Reinhard Schmitz als Kapitän

Flüchtlinge retten: Trendelburger Kapitän sticht wieder in See

Reinhard Schmitz

Trendelburg. Schon bald kann Reinhard Schmitz aus Trendelburg wieder den Menschen helfen, deren Schicksal ihm im Moment am meisten unter den Nägeln brennt.

Der 63-Jährige, der im vergangenen Jahr als Schiffsführer auf der MS Sea-Watch 220 Flüchtlinge in Seenot aus dem Mittelmeer gerettet hatte, steht kurz vor seinem nächsten Einsatz.

„Ich kann die Bilder aus dem Fernsehen nicht mehr ertragen“, sagt er. „Jetzt, da die Balkanroute geschlossen ist und sich einige Länder abschotten, werden sich mehr Flüchtlinge in Schlauchbooten auf den gefährlichen Weg übers Mittelmeer machen.“

Die private Organisation „Sea-Watch - Seenotrettung für Geflüchtete im Mittelmeer“ hat eine zivile Seenotrettung von Flüchtlingen aufgebaut und ist seit 2015 im Einsatz. Vorerst hatte die Organisation nur ein Schiff zur Verfügung, mit dem wechselnde Crews vor der libyschen Küste patrouillierten, um Flüchtlinge in Seenot zu retten. Nun gibt es mit der Sea-Watch 2 ein zweites Schiff. Es wurde am Freitag in Hamburg getauft.

Schiffstaufe in Hamburg: Modibo Traore, Flüchtling aus Malta, tauft das Flüchtlings-Rettungsschiff Sea Watch 2. Der Trendelburger Reinhard Schmitz überführt das Schiff nach Malta. Foto: dpa

Schmitz wird das Schiff als Kapitän mit einer zwölfköpfigen Crew nach Malta überführen, von wo aus in Kürze neue Rettungseinsätze starten werden. „Das neue Schiff ist viermal so groß wie das alte“, erklärt der gelernte Maschinenbauingenieur, der seit vielen Jahren in der Schifffahrt tätig ist. „Außerdem ist es komfortabler, besser ausgestattet und damit auch für Einsätze im Winter geeignet.“

Die Überfahrt nach Malta wird laut Schmitz zwischen 14 und 18 Tage dauern. „Das hängt vom Wetter ab, aber die Voraussagen hören sich gut an.“ 2700 Seemeilen lang ist der Weg, 200 Meilen schafft das Schiff durchschnittlich am Tag. Einen Teil der Crew, die die MS Sea-Watch 2 nach Malta bringt, kennt Schmitz von seinem Einsatz im vergangenen September. Damals war er zwei Wochen als Kapitän mit der MS Sea-Watch unterwegs und für die Schiffsführung und alle wichtigen Entscheidungen im Zusammenhang mit der Flüchtlingsrettung zuständig. Die Gruppe hatte nordwestlich von der libyschen Küste nach Flüchtlingen in Not gesucht. Wenn ein Boot gefunden wurde, leisteten die Aktivisten Ersthilfe, gaben Rettungswesten und Trinkwasser aus und veranlassten die Rettung durch andere Schiffe.

Die nächsten Rettungseinsätze, bei denen der Trendelburger wieder Kapitän der Sea-Watch sein wird, stehen schon fest. Einer wird im August stattfinden, ein zweiter im November.

http://sea-watch.org/

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