Windernergie

Bürgerinitiative gegen Windräder im Grenzgebiet zu Westfalen gegründet

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Direkt an der Grenze zwischen Hessen und Nordrhein-Westfalen hat sich in Borgentreich eine neue Bürgerinitiative gegründet, die sich für einen kritischeren Umgang mit der Windenergie einsetzt.

Anlass sind Planungen der Stadt Borgentreich, neue Konzentrationszonen für Windenergienutzung auszuweisen, um deren Entwicklung besser steuern zu können. Gerade die Einwohner der Stadtteile Bühne und Manrode befürchten nun eine Umzingelung mit über 50 weiteren Windrädern. Zudem wollen sie gegen die sieben auf Trendelburger Gebiet neuerbauten Räder klagen, weil sie zu laut seien.

Weit über 350 Personen nahmen an einer Informationsveranstaltung am Freitagabend in der Alsterhalle in Bühne teil, wo über 200 von ihnen gleich Aufnahmeanträge ausfüllten oder mitnahmen.

Krank durch Schall

In der Veranstaltung sprachen Vertreter von Bürgerinitiativen über ihre Erfahrungen im Paderborner Raum, die Sinnhaftigkeit von Windkraftanlagen sowie Experten über die Wirkung von Infraschall. Dass dieser tieffrequente Schall krank machen kann, schilderte der Kapuzinerpater Joachim Wrede, der 2012 nach nur vier Monaten wieder aus der auch bei Trendelburgern bekannten Einsiedelei Klus Eddessen ausgezogen war. Diese in einem Waldwinkel zwischen Bühne und Haarbrück gelegene Klause steht 1027 Meter von den nächsten Windrädern bei Manrode entfernt. Nach kurzer Zeit spürte der Pater Schwindel, Übelkeit, Schlafstörungen und Beklemmungsgefühl und seine Protokolle stimmten mit der Windrichtung überein, die den Schall der Windräder zu ihm hintrug.

Für angepassten Umgang mit Windkraft: Matthias Steinmetz, Andre Sima, Melanie Jaklin und Stefan Waldeyer vom Vorstand der neuen Bürgerinitiative Heimat Hoher Berg bei Manrode, Bühne und Borgentreich. 

Ein Zuviel am ganz normal hörbaren Lärm verspüren die Einwohner von Manrode zudem aus der entgegengesetzten Richtung, wo direkt hinter der Grenze zum hessischen Trendelburg sieben 200-Meter-Anlagen stehen. Nach eigenen Messungen verursachen sie nachts über 70 dbA, deutlich mehr als das Zulässige. Nach Angaben des Regierungspräsidiums Kassel sollen nun amtliche Messungen die Lage klären.

Stärkere Zusammenarbeit geplant

Die BI „Gegenwind Heimat Hoher Berg“, benannt nach dem benachbarten Berg, wo auf westfälischer Seite weitere Anlagen errichtet werden könnten, will nun gerichtlich verlangen, dass die Anlagen auf dem Mittelberg leiser werden, sagt Stefan Waldeyer, einer der BI-Sprecher.

Bei der Versammlung am Freitagabend fanden weitere Gespräche zwischen der BI aus Borgentreich und Windkraftkritikern aus Trendelburg statt. Sie wollen künftig stärker zusammenarbeiten, um ihre Kräfte zu bündeln und über die Landesgrenze hinweg eine noch weiter ausufernde Zerstörung von Landschaft und Gesundheit zu verhindern.

Ab dem 25. Februar werden die Windkraftpläne der Stadt Borgentreich ausgelegt, damit Stellungnahmen abgegeben werden können.

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