Nächste Chance für Matschlauf nach Ärger um rassistische Äußerungen

Dragonheartbattle: Alter Organisator lädt mit neuer Firma nach Hohenroda

Durch Matsch und Wasser: Ein Dragonheart-Lauf, hier ein Bild vom Steinbruch Wülmersen bei einer früheren Veranstaltung, verlangt den Teilnehmern Einiges ab.  Archivfoto: Markus Löschner

Trendelburg/Hohenroda. 600 Sportfans sind im vergangenen Jahr auf ihren 70 Euro sitzen geblieben, die sie für die Teilnahme am Matsch-Hindernislauf Dragonheartbattle in Trendelburg bezahlt hatten.

Anfang Oktober findet jetzt im 140 Kilometer entfernten Hohenroda (Kreis Hersfeld-Rotenburg) eine ähnliche Veranstaltung statt, bei der Joachim von Hippel zum Organisationsteam gehört. Von Hippel war Geschäftsführer der Firma PAS-Event, die den Trendelburger Lauf nach Differenzen mit der Stadtverwaltung hatten absagen müssen

PAS-Team ist in der Zwischenzeit insolvent. Von Hippel tritt beim „Hell of the Brave“-Lauf in Hohenroda laut Homepage als Organisator auf. Veranstalter ist die seit 2015 in München eingetragene Veranstaltungsfirma Heldenmomente mit Inhaberin Ursula Schemm. Sie sagt: „Herr von Hippel ist bei uns als Berater mit im Boot. Wir wären ja dumm, auf seine Erfahrung zu verzichten.“

Teilnehmer vom ausgefallenen Lauf zahlen weniger

Enttäuschten Läufern aus dem vergangenen Jahr kommt Schemm entgegen: Statt der regulären Teilnahmegebühr von 85 Euro sollen sie nur 30 zahlen – wenn sie die Anmeldebestätigung der zuletzt abgesagten Läufe in Trendelburg und Bischofsheim vorlegen. „Mit dem PAS-Team habe ich nichts zu tun“, sagt Schemm, „ich bin finanziell niemandem verpflichtet.“

Ärger um rassistische Äußerungen

Eine Mitarbeiterin des PAS-Team, die wegen möglicherweise rassistischer Äußerungen im Vorfeld des Trendelburger Laufes aufgefallen war, ist nicht mehr dabei. Andere Mitarbeiter wirken aber mit. Ebenso wie Ursula Schemm habe auch Hohenrodas Bürgermeister André Stenda nach eigenen Angaben vor allem das Angebot an die Sportler in der Region im Sinn.

„Ich kann eine bisherige hervorragende und professionelle Zusammenarbeit bestätigen“, sagt Stenda. Mit dem Veranstalter sei die Aufgabenverteilung detailliert vertraglich geregelt. 

Die Gründe der Absage von 2017

Wenige Tage vor dem Lauf in Trendelburg waren im November gegen eine Mitarbeiterin der Firma PAS-Team Vorwürfe laut geworden, sich im sozialen Netzwerk Facebook rassistisch geäußert zu haben. Daraufhin hatte die Stadt Trendelburg sich öffentlich vom Veranstalter distanziert.

Den Vorfall, bei dessen Schilderung die Frau einen dunkelhäutigen Mann als „schwarzen Affen“ bezeichnete, räumte sie ein, betonte aber, dass die Aussage „in keiner Weise auf alle Menschen mit dunkler Hautfarbe bezogen oder als Abgrenzung oder Ausgrenzung zu verstehen sei“. Nach Differenzen mit der Stadt wegen fehlender Genehmigungen sagte der Veranstalter den Lauf kurze Zeit später ab. (lad)

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