Deisel: Anlieger sollen wieder zahlen

Großbaustelle Ahornweg in Deisel: Rolf (links) und Thorsten Seydler rechnen mit fünfstelligen Anwohnerbeiträgen. Foto:  Henke

Deisel. Im Jahr 1977 musste Rolf Seydler als Anlieger schon einmal über 4000 DM für den damaligen Ausbau des Ahornweges in Deisel bezahlen.

Danach erhielt er, wie alle anderen Anwohner vom Magistrat der Stadt Trendelburg auch, den Bescheid, dass die Straße endgültig fertiggestellt sei. Wie alle anderen ging Seydler davon aus, dass damit das Thema Straßenausbaubeitrag endgültig erledigt sei.

Doch dem ist nicht so. Das Thema hat sich inzwischen ausgeweitet - jedenfalls finanziell. Denn derzeit wird im Ahornweg wieder gebaut und Kanal und Straße werden neu erstellt. Aber auch diesmal sollen die Anlieger wieder herangezogen werden. Baukosten von 365 000 Euro sind diesmal veranschlagt. Während die Anlieger 1977 nur an 65 Prozent der Kosten beteiligt wurden, sollen heute 90 Prozent auf sie umgelegt werden.

Bis zu 15.000 Euro 

Aufgrund der Größe seines Grundstücks rechnet Rolf Seydler mit Beitragskosten von bis zu 15.000 Euro. Und auch sein Sohn Thorsten, dem ein unbebautes Grundstück auf der anderen Straßenseite gehört, geht von einer Belastung von rund 11.000 Euro aus. Die beiden kritisieren, dass die Anwohner kein Mitspracherecht hinsichtlich des Ausbaus gehabt hätten. So sei beispielsweise nicht nachzuvollziehen, warum der Bürgersteig in der Anwohnerstraße 1,50 Meter breit sein solle und nicht schmaler. Die hohen Beitragskosten betreffend stellen sie fest: „Die Stadt spart auf Kosten ihrer Bürger.“

Diese Einschätzung lässt Bürgermeister Kai Georg Bachmann allerdings nicht gelten. Er teilt mit, dass ein Großteil der Anlieger froh sei, „dass der Endausbau nun endlich vonstatten geht“. Das gelte nun auch für die rechtsseitigen Anlieger, die ihre Häuser erst nach 1977 erbaut hätten. Den Alt-Anliegern auf der linken Seite würden indes die „1977 vereinnahmten Gebühren in voller Höhe angerechnet werden“. Über abschließende Ausbaukosten kann der Bürgermeister derzeit noch keine Auskunft geben. Doch sei in der jüngsten Anliegerversammlung bereits ein Trend zu den möglichen Kosten aufgezeigt worden. Ziel der Stadt Trendelburg sei es, transparent und nachvollziehbar zu informieren.

Zwei Bürgerversammlungen 

Deshalb habe es vor Baubeginn auch zwei Anliegerversammlungen gegeben, sagt Bachmann. Zudem habe der Ahornweg bereits seit mehreren Jahren „im Blickfeld des städtischen Haushalts gelegen, eben weil eine ordnungsgemäße Erschließung der Straße bisher nicht erfolgte“. 

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