Auf Diemel darf nur nüchtern gepaddelt werden

Im Einklang mit der Natur: Kanufahrer werden nur begrenzt auf die Diemel gelassen. Das Regierungspräsidium Kassel schreibt ein begrenztes Kontingent vor. Der Tourismus ist dadurch aber nicht beeinflusst. Archivfoto: Thiele

Trendelburg. Eine begrenzte Anzahl an Booten und kein Alkoholkonsum auf dem Wasser: Trotz strenger Regeln ist die Tourismusbilanz an der Diemel positiv.

Höchstens 100 Boote pro Tag: Um einen naturverträglichen Tourismus an der Diemel zu fördern, wird schon seit 2006 die Bootszahl auf dem Fluss begrenzt. Auch der Alkoholkonsum ist auf dem Wasser verboten. Der Tourismus leidet trotz den strengen Regelungen aber nicht.

„Wir sind mit diesem Jahr sehr zufrieden - gutes Wetter, genug Wasser im Fluss und viele Gäste“, sagt Sebastian Rust, Kanuverleiher bei Kanu Schumacher in Trendelburg. Die Diemel darf jedes Jahr vom 15. April bis 15.Oktober befahren werden. Die Saison ist also vorbei.

Mit den Regelungen an der Diemel hat Rust kein Problem: „Wir unterstützen die Kontingentierung, da ein naturverträglicher Tourismus auch in unserem Interesse als Verleiher ist“, erklärt er. Sauberes Wasser und intakte Anlegestellen seien auch Wünsche der Gäste.

Das Kontingent an Booten ist pro Tag an unterschiedliche Benutzer verteilt und gilt zwischen Haueda (Liebenau) diemelabwärts bis zur Mündung in die Weser bei Bad Karlshafen.

50 Boote dürfen Kanuvermietungen täglich aufs Wasser lassen, 25 stehen privaten Nutzern zur Verfügung. Weitere 25 sind für den Kanuverband genehmigt, heißt es seitens des RP. Als oberste Naturschutzbehörde regelt das RP die Vergabe.

Von Verstößen gegen diese Regelung hat Kanuverleiher Rust bisher noch nichts mitbekommen. „Ich kann mir höchstens vorstellen, dass manche Touristen einfach nichts von der Genehmigung wissen, und deshalb ohne Genehmigung aufs Wasser gehen“, sagt er.

„Die Einhaltung der Befahrregeln wurde 2015 drei mal kontrolliert“, sagt Michael Conrad, Pressesprecher des RP Kassel. Dabei seien keine schwerwiegenden Verstöße festgestellt worden, sodass es nur Ermahnungen gab.

Eine Einweisung in die Verhaltensregeln auf dem Fluss, ist auch Sebastian Rust wichtig. Gruppen, die Alkohol mit ins Boot nehmen wollen, muss der Kanuverleiher erklären, dass das nicht geht.

„Wenn ich den Grund Naturschutz nenne, dann haben die Leute eigentlich immer Verständnis“, sagt er. 

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