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Einbeiniger Storch Karl bereitet die Brut vor

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Von: Bernd Schünemann

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Auf einem Bein gut unterwegs: "Karl" kann den Verlust des Beines offensichtlich ausgleichen. © Yvonne Berger

Das war eine große Überraschung in Sielen: Storchenmännchen Karl ist wieder da. Der Vogel kehrte offensichtlich wohlbehalten aus seinem Winterquartier zurück – mit nur einem Bein und neuer Partnerin.

Das Sielener Männchen hatte im Frühling 2018 ein Bein verloren. Deswegen konnten Karl und Rosi ihre Brut nicht erfolgreich beenden. Jetzt kommt der Vogel mit seinem Stumpf offensichtlich deutlich besser zurecht, berichtet Yvonne Berger vom Naturschutzbund (Nabu), die die Störche im Diemeltal intensiv beobachtet.

Nabu-Vorsitzender Hans-Jürgen Schwabe hat gestern beobachtet, dass Karl sich hinsetzen kann. Beide sind zuversichtlich, dass die Vögel trotz der Beeinträchtigung brüten können.

Sielen: Storch Karl hat neue Partnerin

Das war nicht die einzige Überraschung in Sielen: Karl hat zusammen mit seiner Partnerin einen der Horste am Sportplatz bezogen. Auch die Partnerin ist neu. Rosi war beringt, der zweite Storch am Sielener Horst trägt keinen Ring. Im alten Nest brüten inzwischen Nilgänse, die sich nicht vertreiben ließen. Das war kein Problem: Das Paar wich auf einen benachbarten Horst aus.

Und auch das ist noch nicht alles aus Sielen: Schon ein paar Tage zuvor war dort ein Paar angekommen. Die beiden Vögel haben auf dem dritten Kunsthorst ein neues Quartier bezogen. Die vier Vögel kommen offensichtlich gut miteinander aus. Yvonne Berger hat zumindest noch keine Streitigkeiten beobachtet. Genügend Futter für sie und auch ihre Jungtiere sollte in den Wiesen und Auen ums Dorf zur Verfügung stehen.

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Am Horst in Deisel brütet das Paar vermutlich schon. Männchen Hännes war dort am 18. Februar eingetroffen, kurz darauf seine Partnerin Lilli. Damit waren die Tiere früh dran. In den vorangegangenen Jahren waren Störche in unserer Region Anfang März gesichtet worden.

Und auch in Vaake wird – wie gestern bereits kurz gemeldet – ein Storch auf dem Nest beobachtet. Seit dem 17. März hält sich der Vogel dort auf, teilte Hermann-Josef Rapp mit.

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In Vaake hofft man, dass die Storchentradition fortgesetzt werden kann. Von 1998 bis 2012 hatten die Vögel auf einem Schornstein gebrütet. Weil sich die Tiere ausbreiten – in Hessen leben wieder etwa 500 Paare –, besteht Hoffnung, dass sich auch dort wieder ein Paar ansiedelt.

Im Herbst will der Naturschutzbund die übrigen Horste für die Vögel attraktiver gestalten. Der erste Versuch Anfang März musste abgebrochen werden, weil der angemietete Hubsteiger nicht hoch genug war, um die Kunsthorste zu erreichen.

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