Ergebnisse der Infoveranstaltungen zum geplanten Windpark Reinhardswald

EGR: Risiken, dass Projekt scheitert, nahezu nicht erkennbar

18 Windräder sollen es werden: Die Energiegenossenschaft Reinhardswald will Anlagen (wie diese bei Trendelburg) im Reinhardswald bauen. Infos dazu erhielten diese Woche die Mandatsträger der beteiligten Orte.  
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18 Windräder sollen es werden: Die Energiegenossenschaft Reinhardswald will Anlagen (wie diese bei Trendelburg) im Reinhardswald bauen. Infos dazu erhielten diese Woche die Mandatsträger der beteiligten Orte.

Wie steht es um den geplanten Windpark Reinhardswald? Das wurde bei Treffen erörtert, zu denen die EGR unter Ausschluss der Öffentlichkeit geladen hatte.

Kreisteil Hofgeismar – Die Energiegenossenschaft Reinhardswald (EGR) hatte die Mandatsträger der Mitgliedskommunen über die aktuelle Lage des Windparks informiert. Nun liege es an ihnen, die erforderliche Eigenkapitalausstattung zur Umsetzung des Projektes in den einzelnen Haushalten 2021 auszuweisen. Wir stellen einige Punkte aus den Treffen vor.

Trinkwasser

Ein wichtiges Thema während des Treffens: Der Einfluss auf die Trinkwasserversorgung. Laut der EGR habe ein zweites, zusätzlich erstelltes hydrogeologisches Gutachten bestätigt, „dass bei den erforderlichen Erdarbeiten und der Ausbildung der Fundamente für die Windkraftanlagen ein Einfluss auf die Trinkwasserversorgung mit an mit Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen wird.“

Weiterhin teilte die Genossenschaft mit, dass erst durch dieses Gutachten der schlechte Zustand einer Quelle festgestellt wurde. Dieser betreffe die Quelle Kellergrund, die zur Gemeinde Wesertal gehört. Sie entspreche nicht dem Stand der Technik. Eintrübungen seien die Folge. Aber auch der Brunnen in Gieselwerder, der den Ausfall der Quelle Kellergrund schon ausgleichen musste, müsse aufgrund ungeeigneter Pumptechnik modernisiert werden, erklärten Danny Sutor und Karsten Schreiber, die den Vorstand der EGR bilden.

Brandschutz

Da die geplanten18 Windräder im Wald entstehen sollen, müsse laut der EGR der Brandschutz gestärkt werden. Um dies umzusetzen, „sollen zum Eigenschutz der Windkraftanlagen vor Waldbrandgefahr Löschwasserzisternen im Reinhardswald im Rahmen der Projektumsetzung realisiert werden.“ Für die Feuerwehren würden sie dann uneingeschränkt zur Verfügung stehen. Weiterhin teilten die Verantwortlichen der Genossenschaft mit, dass die Windenergieanlagen mit modernsten Löscheinrichtungen und entsprechenden Detektoren ausgestattet sein sollen. „Dadurch können aufkommende Brände im Keim erstickt werden“, heißt es vonseiten der EGR weiter.

Risiken

Natürlich habe man bei den Veranstaltungen nicht nur die Chancen des geplanten Windparks diskutiert, sondern auch mögliche Risiken. Auf Nachfrage bei EGR-Vorstandsmitglied Danny Sutor, wurden folgende Gefahren erläutert: Genehmigungsrisiko, Klagerisiko, Zuschlagsrisiko, Investitionskostenrisiko, begrenzte Lieferantenhaftung, Fundamentalrisiken und Zinsänderungsrisiken. Der Tenor der EGR: „Risiken, die das Projekt zu Fall bringen könnten, sind weitestgehend nicht erkennbar.“

Sutor erläutert dies auf Nachfrage an einem Beispiel: „Beim Investitionskostenrisiko geht es unter anderem um die Baukosten. Da eine Vielzahl der Planungen mit konkreten Angeboten bis hin zu fest verhandelten Lieferverträgen der Anlagen hinterlegt sind, werden hier keine schlagenden Risiken erkannt.“ Auch beim Klagerisiko habe man vonseiten der EGR keine substanziellen Klagegründe erkannt. „Zumal eine rechtliche Begleitung bereits jetzt schon stattfindet“, sagt Sutor.

Wirtschaftlichkeit

Für den geplanten Bau der 18 Windenergieanlagen sei eine Gesamtinvestition von 121 Millionen Euro veranschlagt. Davon werden laut EGR 95 Prozent über Kredite finanziert werden. „Die Kommunen selbst sollen der Energiegenossenschaft ein Darlehen über jeweils 620.000 EUR zur Verfügung stellen“, lautet ein Satz des EGR-Vorstands. Dieses solle bereits im Haushalt 2021 ausgewiesen werden. Die Kommunen sollen im Gegenzug von der Energiegenossenschaft über 20 Jahre Zins und Tilgung für die gewährten Darlehen erhalten und dazu noch Gewinnausschüttungen über die gesamte Laufzeit.

Laut EGR würden die Kommunen so „ihre Einnahmesituation deutlich verbessern.“ Jährlich sollen die zu erwartenden Ausschüttungen bei durchschnittlich weit über 100.000 Euro liegen. Zusätzlich soll jede der vier beteiligten Kommunen pro Jahr mit einigen 10.000 Euro rechnen können. Diese fallen auf der Ebene der Gewerbesteuerzahlungen der Windparkgesellschaft an. Damit das Geld ausgezahlt werden kann, müssten allerdings alle 18 Windräder gebaut sein. (Nela Müller)

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