorkommen und wohl ursächlich für die dortigen Erdfälle waren, gibt es im Wesertal im Bereich des geplanten Bauvorhabens nicht.“

Die Forderung nach einem neuen Gutachten weist die BGZ mit Blick auf das kommende Genehmigungsverfahren zurück: „In diesem wird von der Genehmigungsbehörde auch die Frage des Baugrunds erörtert und gegebenenfalls von einem weiteren Gutachter geprüft.“ (Matthias Müller)

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