Kran aufgebaut, Anwohner skeptisch

Deiselberg: Windrad erhält Flügel und Gondel

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Blick auf die Baustelle: Der Zusammenbau des Krans, der die Bauteile des 140 Meter hohen Windrades am Deiselberg hochheben wird, erfolgte am vergangenen Wochenende. 

Trendelburg. Die erste Phase der Bauarbeiten an der neu entstehenden Windkraftanlage am Deiselberg mit Fundament und 80 Meter hohem Turmstumpf sowie elektrischen Leitungen ist beendet. Nun werden in dieser Woche die abschließenden Aufbauarbeiten des Turmes sowie der Gondel stattfinden.

Dazu wird ein Kran benötigt, der die schweren Bauteile auf eine Höhe von 140 Metern bringen kann. Die Elemente werden von einem zweiten Kran angehoben und dann zusammengesetzt. Per Schwertransport werden die Stahlrohrelemente des Turmes nachts aus Erfurt über Manrode angeliefert. Nach dem Aufsetzen hat der Turm eine Höhe von 139 Metern. Die 86 Tonnen schwere Gondel mit Rotornabe, Getriebe und Generator wird anschließend hochgehoben und aufgesetzt.

Voraussetzung dazu sind gute Sichtverhältnisse in 140 Metern Höhe, so Architekt Gerhard Rasche aus Manrode (Borgentreich), der für den Bau zuständig ist.

Der zu Trendelburg gehörende Weiler Deiselberg entstand in den 50er-Jahren, als dort landwirtschaftliche Aussiedlerhöfe gebaut wurden. Er liegt etwa 600 Meter Luftlinie von dem neuen Windrad entfernt.

Nach ihrer Meinung gefragt, äußerte sich ein Großteil der Bewohner mit Skepsis. Monika Klemm kann erst sagen ob sie beeinträchtig wird, wenn das Windrad steht. Sie ist „entsetzt, wie nah es ist“ und versteht nicht, warum der Mindestabstand von einem Kilometer für den Weiler nicht gilt.

Helga Wiegand nimmt es so wie es ist: „Wir können daran nichts ändern.“ Landwirt Ewald Kwiatkowski sagte, dass er nicht begeistert ist und befürchtet Beeinträchtigungen. Bernhard Sulk, Jagdaufseher und Naturschützer, hat sich mit dem Thema intensiver beschäftigt. Er fürchtet starke Schäden im Wald durch viele Lastwagenfahrten bei den Bauarbeiten, da fünf weitere Anlagen am Waldrand geplant und sieben im nahen Waldgebiet genehmigt sind. Außerdem sind geschützte Greifvögel hier zu finden. Dies sei nicht berücksichtigt.

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