Landwirte ziehen erste Bilanz für 2021

Wetter sorgt für Ernte der Extreme im Kreisteil Hofgeismar

Im Wettlauf mit dem Wetter: Mähdrescher bei abendlicher Rapsernte am Samstag bei Udenhausen.
+
Im Wettlauf mit dem Wetter: Mähdrescher bei abendlicher Rapsernte am Samstag bei Udenhausen.

Das extrem wechselhafte Wetter stellt an die Landwirte im Kreisteil Hofgeismar hohe Anforderungen.

Hofgeismar - „Wegen der ständig drohenden Regenschauer werden die Ernten zu einem extremen Wettlauf mit der Zeit. Wie es beim jährlichen Erntegespräch des Regionalbauernverbands vergangene Woche in Deisel hieß, sind die Ernteergebnisse zwar sehr unterschiedlich, aber es sind bislang keine gravierenden Ausfälle zu verzeichnen. „Regen und Sonne im Wechsel sind typisch für dieses Jahr“, schildert Jörg Kramm (Grebenstein), stellvertretender Vorsitzender des Regionalbauernverbandes Kurhessen und Sprecher für den Bereich Hofgeismar.

Das Wetter war für die Landwirte kaum vorausberechenbar, weil es sehr kleinteilig stattgefunden habe. In einem Ort habe es geregnet, im nächsten nicht.

Als Beispiel nennt Sebastian Krull, Landwirt aus Deisel, die Rapsernte. Sie konnten schon früh und punktgenau den Raps ernten und einfahren, weil es in Deisel trocken blieb, während es in den Orten rundum regnete. So ging es auch vielen anderen Landwirten, weshalb die Ernte im Kreisteil Hofgeismar sehr uneinheitlich ablief und abläuft.

„Das ist eine echte Lotterie in diesem Jahr“, erklärt auch Stefan Kremper, Ackerbauberater beim Landesamt für Landwirtschaft Hessen. In den extrem trockenen Jahren 2019 und 2020 habe die Ernte sehr früh erfolgen müssen, in diesem Jahr sei man im üblichen Zeitrahmen, aber dafür müssten die Landwirte ständig auf Abruf stehen, falls die Wetterlage sich ändere.

Das bestätigen auch Jörg Kramm und die Landwirtsfamilie Krull. Dann müsse man notfalls noch um 16 Uhr entscheiden, zum Ernten rauszufahren, was nicht so einfach sei. Denn neben dem Mähdrescher seien ja auch noch mindestens zwei Schlepperfahren zu organisieren und meist seien es etliche Kilometer bis zum Acker.

Laut Kremper ist die Ernte beim Raps unter dem Durchschnitt. Die Gerste war durchschnittlich, einige Landwirte hatten mit mehr gerechnet. Die Gerste hatte durch die Hitze im Juni viel Stress, das Korngewicht ist dadurch zu niedrig. (Thomas Thiele)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.